Es gibt nicht viele Tiere, zu denen ich ein so gespaltenes Verhältnis habe, wie zu Ameisen. Ich hasse es, wenn sie mir im Garten in die Gummistiefel krabbeln. Es tut weh, wenn sie beißen. Aber eigentlich mag ich sie. Vor allen Dingen die kleinen braunen Arbeiterinnen – das „Rückgrat“ des Ameisenstaates. Jägerinnen, Sammlerinnen, Wächterinnen. Sie bauen Nester, pflegen die Brut und verwöhnen die Königin.
Unermüdlich im Einsatz. Furchtlose Amazonen.
Die Männchen machen nichts davon. Weder pflegen, noch sammeln, noch bauen. Sie verteidigen nicht mal das Nest. Ihre einzige Aufgabe ist die Befruchtung der Königin. Wenn die Zeit gekommen ist, verlassen sie gemeinsam mit den jungen Königinnen das Nest zum Hochzeitsflug. Dann haben sie sogar Flügel.
Das konnte ich mir vergangene Woche ansehen. Nur leider nicht im Garten, sondern in unserem Haus. Dort hatten sich Ameisen – unbemerkt von uns – in einem Zimmer unter den Holzdielen ein Nest gebaut.
Die ersten fielen mir beim Staubsaugen auf. Wenige Tage danach waren es auffällig viele auf der Fensterbank. Wir liessen das Fenster offen und dachten, es würde schon werden. Schließlich gab es nichts zu essen in dem von ihnen gewählten Zimmer. Es wurde aber nicht besser. Im Gegenteil. Es wurde immer schlimmer.
In der Not haben wir doppelseitiges Klebeband entlang der Fußleisten geklebt, um zu sehen, von wo sie kommen. Denn Ameisenstrassen gab es nicht. Sie waren einfach überall.
Über Nacht war einer der Klebestreifen schwarz.
Daraufhin kam der Kammerjäger. Er hat einen Duft versprüht, den sie nicht mögen. Außen an der Hauswand, damit sie nicht mehr ins Haus kommen und innen, damit die, die da sind, gehen. Er meint, das würde 16 Wochen halten. Er meinte auch, dass wir das nicht riechen.
Vielleicht bin ich eine Ameise. Ich rieche es. Trotzdem werde ich nicht ausziehen. Aber ich wünsche mir, dass die Ameisen sich jetzt ein anderes Zuhause suchen.
Sollten sie dennoch bleiben, hat der Kammerjäger uns Gift dagelassen. Eine Spezialmischung mit Honig, aufgezogen in einer Spritze. Hoffentlich brauchen wir die nicht.
Verlinkt zum Samstagsplausch

Zimt soll sie vertreiben…
LG, Tina
Da bräuchte ich ziemlich viel Zimt, denke ich …
Oh je! Hoffentlich zeihen die kleinen Tierchen aus, ohne dass du zur Giftspritze greifen musst.
Wir hatten mal Ameisenflug (carpenter ants) in Kanada. Zum Glück sind sie nach draussen geschlüft und nicht ins Haus. Zwei Stunden später war der Spuk vorbei.
Liebe Grüsse von Regula
Das hoffe ich auch.
Ameisen haben bei mir auf der Terrasse irgendwo einen Staat, vielleicht auch drei. Keine Ahnung. Manchmal verirren sie sich in unser Zuhause. Da mag ich sie gar nicht. Draußen sollen sie schalten und walten. Immerhin haben sie ja auch eine Daseinsberechtigung, auch wenn sie die Blattläuse pflegen und melken. Ich hoffe auch, dass du das Gift nicht in Gebrauch bringen musst.
Liebe Grüße an das andere Ende der Stadt
Andrea
Grüße quer durch die Stadt zurück
Ja, im Haus sollen die Ameisen hier auch nicht sein. Letztens waren viele an der schwarzen Mülltonne, was kein Wunder ist, bei den Temperaturen und 4 Wochen zw den Terminen zur Leerung und davon kamen leider auch welche ins Haus. Also habe ich die Duftstraße mal gleich mit Parfum und Desinfektionsspray unterbrochen, bevor sie noch richtig entstehen konnte. Und da es Pharao Ameisen waren, auch eine Köderbox vom Experten aufgestellt.
Noch mal gut gegangen.
Drücke Euch die Daumen!
Liebe Grüße
Nina
Pharao-Ameisen?! Na, dann doch lieber Waldameisen!
Hoffentlich bist Du sie zwischenzeitlich los!