Bei Berührung, Erschütterung oder Temperaturwechsel klappen Mimosen ihre Blätter zusammen und die Zweige senken sich. Ein Schutzmechanismus der Pflanze vor Fressfeinden, Umwelteinflüssen oder mechanischen Schäden durch Wind oder vorbeistreifende Tiere. Fühlpflanze hieß sie früher und ist heute Sinnbild für (Über)Empfindlichkeit.
Ich finde es ja total clever, sich durch die schnelle Reaktion auf Reize so effektiv vor verschiedenen Bedrohungen zu schützen und dadurch die Überlebenschancen zu erhöhen. Ich wünschte, ich könnte das auch! Es heißt, dass die plötzliche Bewegung und das Zusammenklappen der Blätter sogar Schafe irritiert, die dann lieber andere Pflanzen fressen (das möchte ich nicht).
Dennoch ist der Begriff Mimose – zumindest im deutschsprachigen Raum – negativ konnotiert. „Du bist echt eine Mimose“ ist nie ein Kompliment. Ist mir aber egal.
Und so war ich vergangene Woche definitiv eine Mimose. ‚Thin-skinned‘, dünnhäutig, ein ‚Rühr-mich-nicht-an‘. Alle Blätter eng gefaltet. Geholfen hat es kaum. Wer mich kennt, weiß, was mich umtreibt: der Ausgang der Wahlen in den USA. Schlimmer als Freßfeinde, Umwelteinflüsse und mechanische Schäden zusammen.
Getröstet hat mich (wenn überhaupt) das Wissen, dass Mimosen in anderen Ländern eine deutlich positivere Bedeutung haben: In Italien beispielsweise stehen sie für Weiblichkeit, für Stärke und Solidarität unter Frauen. Von diesen wunderbaren italienischen Mimosen gibt es zum Glück einige in meiner Welt, meinem Umfeld, meinem Instagram-Feed!
Ich bin so froh, dass Ihr da seid!
In ganz anderem Zusammenhang sind mir Mimosen vergangene Woche dann noch ein zweites Mal begegnet: auf meine Instagram-Frage nach weicher, 6-fädiger Sockenwolle mußte ich mir die Frage gefallen lassen, ob ich Mimosenfüße hätte? Da konnte ich dann doch drüber lachen.
Habe ich nicht, aber der, für den ich Socken stricke, vielleicht. Ein erstes Paar stricke ich ihm dennoch aus REGIA 6-fädig, ein zweites wahrscheinlich aus Austermann Step 6 oder aus Lundgauer Sockenwolle von Ferner. Mal sehen, was ich in den Wunschfarben finde.
Meine Blätter lasse ich noch für eine Weile gefaltet.
Verlinkt zum Samstagsplausch




Letzteres ist für mich ein k.o.-Kriterium. Wer nicht versteht, wieviel Arbeit in Gestricktem steckt, für den oder die stricke ich nicht.
Unglaublich gerne mag ich es auch, wenn Strickwünsche und Menschen, die knitworthy sind, zusammenkommen. So wie die Bitte der Mutter eines ziemlich kleinen Menschen, die mich vergangene Woche gefragt hat, ob ich noch einen kleinen 
Dann liegt hier unverändert der
Außerdem ist der
Leider hatte ich nicht die Nerven, mein Tun in Bildern festzuhalten. Rückwirkend würde mir das gefallen. Im Moment selbst wollte ich einfach nur, dass alles wieder heile wird und besser sitzt als vorher. So ganz überzeugt war ich letztlich dann doch nicht, aber das, was an Bedenken noch da war, hat 
So viel geht mir durch den Kopf, wenn ich diese Bilder jetzt ansehe. Ich denke an die Zeit, in der ich gar nicht so schnell häkeln konnte, wie der damals noch kleine Junge gehäkelte Wesen haben wollte. Er liebte sie und packte allabendlich einen nach dem anderen in sein Bett. Da lagen sie dann nebeneinander und jedem einzelnen wünschte er eine gute Nacht.
Und doch fällt es mir schwer, eine Alternative zu finden. So viele Namen waren schon in der Endauswahl. Bei einem war die Website schon vergeben, der nächste auf Instagram nicht mehr verfügbar, einer auf englisch, was ich nach längerem Überlegen doch nicht so gut fand – kurz: es ist sauschwer, einen Ersatz zu finden, einen neuen Namen, der nicht nur passt, sondern auch noch überall verfügbar ist.
Ne, dachte ich, das räume ich jetzt nicht mehr auf. Das nicht. Kennt Ihr das, wenn so ein einziges Knäuel einem dann den Rest gibt? Liegenlassen war dennochkeine Alternative (hat der Mann gesagt), also habe ich kurzerhand
Zum Glück hat Sarah mich in der Vergangenheit nicht nur immer mal wieder motiviert zu sticken, sondern mir auch gleich das richtige Buch dagelassen:
Das Ergebnis begeistert mich! Vier kleine Blüten. Lavendel, eine Kornblume, Löwenzahn und ein rotes Blümchen. Je zwei auf einem Daumen. Aufgestickt im Margueritenstich mit Resten von Sockenwolle. Das war tatsächlich schnell gemacht und ist – für meine Augen – genau das, was Wolle in der Farbe von Haferflocken braucht.