Anfänglich hatten der Mann und ich zwei Konten bei der Bank: er eins und ich eins. Wenig später zog er in mein Konto um. Es war einfach praktischer. Und weil er ein Mann ist, setzte ihn die Bank an erste Stelle. Mann zuerst, Frau danach. Wahrscheinlich, weil es immer so war. Fortan stand bei jeder Überweisung also erst sein Name, dann meiner. Ich würde lügen, würde ich behaupten, es war mir egal (war es nicht!), aber nachdem an dem Konto ein Hauskredit hing, lernte ich, damit zu leben.
Bis vergangenen Oktober.
Davor genügte es, die richtige IBAN anzugeben, denn Banken waren grundsätzlich nicht verpflichtet, zu prüfen, ob der Name der Empfängerin tatsächlich zu diesem Konto gehört.
Seit dem 9. Oktober 2025 gilt im Euroraum jedoch die sogenannte Verification of Payee (VoP), auf deutsch Empfängerüberprüfung. Seither müssen Vor- und Nachname eingegeben werden, wie sie im Personalausweis stehen. Sonst kommt es bei Überweisungen zu einer Warnmeldung.
Für den Absendernamen besteht die Pflicht zur vollständigen Namensangabe jedoch nicht. Und doch läßt sich unsere Bank nicht davon abbringen auch als Absender anzugeben, was im Personalausweis steht.
Ist doch normal, denkt jetzt vielleicht die eine oder andere. Ich würde ihr sogar Recht geben, wären meinem Mann von seinen Eltern nicht fünf Vornamen mitgegeben worden. Fünf Vornamen, die zusammen (Leerzeichen eingeschlossen) 42 Zeichen haben. Dazu kommen weitere 17 Zeichen für den Nachnamen. Allerdings sind schon die Vornamen fast ebenso lang wie das, was das Überweisungsformat abbilden kann. Das heißt, wenn ich eine Überweisung mache, stehen als Absender die fünf Vornamen meines Mannes und die ersten Buchstaben seines Nachnamens (der nicht meiner ist).
Und abgesehen davon, dass ich massive Schwierigkeiten damit habe, wenn der Mann (nichts gegen ihn) als Absender unter Überweisungen steht, die ich veranlasst habe, kann auch kein Handwerker, keine Steuerberaterin und auch sonst niemand problemlos eine Überweisung zuordnen, unter der fünf Vornamen und der Anfang eines Nachnamens stehen.
Ich habe „nur“ drei Vornamen: einen Rufnamen, dann den Vornamen meiner Großmutter, den auch meine Mutter hat (hätte ich eine Tochter, hätte sie ihn auch) und den Namen meiner Patentante. Einen Namen kennt Ihr, die beiden anderen möchte ich hier nicht mal schreiben. Weil sie zu den Dingen gehören, die ich nicht oft teile. Zu intim, zu sehr meins. Eine Entscheidung, die die Bank nicht respektiert. Das Recht am eigenen Namen gibt sie weder mir noch dem Mann.
Das wollten wir uns nicht gefallen lassen. Also haben wir nicht locker gelassen. Irgendwann hat sich die Bank auf unsere Argumentation eingelassen und in Folge nur noch den Anfangsbuchstaben des jeweils ersten Vornamens und dann beide Nachnamen angegeben. Für den Mann und für mich. Das passte genau in eine Zeile.
Bis gestern. Seit gestern steht da wieder nur er. Warum, weiß der Himmel. Seine Vornamen sind dieses Mal so gekürzt, dass auch sein Nachname sichtbar ist. Nicht jedoch mein Vor- oder Nachname.
Und so bekloppt es ist: hier liegen vier Rechnungen, die ich am Wochenende überweisen wollte und ich tue es nicht. Nicht so. Stattdessen habe ich der Bank geschrieben. Einen ersten Entwurf, den ich dann stündlich überarbeitet habe, bis er sachlich genug war, um ihn abzuschicken. Ich wünsche mir, das morgen alles wieder gut ist.
Natürlich könnten wir unser System ändern, so daß er wieder ein Konto hätte und ich eins. Aber abgesehen davon, dass ich auch im eigenen Konto nicht alle drei Vornamen haben möchte – bräuchte es dann nicht trotzdem sowas wie ein Haushaltskonto, das auf uns beide läuft? Das Problem wäre also nicht behoben, nur anders.
Wie macht Ihr das? Das würde mich echt interessieren!
Bei allem habe ich meinen Zorn in schönstes Rot verstrickt – die Cara Mütze von Paula_M. Noch trocknet sie hier auf einer Matte. Schon cool, wie perfekt das Maschenbild geworden ist – damit habe ich unter den Umständen gar nicht gerechnet 😉 Wenn sie trocken ist, wird ein Ende in das andere gesteckt und die untere Kante nochmal umgeschlagen. Vierfach über den Ohren. Winter kann kommen.
Verlinkt zum Samstagsplausch
