Poncho, Teil II (und Ende …)

Die gute Nachricht: bis gestern Abend war ich total im Zeitplan und der Poncho wuchs wie geplant. Die schlechte: das war trotzdem nichts. Freundin, Wolle, Poncho – das passte einfach nicht zusammen. Also habe ich letzte Nacht 21 cm wieder aufgeribbelt …

Cachmerino HäkelmonsterEine Woche stricken in jeder freien Minute: schon vor dem Frühstück und abends viel zu lange (und entsprechend wenig geschlafen). Ewig lange Reihen, 360 Maschen rechts oder (schlimmer?) 360 Maschen links. Nee, nichts für mich. Da ist dann auch nicht mehr viel mit „Liebe in jeder Masche“, eher Groll. Und das hat sie nicht verdient, die Freundin.

Also neu! 18 Tage habe ich ja noch. Bei allem ärgere ich mich über mich selber. Spätestens an Tag 2 wusste ich, dass dass das nichts wird, dass das Bauchgefühl nicht stimmt. Und doch habe ich weitergestrickt. Ich dachte, das wird noch. Wurde es aber nicht.

Sonntag hat der Mann Geburtstag: 17 Gäste haben zugesagt, die zusammen 14 Kinder mitbringen. Keines älter als 12. Draußen 6°C und Regen. Drinnen Mittagessen, Kaffee, Kuchen.

Stricken ist also erstmal „on hold“ – Montag wieder. Bis dahin weiß ich dann hoffentlich auch was

Ein Poncho aus Cashmerino

Gestern habe ich angefangen einen Poncho für eine meiner ältesten und allertollsten Freundinnen zu stricken. Ihr Geburtstag ist Mitte März. Wie knapp das alles ist, ist mir dann erst vor dem Einschlafen aufgefallen (wann auch sonst?) und seither rechne ich.

Eine Anleitung habe ich nicht, nur eine Idee.

Die Wolle mit der ich stricke ist Cashmerino – 50% Kaschmir und 50% Merino. Super weich, super schön. Die Farbe ist nicht braun und nicht grün sondern irgendwo dazwischen. Außerdem kleine Tweed-Sprenkel, die ins rötliche gehen. Farbe und Wolle sollen wirken, deshalb habe ich mich entschieden glatt rechts zu stricken. Kein Muster. Stattdessen Hinreihen rechts, Rückreihen links. Zugegeben, das ist nicht sehr aufregend, aber ich denke, das Ergebnis wird perfekt.

Die Nadeln sind Stärke 3. Karbonz von KnitPro, nachdem Marisa da so von geschwärmt hat. Die sind auch toll: leicht, stabil und erstaunlich warm finde ich. Ein kleines „aber“ gibt es dennoch schon: die coolen Spitzen sind kurz und der Rest der Nadeln ist dunkel … Das heißt, dass ich bei Lampenlicht nichts mehr sehe. Oder wenig. Der vergleichsweise dunkle Faden, die dunkle Nadel – das geht einfach nicht mehr so gut wie früher. Aber die Tage werden ja wieder länger … Und vielleicht muss ich mich auch nur gewöhnen.

Poncho Cashmerino HäkelmonsterIch habe 360 Maschen angeschlagen. In Worten: dreihundertsechzig Maschen und dünne 3er Nadeln … (Sie ist wirklich eine sehr gute Freundin, sonst würde ich das nicht machen).

Vier Reihen sind 1 cm. Der erste Zentimeter ist schon fertig. Mehr nicht.

57 cm brauche ich.

Ich habe noch 15 Tage im Februar und 10 Tage im März. Dann bleiben mir drei Tage zum Spannen und Trocknen.

57 cm x 4 Reihen : 25 Tage = ungefähr 9 Reihen am Tag (3.150 Maschen), für die ich geschätzt eine Stunde brauche.

Das schaffe ich, oder? Vorausgesetzt, ich schlafe wieder. Aber jetzt, wo ich das einmal durchgerechnet habe …

Nachtrag: Eine Reihe in sieben Minuten war übrigens Wunschdenken. Neun brauche ich mindestens wenns schön werden soll.

Regia Sockenwolle von Arne & Carlos, Teil 2

Die Socken sind fertig. Ehrlich gesagt sind sie das schon seit ein paar Tagen, aber ich bin nicht dazu gekommen zu bloggen. Es war einfach zu viel los. Auch wenn der Sohn nicht müde wird zu versichern, dass wir (wer ist „wir“??) doch eigentlich Ferien hatten … Klar: wir! … 13 Wochen Schulferien im Jahr, gefühlt sogar noch mehr und beide Eltern berufstätig. Ich bin ja froh, dass wir Arbeit haben, ich mecker auch nicht, aber Schulferien sind jedes Mal wieder ein Kraftakt.

Montag kam Julius mit ins Büro (total entspanntes Arbeiten, effizient, konzentriert …), Dienstag war er bei einem Freund, Mittwoch musste ich für den Chef zum Flughafen fahren und habe ihn mitgenommen (das Kind, nicht den Chef), Donnerstag habe ich von zu Hause aus gearbeitet und Freitag war er wieder mit im Büro und hat Hausaufgaben gemacht. Kennt Ihr, oder? Wie macht Ihr das? In der Grundschule gab es noch den Hort, jetzt nicht mehr. Und leider nicht mal Training in den Ferien. Also improvisieren wir: carpe diem – anders geht es eh nicht.

Egal. Zurück zur Wolle. Heute ist also wieder Alltag und ich kann wieder bloggen.

Sockenwolle Regia häkelmonsterSockenwolle von Regia ist toll, aber das wissen wir alle glaube ich. Die strickt sich super, die Farben sind schön, die Lauflänge ist gigantisch, die Qualität ganz wunderbar – meine Lieblingssockenwolle unter all den Garnen, die man „von der Stange“ kaufen kann. Und nun also ein erster Test mit der Design Line Arne & Carlos.

Ganz ehrlich – ich weiß nicht, ob ich genau dieses Knäuel in rosa/blau gekauft hätte (meine Favoriten sind summer night und winter night), aber die Farbverläufe halten was sie versprechen: es sieht tatsächlich (fast) so aus wie Norwegermuster: schöne schmale Streifen, viel Abwechslung, entsprechend wenig Wiederholungen bei einem Sock. Das gefällt mir sehr gut.

Sockenwolle Regia HäkelmonsterWie Ihr wisst habe ich mit der Ferse experimentiert und sie nach der Fish Lips Kiss Anleitung gestrickt. Da gibt es keine Zu- oder Abnahmen, nur verkürzte Reihen, so dass die Musterreihen der Socken nicht beeinträchtigt werden. Das macht einfach das Gesamtbild schöner (finde ich) und hat mir auch sehr gut gefallen.

Diese Art der Ferse ist der Boomerang-Ferse wohl nicht unähnlich. Sie strickt sich gut, ist auch einfach, aber wenn ich wählen kann, finde ich trotz allem daß die klassische Ferse (die mit Fersenwand und Käppchen) mehr Halt gibt. Oder wenigstens das Gefühl von mehr Halt.

Also werde ich aus dem Rest des Knäuels (die Lauflänge ist echt sagenhaft!) noch ein zweites Paar stricken, vielleicht mit einfarbig rosa oder blauen Fersen. Das ist dann Perfektion. Socken-Perfektion sozusagen.

© Schachenmayr

Kurz: tolle Wolle! Kauft sie wenn Ihr sie irgendwo noch findet. Denn zumindest für den Moment (hoffentlich nicht für immer) gibt es wohl nur noch Restbestände.

Zum guten Schluß noch die Fakten:

75% Schurwolle (superwash) / 25% Polyamid

Ll 100gr. = ca. 420m
Nadelstärke 2-3
100g sind ausreichend für ein Paar Socken bis ca. Gr. 44 (für Socken in Gr. 38, gestrickt mit 2er Nadeln habe ich genau 52 gr. verbraucht)

Und falls Ihr glaubt die neon-gelben Socken oben auf dem Bild wären so neon, wie neon sein kann – guckt Euch die hier mal an. Wow, oder?!

Traummann-Verlosung

Wie angekündigt habe ich heute morgen das Los für den „einfach gestrickten Traummann“ gezogen. Gewonnen hat — hier kommt jetzt (wie immer bei Verlosungen) der virtuelle Trommelwirbel — die Autorin des siebten Kommentars.

Bildschirmfoto 2015-02-09 um 15.34.36Ich bin gespannt auf Deinen zweiten Traummann und hoffe danach auf ein Bild der Teegesellschaft 🙂

Und schreib mir bitte Deine Adresse per Mail, damit ich Dir das Buch möglichst bald schicken kann.

Glückwunsch an Dich und Dank an alle anderen, die mitgemacht haben!!

Regia Sockenwolle von Arne & Carlos, Teil 1

Vergangenen Freitag war Wolle in der Post: 2 Knäuel Regia Sockenwolle, Design Line Arne & Carlos. 4fädig und in zwei verschiedenen Farben.

Arne & Carlos HäkelmonsterArne und Carlos waren im Dezember bei DaWanda in Berlin und eben erst fällt mir auf, dass ich da gar nicht drüber gebloggt habe. Ooops … Dabei wollte ich das doch, weil dieser Nachmittag so besonders nett war.

Zwischenzeitlich hat Jessica von schoenstricken drüber geschrieben und Marisa in ihrem NetzgeflüsterKatharina (ihr Blog ist woollenaffairs) war extra aus Dänemark da und Lou hat im Anschluß einen sehr schönen kleinen Film über den Besuch der Strikkedukker auf die Dawanda-Seite gestellt. Ist also alles schon gesagt. Was soll ich da noch schreiben!?

Arne & Carlos Häkelmonster
Teddy aus Sockenwolle – sogar hier funktioniert das mit dem Muster

Arne und Carlos haben uns an diesem Nachmittag gezeigt wie man Kugeln strickt, aber noch mehr beeindruckt hat mich wie nett und unkompliziert die Beiden sind. Die strickten so vor sich hin, erzählten, erklärten mit einer Engelsgeduld, ließen sich photographieren, setzten sich immer mal wieder woanders hin und wirkten zumindest so, als ob sie mindestens so viel Spaß an diesem Nachmittag hätten wie alle anderen auch. Sehr schön alles.

Wie dem auch sei – nun kamen also zwei Knäuel der von ihnen mit Regia designten Wolle und dazu die Erklärung, dass der Farbverlauf beim Sockenstricken wie durch Zauberhand ein Norwegermuster entstehen lassen würde. Ganz von alleine. Dabei soll es sogar egal sein, wie dick oder dünn die jeweiligen Beine der Sockenträger sind. Klar, dass ich das sofort ausprobieren wollte.

Also habe ich erst mal in den Büchern, die ich habe und im Internet nach einer Anleitung gesucht, die einem an der Ferse nicht sofort das Muster „verhaut.“ Denn in letzter Zeit habe ich da eher gemogelt und bei Wolle mit Farbverlauf die Ferse und manchmal auch die Spitze in einfarbiger Wolle (gleicher Qualität) gestrickt. Aber das wollte ich dieses Mal nicht.

Socken HäkelmonsterGefunden habe ich schließlich die Fish Lips Kiss Ferse von Sox Therapist. Schon der Name ist unglaublich oder? Und genau die wollte ich also haben. Nur wird sie seit Januar nicht mehr nach Europa verkauft … Kennt Ihr das? Etwas sehen und nicht haben können? Das ist ja gar nichts für mich. Jetzt wollte ich die Fersen-Anleitung erst Recht. Und zwar sofort! Aber wie?

Also habe ich gestern Nacht eine amerikanische Bloggerin angeschrieben mit der ich immer mal Mails oder Wolle oder Strickmagazine tausche und siehe da – sie hat nicht nur Minuten später geantwortet (es lebe die Zeitverschiebung!), die Designerin der FLK heels (so werden sie bei Kennern abgekürzt, wie ich inzwischen gelernt habe) strickt mit ihr zusammen (!) in einer immer mittwochs stattfindenden Strickrunde. Verrückt, oder? Die Welt ist so klein! Nun geht mein Wunsch nach der Anleitung also an die Designerin direkt. Ich bin sehr gespannt wie das weitergeht!

Klar, dass ich auf ein happy-end hoffe. Und um Euch wenigstens etwas vom Farbverlauf zeigen zu können, habe ich schonmal einen Sock für mein iPhone3 gestrickt. Das braucht keine Ferse. Bisher war das MobTel immer ohne alles in der Jackentasche, aber vielleicht gewöhne ich mich ja an die neue Hülle. Kalt genug ist es draußen und die Muster sehen tatsächlich nach Norwegermuster aus.

Arne & Carlos HäkelmonsterUnd wenn ich die Anleitung habe, stricke ich Socken. Sollte in der Zwischenzeit jemand einen Link zu einer einfachen Babyjacke (am liebsten Raglan) für mich haben wäre ich dankbar.