Seit ich über meine Unlust zu stricken geschrieben habe, ist gefühlt mehr denn je auf meinen Nadeln. Vier neue Projekte, von denen eigentlich keins auf meiner „möchte ich unbedingt stricken“-Liste stand … Aber so ist es halt manchmal. Und so stricke ich gerade primär für andere, für Menschen in meinem Umfeld. Zwei haben sich konkret etwas gewünscht, zwei andere wollte ich beschenken – wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. Knitworthy sind drei der vier. Oder alle vier? Schwer zu sagen.
Knitworthy – strickwürdig wäre das wohl auf deutsch, nur sagt das niemand (auch wenn es viel leichter auszusprechen wäre). Die letzten drei Reihen an einem dieser Projekte habe ich nun darüber nachgedacht, was knitworthy für mich bedeutet, also für wen ich stricke und warum, um dann aber festzustellen, dass die Antwort gar nicht so einfach ist.
„Manchmal spricht Dein Herz durch Deine Hände“ stand auf der Karte, die ich meiner Schwester vor Jahren zu einem dreieckigen Glitzertuch gelegt habe. Daran glaube ich bis heute.
So auch, als ich diesen Herbst für eine Freundin Pulswärmer und Stirnband gestrickt habe. Anlaß war ihr Geburtstag und ich wußte, dass sie die schönen Herbstfarben im handgefärbten Strang (danke nochmal, Magda 💙) lieben würde. Und genau so war es. Die Pulswärmer waren ein Volltreffer, das Stirnband eher nicht so … Zumindest nicht auf den ersten Blick, aber wer weiß, vielleicht kommt das noch 🙃. Sie hat auf jeden Fall gesehen, dass und wieviel Mühe ich mir für sie gegeben habe und hat sich auch darüber gefreut. Denn sie weiß um den Wert von Handarbeit.
Letzteres ist für mich ein k.o.-Kriterium. Wer nicht versteht, wieviel Arbeit in Gestricktem steckt, für den oder die stricke ich nicht.
Obwohl … so ganz stimmt das nicht. Die blauen Socken aus REGIA 6-fädig zum Beispiel, die ich letztes Wochenende für den Onkel gestrickt habe – ich denke nicht, dass er weiß, wie lange ich daran gesessen habe. Muß er auch nicht. Mag sein, dass er sie einfach nur trägt, um warme Füße zu haben. Wenn sie ihm obendrein gefallen , weil sie dicht und weich und schön sind, umso besser. Gleichzeitig hoffe ich natürlich, dass all meine Gedanken, die Wünsche, dass er wieder gesund wird, noch in den Maschen stecken. In jeder einzelnen.
Ein zweites Paar Socken stricke ich in einem Rot, das Lipstick heißt. Ein kleiner Rest REGIA Soft Glitter hat noch genau für die Bündchen gereicht. Das Paar wird so schön, weil die Wolle – REGIA Premium Pure – so schön ist, nur ob ich sie verschenke, habe ich nun doch noch nicht entschieden. Die, die sie eigentlich bekommen soll, weil sie in einem Nebensatz mal gesagt hat, dass sie sich sowas wünscht, kenne ich noch nicht lange. Ob sie knitworthy ist, kann ich deshalb noch nicht einschätzen und so werde ich wohl noch eine Weile darüber nachdenken, während ich den zweiten Fuß stricke. Ich habe ja noch den November, um das zu entscheiden.
Unglaublich gerne mag ich es auch, wenn Strickwünsche und Menschen, die knitworthy sind, zusammenkommen. So wie die Bitte der Mutter eines ziemlich kleinen Menschen, die mich vergangene Woche gefragt hat, ob ich noch einen kleinen Janker für’s Kind stricken könnte. Klar kann ich. Sehr gerne sogar! Kleine Kinder in handgestrickt sind so niedlich. Ich mag das sehr und biete dann auch gerne an, Gestricktes zurückzunehmen und aufzuarbeiten, ehe das nächste Kind Abenteuer darin erlebt.
Die Wolle ist weich und trotzdem robust. Der melierte Faden läßt kraus rechts nochmal plastischer aussehen und mit Knopflöchern auf beiden Seiten muss ich die Knöpfe nur durchstecken. Diese kleine Jacke macht mich richtig glücklich gerade. Und später dann Mutter und Kind. Triple Glück sozusagen.
Ich glaube, die stricke ich jetzt als erstes fertig, ehe dann die langen Ärmel des Weihnachtspullover wieder an die Reihe kommen. Den gibt es schließlich auch noch und der wird definitiv für jemanden knitworthy!
Verlinkt zu Andreas Samstagsplausch




Dann liegt hier unverändert der
Außerdem ist der
Leider hatte ich nicht die Nerven, mein Tun in Bildern festzuhalten. Rückwirkend würde mir das gefallen. Im Moment selbst wollte ich einfach nur, dass alles wieder heile wird und besser sitzt als vorher. So ganz überzeugt war ich letztlich dann doch nicht, aber das, was an Bedenken noch da war, hat 
So viel geht mir durch den Kopf, wenn ich diese Bilder jetzt ansehe. Ich denke an die Zeit, in der ich gar nicht so schnell häkeln konnte, wie der damals noch kleine Junge gehäkelte Wesen haben wollte. Er liebte sie und packte allabendlich einen nach dem anderen in sein Bett. Da lagen sie dann nebeneinander und jedem einzelnen wünschte er eine gute Nacht.
Und doch fällt es mir schwer, eine Alternative zu finden. So viele Namen waren schon in der Endauswahl. Bei einem war die Website schon vergeben, der nächste auf Instagram nicht mehr verfügbar, einer auf englisch, was ich nach längerem Überlegen doch nicht so gut fand – kurz: es ist sauschwer, einen Ersatz zu finden, einen neuen Namen, der nicht nur passt, sondern auch noch überall verfügbar ist.
Ne, dachte ich, das räume ich jetzt nicht mehr auf. Das nicht. Kennt Ihr das, wenn so ein einziges Knäuel einem dann den Rest gibt? Liegenlassen war dennochkeine Alternative (hat der Mann gesagt), also habe ich kurzerhand
Zum Glück hat Sarah mich in der Vergangenheit nicht nur immer mal wieder motiviert zu sticken, sondern mir auch gleich das richtige Buch dagelassen:
Das Ergebnis begeistert mich! Vier kleine Blüten. Lavendel, eine Kornblume, Löwenzahn und ein rotes Blümchen. Je zwei auf einem Daumen. Aufgestickt im Margueritenstich mit Resten von Sockenwolle. Das war tatsächlich schnell gemacht und ist – für meine Augen – genau das, was Wolle in der Farbe von Haferflocken braucht.