Ein imaginärer Keks

“Und denken Sie daran, das Bein nicht zu belasten. Stellen Sie sich einfach vor, auf dem Boden liegt ein imaginärer Keks, der nicht zerkrümeln darf, wenn Sie drauftreten”, meinte der diensthabende Arzt der Berliner Charité, bevor er mich entließ. Mit Plastikstiefel und Krücken machte ich mich wenig später auf den Weg zur Strasse, wo Andrea auf mich wartete, um mich nach Hause zu bringen. (Ich bin Dir so dankbar! 💚)

Wenige Stunden zuvor hatte ich – auf der untersten Treppenstufe stehend – für einen Moment das Gleichgewicht verloren, einen Schritt nach hinten gemacht, um mich aufzufangen (Fehler!), dabei die Stufe vergessen und mir so den Knöchel gebrochen. (Vielleicht auch mehr, aber das werde ich erst wissen, wenn ich morgen “in der Röhre” war). Dass er gebrochen war, wußte ich sofort. Unglaublich zu sehen, wie Fuß und Knöchel sofort dick wurden.

Andrea  brachte mich also nach Hause, pellte mich aus der Jeans, sprach mir Mut zu, zog mir den Plastikstiefel wieder an, verstand meine Tränen und fuhr dann zurück ans andere Ende der Stadt.

Seitdem ist so ziemlich alles anders.

Der Tag beginnt nicht mit Kaffee, sondern mit einer Thrombosespritze, statt Dusche gibt es einen Waschlappen, statt Wannsee – Mitte – Neukölln plötzlich ganz kleiner Radius: Sofa und 16 Treppenstufen zwischen Wohnzimmer und Bad … Der Mann macht home office so oft er kann; die Gasttochter ist sogar früher aus der Schule nach Hause gekommen (so selbstlos 😬), der Teenager kümmert sich um’s Essen, wenn er zu Hause ist (und nicht studiert).

“Vielleicht kannst du die viele freie Zeit genießen”, meinte die Nachbarin. Schön wär’s, aber arbeiten muss ich unverändert. Denn ohne Arbeit kein Geld. Das Sofa ist mein Schreibtisch. Laptop, Handy, AirPods. Und nach zehn Tagen weiß ich, was ich schon vorher wusste: Stillsitzen ist nicht mein Ding, Geduld auch nicht. Hilft aber nichts. Bewegung straft der Fuß mit Schmerzen.

Wenn alles gut geht, bleiben mir Stiefel und imaginärer Keks noch fünf Wochen …

Natürlich stricke ich trotzdem. Schließlich ist der Fuß kaputt, nicht die Hände. Ironie, dass ich ein Socken-Projekt in der Tasche hatte, als der Krankenwagen mich abholte.

Die Tor-Socken sind eine REGIA-Anleitung (ich glaube aus 2006). Erst neulich habe ich darüber gebloggt und inzwischen gibt es sie auch (wieder) bei Ravelry. Das Grün ist Tanne, sieht aber tatsächlich eher nach Fußballfeld aus. Die Stickerei ist schnell gemacht, der Rest ist “Standard-Socke”.

Erstmalig habe ich eine Käppchenferse für die Teenagerfüße gestrickt, das Maschenbild wurde schön, die vielen Zentimeter strickten sich so weg. Und kaum war das letzte Fädchen vernäht, hat er sie getragen. Aber leider nicht lange.

Denn innerhalb kürzester Zeit drehte sich die Ferse über den Fuß. Ich gebe zu, dass ich überlegt habe, es dabei zu belassen (wohl wissend, dass die Socken dann für immer in der Schublade liegen würden). Aber dann habe ich doch Füße und Fersen geribbelt, den Faden geglättet und Bumerangfersen gestrickt. Ein halber Fuß fehlt noch … Größe 48 … und es ist so (so) langweilig …

Was habe ich gelernt? Never change a winning team heel … Ich werde also nie wieder “Fersen-Experimente” machen, frage mich aber dennoch, wie eine Käppchenferse so verrutschen kann. Ist euch das auch schon mal passiert und wenn ja, hätte ich das anders lösen können? Bei mir sitzen die super – beim ihm gar nicht. Verrückt!

Ich würde jetzt gerne einmal um den Block gehen (116 Schritte bin ich heute gegangen, sagt die Uhr), aber es werden wohl wieder nur 16 Stufen Richtung Schlafzimmer. Auf dem Hintern, eine nach der anderen.

Damit dem imaginären Keks nichts passiert.

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Auf meinen Nadeln

Sechs Wochen ist es her, dass ich zuletzt geschrieben habe, was auf meinen Nadeln ist. Es kommt mir nicht so vor, die Zeit ist echt geflogen. Aber Ravelry sagt, dass zwischenzeitlich nicht nur der erbsengrüne Pullover aus der Wolle meiner Schwiegermutter fertig ist. Ich habe außerdem zwei Paar Sneakersocken gestrickt, zwei Sophie Schals, zwei Hühner, eine Babymütze, eine Maus und 4 Stuhlauflagen.

Das liest sich nach der einen oder anderen Woche.

Der Pullover ist längst weggepackt, die Sophie Schals liegen hier noch, weil ich mich lange nicht aufraffen konnte, sie zu spannen. Die beiden Hühner bekommen vielleicht einen eigenen Blogpost. Die Stuhlauflagen auch (note to self: “nehm di nix vör, dann sleit di nix fehl” …). Und die Socken freuen sich auf neue Besitzerinnen.

Zeit für Neues also!

Seit Anfang Mai stricke ich an einem Sommer-T-Shirt aus ‘Cotton Bamulino’ von Schachenmayr. Das Garn (aus Baumwolle, Bambus und Leinen) war schonmal verstrickt, ist aber zu schön, um es nach dem Ribbeln einfach liegenzulassen. Jetzt wird es deshalb ein Raglan von oben und damit der sicher passt, habe ich das Rippenmuster des Bündchens in der Schulterpartie fortgeführt.

Mittlerweile bin ich kurz davor die Ärmel abzuteilen … und leider ziemlich gelangweilt … Dünnes Garn, dünne Nadeln und viele rechte Maschen taugen bestenfalls zum Stricken am Abend vor dem Fernseher. Wenn sich das Fädchen nur nicht immer wieder teilen würde. Da ist es schon besser hinzugucken. Könnte deshalb sein, dass dieser Sommerpullover noch eine Weile auf meinen Nadeln bleibt.

Zur Zeit darf er im Projektbeutel mit in die U-Bahn, die aber meistens so voll ist, dass ich gar nicht stricken möchte. Deshalb die unschönen Falten im Gestrick.

Dann wäre da noch der Pullover aus GrannySquares. Körper mit Bündchen oben und unten ist mittlerweile fertig, den einen Ärmel habe ich angefangen. Bisher wird alles tatsächlich noch besser, als ich es mir vorgestellt habe, allerdings auch deutlich schwerer. Schwerer an Gewicht, denn kompliziert ist es nicht. Ich vermute, dass der fertige Pullover sich spätestens nach dem Waschen noch gewaltig recken wird und versuche das (während ich daran arbeite) vorauszusehen. Ob’s klappt? Keine Ahnung. Im Juni zeige ich hoffentlich deutlich mehr.

Dann liegt hier noch ein angefangenes Paar grüner Socken nach einer älteren REGIA-Anleitung, die neu aufgelegt wird. Es ist deshalb sowas wie ein Test-Strick, das heißt, ich kann und will gar nicht zeigen, was das Besondere daran sein wird. Aber einen Abnehmer gibt es schon, der sich wirklich darauf zu freuen scheint.

Die Farbe geht übrigens deutlich mehr in Richtung Flaschengrün, dunkel und warm, aber die Kamera weigert sich, das wiederzugeben.

Last but not least habe ich auch wieder Blumen gehäkelt. Je mehr ich davon mache, umso eher werde ich wissen, was es letztlich wird – davon bin ich überzeugt. Die Rundpasse eines Pullovers vielleicht. Mal sehen. Bis dahin inspirieren mich Farben und Kombinationen.

Das war’s! Ich bin gerade sehr zufrieden mit mir, dass ich alles noch im Mai aufgeschrieben habe. Der Juni kann kommen ☀️.

 

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Cottbus

Es gibt Städte, die gar nicht weit weg von Berlin liegen und doch sind wir in über 20 Jahren nie hingefahren. Nicht ein einziges Mal. Immer nur Berlin. Ab und an Potsdam. Sonst nichts. Schon verrückt! Ich erinnere nicht, je in Brandenburg gewesen zu sein, oder in Werder, in Oranienburg oder Jüterbog. Einmal in Frankfurt/Oder und einmal in Dessau. Das war’s.

Aber, wie heißt es so schön? Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und so haben wir im April die Gelegenheit genutzt und sind nach Cottbus gefahren, als der Teenager dort um die Ostdeutsche Meisterschaft gespielt hat. Zwei Spiele, eins morgens, das andere am späteren Nachmittag und zwischendurch Zeit für die Stadt. Das war die Idee.

Ich habe lange nichts mehr vom Teenager erzählt, denke ich gerade. Seit vergangenem Herbst ist er wieder näher an Berlin. Bremerhaven war tatsächlich weit – gar nicht mal wegen der Kilometer, sondern weil es keine Direktverbindung gibt. Also U-Bahn bis zum Berliner Bahnhof und dann umsteigen, erst in Hamburg, dann in Bremen. Mindestens 5 Stunden Reisezeit, eher sechs. Nichts, was man mal so am Wochenende fährt. Und wenn doch, dann nicht oft. Aber das ist ja nun Vergangenheit.

Mittlerweile lebt er in einer der von uns so lange missachteten Brandenburger Städte, keine zwei Stunden von Berlin entfernt und ist deshalb tatsächlich auch immer wieder. Um Freund:innen zu sehen, auszugehen, die Großstadt zu atmen und – natürlich – um Basketball zu spielen. Ihn wieder spielen zu sehen, ist echt ein Glück!

Aber zurück zu unserer Fahrt. Wir – der Mann und ich – sind also nach Cottbus gefahren. Begleitet hat uns die Gasttochter. Von der habe ich bisher noch gar nicht erzählt. Sie ist 15, lebst seit Anfang des Jahres bei uns, kommt aus einem anderen Land, geht für ein halbes Jahr in Berlin in die Schule und wird mir sicher fehlen, wenn sie im Sommer zurück nach Hause fährt. Ihre Eltern haben Ende 2023 eine Familie für sie gesucht und über viele Ecken habe ich davon erfahren. So kam sie zu uns.

In unserem Gästezimmer haben in den letzten Jahren immer wieder junge Frauen gewohnt, die in Berlin kein WG-Zimmer gefunden haben. Manchmal nur wenige Wochen, manchmal für einige Monate. Zuletzt, im vergangenen Sommer, eine belgische Studentin. Sie hatte ein Angebot, mit einem deutlich älteren Mann in WG zu wohnen, der allerdings uneingeschränkten Zugang zu ihrem Zimmer wollte, um sich dort, wann immer ihm danach war, aufzuhalten. Schließlich sei dort das Licht schöner als im Rest der Wohnung. Ist klar … Mag sein, dass sein Angebot aufrichtig war, glaube ich aber nicht. Also zog sie zu uns, bis sie nach wenigen Monaten eine eigene Wohnung fand.

Jede dieser jungen Frauen hatte ihre eigene Geschichte; jede war eine Zeitlang Teil unserer Familie; jede ist mir ans Herz gewachsen. Auch die Gasttochter habe ich wirklich gerne und doch ist dieses Mal alles anders. Sie ist mit ihren 15 Jahren deutlich jünger als die anderen, ich fühle mich ungleich mehr verantwortlich. Hinzu kommt, dass sie deutlich präsenter ist. Mal himmelhochjauchzend, dann wieder zu Tode betrübt, ein Wirbelwind, der uns mit großer Intensität an ihrem Leben teilhaben läßt. Hui!

Wer Töchter hat, wird das kennen – für uns ist es neu. Aber jetzt bin ich wieder vom Thema abgekommen. Vielleicht sollte ich über Cottbus einfach ein anderes Mal schreiben. Das wird nichts heute. Dabei war es wirklich schön dort. Das beeindruckende Staatstheater, ein großer Flohmarkt, dazu weltbester Kuchen im Theatercafé Schiller (große Empfehlung!), wunderschöne Strassenzüge (zugegeben, auch ein paar weniger schöne …), überall Grün und spät am Abend Pizza in der Trattoria Il Sardo, zu der auch ein Feinkostladen gehört (auch da solltet Ihr unbedingt mal hin, wenn Ihr in der Gegend seid!). Da meint man, Cottbus liegt in Italien 🇮🇹.

Bei allem haben die Jungs ihr Turnier übrigens nicht gewonnen, macht aber nichts. Sie haben sich dennoch für die Norddeutschen Meisterschaften qualifiziert und das ist alles, was zählt. Könnte also sein, dass ich demnächst von einem Ausflug nach Hamburg berichte …

 

Verlinkt zu Andreas Samstagsplausch.

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Ein Minijob

Feste Arbeitszeiten im Büro, Anwesenheitspflicht, das hatte ich zuletzt 2002. All die Jahre danach war es an mir, zu entscheiden, wann ich ins Büro fahre und ob überhaupt. Für mich perfekt – und doch hat diese Form der Freiheit auch eine Kehrseite: ständige Erreichbarkeit, in Konsequenz (unbezahlte) Überstunden, (dank home office auch deutlich mehr Care-Arbeit an der Backe als vorher, aber das ist ein anderes Thema) und leider, leider immer alleine.

Insbesondere letzteres macht mir mit jedem Jahr, das vergeht, mehr zu schaffen. Kein schneller Schwatz am Kopierer, niemand, der spontan mitjubelt, wenn was geklappt hat oder mit den Augen rollt, wenn der Chef nervt. Ich telefoniere vergleichsweise viel, bin immer wieder auch in Videokonferenzen, aber Kolleg:innen vor Ort ersetzt das nicht. Nicht für mich.

Deshalb habe ich mich vergangenen September beworben. Auf eine Stelle in einem Bildungs- und Beratungszentrum, das sich mit dem befasst, was mir so sehr am Herzen liegt: Gleichberechtigung! Beratung und (Fort)Bildung für Frauen. Das Ganze in einem Team aus souveränen, schlauen, engagierten Frauen. Zwei Gespräche haben wir geführt: das erste war sehr gut, das zweite noch besser. Alles wunderbar. Ich hätte es machen können, hätte nur springen müssen.

Anwesenheitspflicht morgens um 8 Uhr … Was soll ich sagen, ich habe mich selber überrascht und abgesagt. Meine Freiheit, die Unabhängigkeit zu tun, was und wann ich es für richtig halte – plötzlich schien genau das wichtiger, als alles andere. Wichtiger noch als Kolleg:innen. Hätte ich nie gedacht, war aber so.

Also ging alles weiter wie die Jahre davor: der Eßtisch als Schreibtisch und niemand da außer mir. Und zunehmend wieder der Wunsch nicht alleine arbeiten zu wollen … So vertrackt!

Bis ich vor wenigen Wochen online eher zufällig die Ausschreibung für einen Minijob gesehen und sofort gezuckt habe. Wieder Frauen – aber anders. Wieder ein Lieblingsthema – aber anders.

Und ja, ein Minijob … Ich will es mal so formulieren: damit wird man nicht reich. Trotzdem habe ich mich beworben. Eine abgeschlossene Ausbildung, ein abgeschlossenes geisteswissenschaftliches Studium, viele Jahre Berufserfahrung, ein Lebenslauf über drei Seiten. Nichts davon habe ich in meine Bewerbung geschrieben, denn nichts davon war für die ausgeschriebene Stelle relevant.

Die Einladung zum Gespräch kam dennoch und unser Kennenlernen wenige Tage danach war wunderbar. Es lief einfach. Besser kann ich es nicht beschreiben. Es geht eben nichts über engagierte, souveräne Frauen und zwei solche saßen mir gegenüber.

Die Jobzusage im Anschluß habe ich gefeiert : )

Bald also drei Tage die Woche im home office und an zwei Tagen der Minijob mit anderen Menschen in wunderbarem Umfeld. Volle Tage, aber das schreckt mich nicht. Los geht’s im Mai. Macht mich nervös, aber ein gutes nervös.

Ich Glückskind!

 

Verlinkt zu Andrea

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Auf meinen Nadeln

Früher habe ich jeden Monat über das gebloggt, was auf meinen Nadeln ist. In erster Linie für mich, um mich zu motivieren, Projekte nicht nur anzufangen, sondern auch zeitnah (sehr dehnbarer Begriff) zu vollenden. Das war so semi-erfolgreich … Manches lag hier trotzdem über Jahre, um am Ende geribbelt zu werden. Anderes wurde zwar fertig, aber getragen habe ich es nie.

Danach (oder deshalb?) kam dann eine ‘monogame’ Phase, also nie mehr als ein Projekt auf den Nadeln, und damit wurde der monatliche Blogpost irgendwie obsolet. Wenn nur ein Projekt auf den Nadeln ist, kann man auch nur über ein Projekt schreiben.

Dann kam (m)eine Socken-Welle: Schnell gestrickt, schöne Projekte für unterwegs und mit jedem fertigen Paar ein Erfolgserlebnis. Bald habe ich das Haus nicht mehr ohne Sockenwolle und 2er Nadeln verlassen. Nur geschrieben habe ich auch darüber nicht. Bestenfalls ein Bild auf Instagram. Mehr nicht. Weil Socken dann eben doch ‘nur’ Socken sind und ja, weil ich einfach gar nicht mehr geschrieben habe.

Mein ewiges Thema: was mache ich hier eigentlich? Warum schreibe ich, über was und für wen?

Vielleicht finde ich es raus, wenn ich einfach wieder öfter blogge. Zum Beispiel über das, was auf meinen Nadeln ist. Nadelgeplapper nennt Andrea das und erzählt – mehr oder weniger konsequent – einmal im Monat, woran sie gerade arbeitet. Das könnte ich doch auch. Deshalb jetzt und hier:

Wie besessen habe ich in den letzten Tagen am Simple Summer Top Down V-Neck Pullover gestrickt. Die Wolle (nichts dolles: 80% Schurwolle, 20% Polyamid) hat meine Schwiegermutter hinterlassen. Damit zu stricken gibt mir das Gefühl zu vollenden, was sie machen wollte und gleichzeitig irgendwie auch Abschied zu nehmen. Wir hatten keinen guten Start, die Schwiegermutter und ich, aber igendwann haben wir es hinbekommen. Irgendwann wurde es gut. Mit ihrer Wolle zu stricken, fühlt sich richtig an.

Der Pullover wird tatsächlich richtig schön, das Maschenbild ist perfekt; allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass das Garn viel aushalten wird. Mal sehen.

Weil ich nicht sicher war, ob die Wolle reichen würde, habe ich erst die Ärmel und den Halsausschnitt gestrickt, jetzt fehlt nur noch der restliche Körper. Der fertige Pullover ist dann ziemlich weit und ziemlich schwer. Wahrscheinlich mache ich ihn deshalb nicht viel länger als bis zum Gürtel. Damit er in Form bleibt. Es täte mir leid, wenn er leiert.

Der arme Kerl wird, wenn er in absehbarer Zeit fertig ist, sowieso erstmal für Monate in eine Plastiktüte müssen. Frühlingsfarbe hin oder her – für einen mit 5er Nadeln gestrickten Pullover ist es (hoffentlich!) erstmal zu warm draußen.

Projekt N° 2 auf meinen Nadeln (genau genommen auf nur einer Nadel) ist auch ein Pullover. Ich habe keine Anleitung, nur Bilder im Kopf: gehäkelte Granny Squares für den Körper; Kragen, Ärmel und Bündchen möchte ich anstricken. Noch sieht man das nicht, es könnte genauso gut eine Decke werden …

Auch dieser Pullover wird weit, fast wie ein Poncho und ich hoffe, dass das Garn – REGIA Premium Silk in weiß und Alpaca Soft in rosé – nach dem Waschen und Spannen weich fällt. Dann wird man zwar durch die blumigen Granny Squares hindurch sehen können wenn ich mich bewege, aber es wird kein durchsichtiger Pullover.

Die Haptik ist jetzt schon sehr schön und ich freue mich auf das Ergebnis. Die Farben sehen aus wie die der Zierkirsche, die früher unseren Garten dominiert hat und nun Jahr um Jahr kleiner wird. Leider! Der Teenager hat eine neue gepflanzt, aber bis die auch nur ansatzweise so groß ist, wird noch lange dauern. Beide, der große und der kleine Baum, blühen gerade und der Wind trägt die kleinen rosa Blätter durch den Garten. Das habe ich so gerne!

Das war’s. Mehr ist nicht auf meinen Nadeln. Abgesehen von (gefühlt) unendlichen Häkelblumen, die noch auf eine Aufgabe warten. Vielleicht findet sich die bis nächsten Monat, wenn ich wieder über das schreibe, was auf meinen Nadeln ist. Vorgenommen habe ich es mir …