Norwegische Pulswärmer

Pulswärmer gehören eigentlich nicht zum Sommer, ich weiß. Aber diese hier möchte ich Euch dennoch unbedingt zeigen.

Pulswärmer HäkelmonsterMeine Chefin und ihre Familie haben die Sommerferien in Norwegen verbracht. Sie hat dort vor Jahren studiert und damals wohl auch gestrickt. „Norweger/innen kommen mit Stricknadeln in der Hand auf die Welt“ meinte sie, als wir uns letzte Woche in Berlin gesehen haben. Und irgendwie habe sie das damals angesteckt.

Nun sei es zwar wie „wie Eulen nach Athen zu bringen“ mir etwas Gestricktes zu schenken, aber diesen Pulswärmern habe sie nicht widerstehen können.

Ich kann nur sagen: VOLLTREFFER!

Sind die nicht schön?! Ich bin total begeistert. Sie sind aus Merinowolle und Seide mit „fühlbarem“ Muster. Das sieht nicht nur so aus – diese kleinen dunkelroten Dreiecke sind tatsächlich irgendwie erhaben. Ich wüßte zu gerne, wie das geht.

Pulswärmer HäkelmonsterUnd dann das hellblaue Innenleben! Irre, oder? Viel zu schade um es nicht zu zeigen, aber es ist wohl wirklich nur für innen gedacht. Denn würde ich die Pulswärmer wenden käme die Naht nach außen und so kann es nicht gemeint sein.

Wunderbarer Luxus, warm und weich – ich freue mich drauf die irgendwann zu tragen (wobei ich von Vorfreude auf kältere Tage noch weit entfernt bin …)!

Juli

Seit vier Jahren sitze ich am gleichen Schreibtisch: Erdgeschoß, Nordseite, bodentiefe Fenster. Davor steht der Schreibtisch. Die Konsequenz? Im Winter ist es abartig kalt – im Sommer genauso. Offensichtlich hat das auch Auswirkungen auf mein Hirn … Zumindest bin ich genau eben erst drauf gekommen den Hausmeister zu bitten mit anzufassen und den Schreibtisch so weit von der Terrassentür zu tragen, dass die nicht nur zur Hälfte (wie bisher) sondern ganz aufgeht. Und plötzlich ist alles anders. Warme Luft kommt ins Zimmer. Yeah! Mag sein, dass ich im Laufe des Tages sogar die Strickjacke ausziehen kann.

Juli!! – Sommer!! Das wurde auch Zeit. Und bisher ist mein „Strick-Elan“ (gibt es das Wort?) ungebrochen. Auch wenn es vielleicht nicht schlau war ausgerechnet Mohair für mein Sommer-Projekt auszusuchen. Aber darüber will ich jetzt noch gar nicht nachdenken. Damit fange ich eh erst im August an.

Denn im Juli werde ich DIMASQ stricken. Sophia hat dieses unglaublich schöne Tuch entworfen und Euch im Juni schon in ihrem Blog gezeigt. Das habt Ihr gesehen, oder? Ich darf es probestricken. Nur weiß ich noch nicht genau wie. Die Idee, die ich hatte, will nicht funktionieren. Doubleface oder steeking sind die Alternativen. Mal sehen. Bilder gibt es deshalb leider noch nicht.

Statt dessen ein Juni-Bild: mein Tuch aus Wollresten ist fertig und hat tatsächlich Potential zum Lieblingstuch. Immerhin ist es das erste Tuch, das ich nach Fertigstellung nicht gleich verschenkt habe. Jede Farbe erinnert mich an Dinge, die ich gestrickt habe: Der Poncho für die Freundin, der Schal für die Chefin, die Pulswärmer für Jessica, der Quicksilver für eine andere Freundin – ich mag das sehr. Wollreste HäkelmonsterWer es nachstricken möchte: Drei Maschen anschlagen und dann in jeder zweiten Reihe, immer am Reihenbeginn die erste Masche stricken und aus dem (verschränkten) Querfaden eine Masche aufnehmen. Mein Tuch habe ich kraus-rechts gestrickt und jede Farbe so lang der Faden reicht. Die Woll-Qualitäten waren dabei ähnlich, wenn auch nicht gleich: Lama, Seide und (bißchen) Kaschmir. Ein Schmusetuch sagt der Sohn, der es sich geschnappt hat noch ehe die Fäden vernäht waren.

Am Freitag gibt es Zeugnisse, ab Montag ist er in Ferien mit seinem besten Freund. Aber nachdem der Mann zwei Söhne hat, die seit zwei Wochen (und noch weitere fünf) bei uns sind, wird es sicher nicht langweilig.

Schafwolle

Vor ein paar Wochen war ein „Kreativmarkt“ hier im Kiez in der Alten Dorfschule (Ja, sowas gibt es auch in der Großstadt Berlin). Ich bin eigentlich nur aus Neugierde hingegangen, erwartet habe ich nicht viel und wie so oft erlebt man genau dann die besten Überraschungen! Ich habe tatsächlich zum ersten Mal zugeguckt wie Wolle gesponnen wird, um es dann auch mal zu versuchen.

Kurz: das ist viel komplizierter als ich dachte. Die Koordination von Fuß und Hand, Hand und Hand – also immer drei verschiedene Dinge gleichzeitig tun – treten, halten, zupfen – ist nicht einfach und doch hat es mich irgendwie gepackt. Hätte ich nicht erst Ende Dezember Geburtstag, stünde das Spinnrad schon auf dem Wunschzettel. Ist aber vielleicht ganz gut so. Jetzt kann ich den Wunsch reifen lassen … Vielleicht finde ich in der Zwischenzeit einen Kurs an dem ich teilnehmen kann und vielleicht reizt es mich dann ja auch gar nicht mehr, wenn ich gelernt habe wie es geht. Vielleicht … Schafwolle häkelmonster Für den Moment habe ich erst mal knapp 150 gr. Schafwolle gekauft. Wolle, von der ich weiß, wer sie gesponnen hat – irre! Gesponnen, aber nicht gezwirnt (glaubt mir, da lernt man ganz neue Vokabeln. Hoffentlich habe ich das jetzt richtig). Und aus dem Strang ist schon ein Knäuel geworden. Schafwolle häkelmonsterDas liegt jetzt hier und riecht nach Schaf, fasst sich auch so an. Wahrscheinlich wird es eine kleine Kinderweste und bis die fertig ist, erinnert mich dieses Knäuel an einen schönen Vormittag, an das Spinnrad und an die Frau, die soviel über das Spinnen wußte. (Und sie wohnt keine 2km von mir entfernt … Ja, ich denke, das wird was mit einem Kurs …).

Wolle

Erst Super Sale bei Drops im Monat Mai, dann Regia bei Real (bei Real!) … Mal ehrlich – was sollte ich denn machen?! IMG_6610Aus Cotton Merino werde ich Wendy Johnson’s Leftover Cowl stricken. Das möchte ich schon lange. Nicht jetzt. Irgendwann. Im Winter vorm Kamin vielleicht … Mit dem Wollkauf bin ich diesem Wunsch auf jeden Fall ein bißchen näher gekommen.Cowl021914_smallUnd die Sockenwolle? Keine Ahnung. Aber bei 3,50€/Knäuel mussten die mit. Ich liebäugel ja immer noch mit der Decke „Heart Blanket“ aus dem Noro Knitting Magazine (Herbst 2014). Als Babydecke wäre die klasse. Regia HäkelmonsterIMG_5790_mediumOder es werden tatsächlich viele schöne Socken – davon kann man eh nie genug haben und nachdem der Sohn erst 10 ist werden seine Füße wohl noch eine Weile wachsen. Macht Ihr das auch? Wolle kaufen, die Ihr nicht braucht, nur weil sie im Angebot ist? Seufz …

Juni

Und schon ist er vorbei der Wonnemonat! Zack! Juni … Wobei, mit Wonne war da nicht viel in Berlin in den letzten Tagen – zumindest nicht was das Wetter anbelangt. Für die Jahreszeit deutlich zu kühl für meinen Geschmack. Aber fürs Stricken war es toll. Ich bin ganz verblüfft wenn ich mir ansehe was ich geschafft habe.

Der Poncho ist tatsächlich fertig geworden und die wunderbare Freundin-Trauzeugin-Patentante die ihn zum Geburtstag bekommen hat, hat sich gefreut. Das schwarze Lace-Tuch ist dank der neuen Nadeln und dem Zuspruch toller Bloggerinnen ein gutes Stück länger geworden und das grüne Tuch ist tatsächlich auch fertig. Juchhu!

Ich habe einen Babysack gestrickt, an der Häkeldecke gearbeitet, mir Mützen ausgedacht und ein neues Tuch angefangen. Daran sitze ich im Moment am liebsten – es ist noch relativ frisch auf meinen Nadeln, aber ich sehe gerne wie es wächst. Rosé, grau und wollweiß sind Quicksilver-Reste. Das helle Braun ist was ich noch von Jessicas Glitzerwolle Schöneberg hatte, das Violett ist ein Poncho-Rest und das grün-türkis in identischer Qualität ist Überbleibsel eines Tuchs, das ich letztes Jahr für meine Chefin gestrickt habe. In dem Violett ist übrigens auch türkis – ob man das sehen kann auf dem Bild?

Tuch Wollreste HäkelmonsterWas mich aber am meisten verblüfft hat: offensichtlich passen diese Reste nicht nur hinsichtlich der Garnqualität zusammen – auch was mein „Farbschema“ anbelangt, bleibe ich mir treu. Jede Farbe passt zur anderen. Schön sieht das aus, ich bin richtig froh damit.

Alle andere Juni-Projekte sind vorerst unsichtbar, soll heißen es gibt sie (noch) nicht. Ich möchte zur Abwechslung mal wieder häkeln und denke über die eine oder andere Idee nach. Ein Tuch, eine Decke, vielleicht Beides, mal sehen. Vorerst häkel ich kleine Muster, ribbel sie wieder auf und denke neu.

Und wenn ich zu allem kene Lust mehr habe, gehe ich den Garten. Unkraut jäten, verblühte Rhododendronblüten abschneiden oder Rasen mähen. Meistens liegt da dann schon einer 🙂 – wenn er nicht Trampolin springt.

IMG_6551Ab heute soll Sommer sein sagen die Wetterfrösche. Ich möchte das nur zu gerne glauben!