Baker’s Twine in my bathroom

I really like numbers. And I like mathematics. Most of the time – clearly not when it comes to  doing my tax return. Hence, on an annual basis, I visit the world’s best CPA. She doesn’t only like numbers, she loves paper and turns the stack I bring into a proper file with an equally adequate and orderly filled in form.

No one would ever mistake me for her or vice versa. Why? Well, I don’t think spending time with yarn (to the extend I do it) ever came to her mind – nor have I ever had any ambitions to live in her world of tax legislation.

However, last summer when reading a journal, she came across the pattern of a bathmat she really liked. Hence, she bought yarn and needles to get started.

She told me the story when I saw her last: „But then … that pattern … it was like a foreign language! Can you imagine?!“ (Yes, I can). „Nobody understands a language like that!“ (Well, uhm … yes, knitters do). „Seriously, a square – it can’t be that hard, can it?!“ (No, it’s not). What had to happen, happened: she had long since given away the magazine, the yarn and the needles. Too bad! It would have been my pleasure to „translate“ it for her and help her through the pattern.

Now, there I was, not knowing any details about the bathmat she had seen, but ready to defend a knitter’s reputation. And to start a new project!

Because her story – finally! – had me knit the bathmat I had been wanting to knit for a long time: the famous Baker’s Twine, made of Schachenmayr’s Cotton Jersey.

For those of you, who aren’t familiar with Baker’s Twine (no way?!): It is the name of the most wonderful potholders, invented and written down by Ducathi, that literally everyone knit earlier this year. Truly everyone and everywhere on social media.

If it works for potholders, it might as well work for a bathmat, I figured.

And it does! Trust me, Cotton Jersey was made for this. It is a voluminous, round tape yarn, constructed from a cotton net filled with polyamide. Due to its construction, it is lighter than other cotton tape yarns, features a slightly stretchy quality, it is washable and comes in beautiful colors.

Granted, this is not an easy knit – the whole thing gets heavier with every row and the needles are big – but the stitch definition is perfect and the finished mat is as firm but squishy as I wanted it to be. Did you see the icord edging? Isn’t that a neat finish?!

And – of course – that loop. The potholder’s distinctive feature, its trademark. Adding one to the bathmat was a must! If only to hang the mat up when needed (or to trip over it, I know).

The finished bathmat weighs 600 gr., it is about 65 cm wide and 45 cm long. I have used 6 balls of Cotton Jersey in nature and a little bit of pink. Finally, it took about a week to dry after washing (which is not true, it just felt like it).

Now it is blocked and neat and ready to go. About time, I call my CPA, don’t you think?

Baker’s Twine im Bad

[Werbung] Ich mag Zahlen. Und Mathe. Meistens zumindest. Aber nicht, wenn es um Steuererklärungen geht. Und deshalb gehe ich einmal im Jahr zu einer zu der Welt bester Steuerberaterin. Sie mag offensichtlich nicht nur Zahlen, sie mag auch Papier und macht aus dem Stapel, den ich ihr jährlich bringe, eine ordentliche Akte unter einem ebenso ordentlich ausgefüllten Formular.

Ich glaube, sie lacht insgeheim ein bißchen über mein Blog oder ist zumindest amüsiert, wie man so viel Zeit in Wolle und das Drumherum investieren kann. Weil ihre Welt das Steuerrecht ist und nicht Ravelry.

Immerhin hat sie – so hat sie mir erzählt – vergangenen Sommer in einer Zeitschrift die Anleitung für einen Badteppich entdeckt, der ihr so gut gefallen hat, dass sie sich Wolle und Nadeln gekauft hat, um ihn nachzustricken.

„Aber die Anleitung – das war ja wie eine Fremdsprache! Das können Sie sich gar nicht vorstellen!“ (Doch, kann ich). „Sowas versteht doch kein Mensch!“ (Doch). „Ich meine: ein Rechteck! Das kann doch nicht so schwer sein?!“ (Ist es auch nicht). Zu dem Zeitpunkt, als sie mir das erzählte, hatte sie Zeitschrift, Wolle und Anleitung längst verschenkt. Schade! Ich hätte ihr das gerne übersetzt.

Mindestens so schade, dass sie mir nicht gesagt hat, welche Zeitschrift das war, wie der kleine Teppich aussah und welche Farbe das von ihr gekaufte Garn hatte, aber vielleicht spielt das auch keine Rolle.

Denn – zugegeben nicht ganz uneigennützig – habe ich jetzt für sie gestrickt: einen Teppich fürs Bad, den ich schon lange stricken wollte: Baker’s Twine in groß aus Schachenmayr’s Cotton Jersey.

Für die, denen Baker’s Twine nichts sagt (echt jetzt?!): das sind wunderbare Topflappen nach einer Anleitung von Ducathi, die Anfang des Jahres ALLE gestrickt haben. Ravelry, Instagram, Facebook, Blogs – Baker’s Twine Topflappen sind und waren überall und in allen Farben. Und ich dachte: was in klein funktioniert, funktioniert auch in groß.

Think big!

Cotton Jersey ist dafür wie gemacht. Ein Schlauchgarn aus Baumwolle, gefüllt mit Polyesterfuseln. Schön weich, irgendwie dehnbar (ein bißchen wie T-Shirt-Garn), waschbar und in schönen Farben.

Garn + Anleitung = perfekte Symbiose!

Nicht ganz einfach zu stricken, weil 7er Nadeln und alles irgendwie groß, unhandlich, schwer – geschenkt.  Dafür aber makelloses Maschenbild, genauso fest und trotzdem „squishy“ wie ich es haben wollte. Und guckt mal, die iCord-Kante, sieht die nicht toll aus?

Und natürlich der Kringel. Undenkbar, ein Baker’s Twine ohne Kringel. Daran kann man den kleinen Teppich aufhängen, wenn man möchte (oder drüber stolpern – ich weiß).

Der fertige Badteppich wiegt 600 gr., ist ungefähr 65 cm (B) x 45 cm (L) groß und verstrickt habe ich 6 Knäuel in Natur und ein bißchen Rosa. Nach dem Waschen lag er gefühlt eine Woche (was nicht stimmt. Es waren zwei Tage) auf einem Handtuch auf dem Wäscheständer und trocknete.

Jetzt ist er fertig, trocken und fotografiert – da werde ich die Steuerberaterin wohl mal anrufen 🙂

 

Cotton Jersey wurde mir von Schachenmayr in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Rezension: Strickmusterbibel

[Werbung / Rezension] Über die Jahre haben meine Strick- und Häkelbücher ein Regalbrett im Wohnzimmer für sich erobert. Buch an Buch. 1 x 80 cm Billy. Früher waren es weniger, zwischendurch auch mal mehr und gestern fiel mir irgendwie auf, dass dieses Brett jetzt ganz genau voll ist. Alle Bücher stehen gerade, keins ist gequetscht, nirgendwo ist eine Lücke.

Und bei der Gelegenheit habe ich mich gefragt, in welche dieser Bücher ich eigentlich regelmäßig reingucke und warum. Manche haben Anleitungen, die mir gefallen, andere haben Muster, auf die ich immer wieder zurückkomme, einige hatte ich tatsächlich vergessen und wieder andere sind so schön, dass ich sie einfach immer wieder ansehen möchte – wahrscheinlich ohne je irgendetwas daraus zu stricken …

Zu dieser letzten Kategorie gehört die Strickmusterbibel des EMF-Verlages. „260 japanische Muster stricken“ ist der Untertitel und damit ist eigentlich auch alles gesagt: 260 (Zweihundertsechzig!) JAPANISCHE Muster! So schön, so filigran, so ungewöhnlich, so viele – ich bin tatsächlich ehrfürchtig, wenn ich mir das ansehe. Und gleichzeitig völlig überfordert (im positivsten Sinne).

Die Liste der Strickzeichen, also kleine Symbole, ihre Strickweise und Verwendung geht über 12 Seiten (zwölf!), in einer Schriftgröße von geschätzten 6 Punkt – also winzig! Zu den kompliziertesten unter ihnen gibt es hinten im Buch zusätzlich bebilderte Erklärungen. Wahrscheinlich ist es überflüssig zu erwähnen, dass japanische Strickzeichen nicht denen entsprechen, die ich kenne. Es ist eine völlig andere Schrift.

Dann kommen die Muster. Es gibt Loch- und Kreuzmuster – also alles von Ajour bis Zopf – Muster-Arrangements, Rundpassen-Muster und Borten.

Schließlich fünf Anleitungen: ein Schal, Socken, ein Kragen, Pulswärmer und eine Mütze. So schön, mit einer solchen Leichtigkeit und doch so kompliziert – jedes Mal, wenn ich dieses Buch aus der Hand lege, bin ich erschöpft. Wohlig erschöpft.

Zu jedem Muster im 256 Seiten umfassenden Hardcover-Buch gehören Bild und Chart, entworfen und zusammengestellt von der Japanerin Hitomi Shida. Mit soviel Gefühl für Arrangement und Farbe, dass es eigentlich auch ein Bildband sein könnte.

Ich hätte gerne Pullover mit diesen Mustern. Viele Pullover! Passende Socken dazu. Wirklich – jedes Mal, wenn ich mir die Zöpfe und Ornamente ansehe, ist gleich das Kopfkino an. Vielleicht versuche ich es doch irgendwann. Und sei es nur mit einer der Borten.

Deshalb: Wenn Ihr dieses Buch noch nicht kennt, guckt es Euch unbedingt an! Oder verschenkt es zu Weihnachten. Ich wüßte auf Anhieb nicht, wie man 20 Euro besser investiert 😉

Die Strickmusterbibel wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt. Photos der Muster habe ich dem Buch entnommen, 📸 ©Noriaki Moriya

Die schöne Problemferse

Instagram macht Spaß. Vor allem, weil ich unmittelbar Resonanz bekomme: kleine Herzen bei Gefallen eines Bildes, schnelle Kommentare zum Text, bunte emojis als Ausdruck von Gefühl. Und doch gibt es (seltene) Situationen, in denen ich mehr Platz brauche. Heute zum Beispiel.

Danke für Eure Tipps, Komplimente und Ideen zu meinen Socken. Nur bin ich leider immer noch ratlos ….

Die Idee war, eine Socke zu stricken mit buntem Fuß und einfarbigem Schaft. Form follows function: um das Bunte wirken zu lassen sollte die Ferse schlicht, der Fuß glatt rechts gestrickt und durch nichts unterbrochen sein. Den Übergang zum Schaft habe ich mir als Diagonale vorgestellt, die (ähnlich einer Boomerang-Fersen-Naht) die Ferse „halbiert,“ wenn auch über den kompletten Fuß (die gelbe Linie im Bild). Das hat geklappt, auch wenn man das im Bild nicht richtig sieht, weil sich das Türkise auf dem Spann rollt.

Letztlich war dann aber die Fersenrückwand zu weit (roter Pfeil im Bild) und der Monk in mir hat brüllend gefordert alles und sofort zu ribbeln. Das habe ich gestern Nacht getan …. Nicht ohne vorher noch Bilder zu machen und die heute morgen auf Instagram zu teilen.

Damit bin ich (in jeder Hinsicht) wieder am Anfang. Und es läßt mir keine Ruhe.

Gestrickt habe ich einen ungefähr 17 cm langen Fußteil und dann bei den „Sohlenmaschen“ (Nadeln 3 und 4 vom Nadelspiel) alle zwei Reihen jeweils 2 Maschen (eine am Anfang von Nadel 3, die andere am Ende von Nadel 4) zugenommen. So lange, bis aus den ursprünglichen 32 Maschen 56 geworden waren. Nadel 1 und 2 blieben davon unberührt, das waren immer noch 32.

Dann habe ich das Garn gewechselt (nicht mehr bunt, sondern türkis) und (für die Fersenwand) short-rows gestrickt. Ganz unten an der Ferse waren es 7 Maschen, dann – von Reihe zu Reihe – jeweils zwei Maschen mehr. Und das ist, wie gesagt, viel zu weit.

Jetzt kann ich entweder die gleiche Socke mit 60 Maschen versuchen (statt 64) oder die short-row Maschen reduzieren, indem in der untersten Reihe vielleicht nur 2 sind (anstelle der beschriebenen 7). Oder Beides. Anders geht es nicht, sonst verliere ich die Diagonale.

Oder ich vergesse das mit der Diagonalen und stricke eine andere Ferse. Aber welche könnte das sein? Wenn überhaupt, dann Afterthought und die Ferse in türkis, denn alle anderen würden die Musterstreifen unterbrechen. Oder gibt es noch was anderes?

Ihr seht – kreative Unterstützung ist dringend nötig gerade … Würdet Ihr noch mal bitte? Danke! 💙