Ein Capybara – hättest Du gewußt, was das ist? Ich nicht und auch die Übersetzung zu ‚Wasserschwein‘ hat mir nicht wirklich geholfen. Dank Wikipedia weiß ich nun, dass es eine Säugetierart aus der Familie der Meerschweinchen ist. Wenn auch größer. Deutlich größer! Mindestens 100cm und über 75kg schwer. Capybaras leben am liebsten im Wasser, sind irgendwie plump und ziehen sich nachts ins Dickicht zurück, um dort zu schlafen.
Nichts davon wußte ich, als das Capybara von Luba Andrushchenko in meinen Instagram Feed gespült wurde. Es war mir auch egal. Ich habe nur gesehen, wie niedlich dieses kleine Tier ist und mir sofort die Anleitung gekauft. Wirklich sofort.
Und das passiert mir selten.
Gestrickt wird von unten nach oben, also die Füße zuerst. Die Arme sind sehr clever eingestrickt; die dunkle Nase ist ebenso aufgestickt wie Mund und Augen. Der Kontrast ist dabei tatsächlich größer, als in meinen Bildern.
Eigentlich sollten Füße und Hände in einem Braunton sein, der sich vom Körper absetzt, aber da fehlten mir Farbe und Geduld. Warten bis zum nächsten Tag und dann erst passende Wolle kaufen, war irgendwie keine Option. Lieber sofort anfangen. Und genau das habe ich gemacht.
Mit 8-fädiger Sockenwolle, weil ich kein anderes Braun hatte. Das ist einerseits gut, weil die robust ist und nicht pillt. Andererseits ist es nicht so schmusig geworden, wie ich es gerne gehabt hätte. Aber der Bauch ist rund und weich – das versöhnt mich. Cappybaras sind Schmuser. Wußte ich auch nicht.
An einem Abend war mein Capybara fertig. Am nächsten Abend dann sein Blumen-Kragen. Wobei mir der tatsächlich weniger Spaß gemacht hat. Muß man doch Blatt für Blatt einzeln stricken, ehe alle Blätter dann zusammengehäkelt werden. Jedes hat zwei Fädchen, die vernäht werden wollen … Ziemlich kleinteilig alles und doch denke ich, dass sich die Mühe gelohnt hat. Der Kragen steht ihm einfach gut.
Ist halt ein hübscher Kerl.
Ein paar Tage saß das Capybara dann hier auf dem Sofa (auf dessen Lehne immer noch Goostavo chillt), ehe es zu den Nachbarn gezogen ist.
Nach dem traditionellen Glauben der Yanomami (der größten indigenen Volksgruppe im Amazonas-Gebiet – auch das weiß ich aus Wikipedia) gibt es nämlich für jeden neugeborenen Menschen einen Doppelgänger in Form eines Capybaras, der dessen Lebenskraft teilt.
Die Nachbarn werden Großeltern – da passt das doch ganz wunderbar.
verlinkt zum Samstagsplausch (passt thematisch auf’s Schönste 💚)

OH! Den habe ich auch schon gesehen und habe gedacht, dass ich ein Capybara stricken möchte. Aber welcher Glaube dahinter steht, dass wusste ich erst, nachdem du es mir erzählt hattest. Oh wie schön ist der kleine Kerl geworden. Die Anleitungen von Luba Andrushchenko gefallen mir ohnehin alle sehr. Sie hat auch Gänse im Angebot 😄
Danke für deine Wünsche, ich habe sie weitergegeben
Andrea
Einmal Gans, immer Gans 🙂 Die Gans „My lovely goose toy“ von Luba Andrushchenko hat mich auf die Fährte des Capybara geführt …