Die Sache mit den Hasen

„Ein kleiner Hase zu Ostern“ dachte ich neulich. „Das wäre es doch.“ Für die kleine Patentochter vielleicht oder auch nur, um mal wieder zu häkeln. Hellblaue Baumwolle lag hier noch, also habe ich gleich angefangen.

Gehäkelt, geribbelt, korrigiert, gehäkelt, geribbelt … wie es halt so ist ohne Anleitung. Ein Bein, schnell das andere, ehe ich vergesse wie ich das erste gemacht habe. Dann die Arme, die Ohren, der Kopf. Und schließlich der Rumpf, der aus den Teilen ein Ganzes macht.

Hase HäkelmonsterDie Ohren sind nicht ganz so wie gewollt und auch die Nase hat mehr von einem Pitbull als von einem Hasen. Die Hose, die ich ihm stricken wollte, wollte nicht werden. Also ist es jetzt ein Kleid. Nun sitzt sie hier, die Häsin.

Erst viel später habe ich gemerkt, dass ich fast jedes Jahr einen Hasen gemacht habe. Immer rund um Ostern. Absicht war das (bisher) nicht – könnte es aber werden.

Hier sind sie erstmalig alle zusammen:

Der mit der roten Hose ist aus 2012, die kleine Hasendame in grün ist aus 2013, (sie ist übrigens als einzige gestrickt und nach Anleitung), der Blaue (auch aus 2012) könnte als Hase durchgehen, ist aber glaube ich keiner und der Hase in pink ist aus 2009 – mein Erster.

2016 waren sie dann deutlich kleiner, aber dafür mehr.

Hasen HäkelmonsterMorgen ist April. In zwei Wochen ist Ostern. Wo bleibt die Zeit?!

Mützenwetter

Ende 2016 hat Katrin sieben verschiedene Menschen aufgefordert aus sieben verschiedenen Knäuel MilleColori (Lang Yarns) sieben verschiedene Projekte zu stricken oder zu häkeln.

Eins der Knäuel habe ich bekommen. Mein Auftrag war es etwas daraus zu häkeln.

Es wurde eine Mütze und eben sehe ich, dass ich Euch die noch gar nicht gezeigt habe. Hier ist sie. Präsentiert von meinem Lieblingsmodell.

img_3375Am Kunstfell-Pompom war das Befestigungsfädchen abgerissen, was sich im Nachhinein als unbedingt positiv herausstellte. Ich wäre sonst nie darauf gekommen an den Pompom einen Knopf anzunähen. Der passt durch die kleine Öffnung oben an der Mütze wie durch ein Knopfloch und läßt sich (je nach Outfit) an- oder abknöpfen. Clever, oder? Ich bin richtig zufrieden mit diser Idee. (Wehe, eine von Euch sagt jetzt das macht sie schon immer so).

Aus dem Rest des Knäuels habe ich Yogasocken gestrickt, aber die kennt Ihr ja schon. MilleColori von Kopf bis Fuß gewissermaßen.

Yogasocken Häkelmonster LangYarnsDetails zu Wolle und Mützen-Anleitung gibt es bald auf schoenstricken (oder jetzt schon bei ravelry).

Tamponmonster

Als der Sohn klein war und irgendwann anfing Fragen zu stellen, habe ich ein Buch über Aufklärung gekauft. Geschrieben hat es „Dr. Ruth“ (im richtigen Leben Dr. Ruth K. Westheimer, hier ein Link zum Buch, falls es jemanden interessiert). Und wie es manchmal so geht, wurde der Anfang aus ausgerechnet diesem Buch sowas wie ein geflügeltes Wort in meiner Familie.

Manche Leute werden bis über beide Ohren rot, wenn sie das Wort „Sex“ hören. Es macht sie verlegen, und sie verstecken ihre Gefühle. Aber für Dich ist so ein kleines Wort doch kein Problem, oder? Warum probierst Du nicht einfach mal, das Wort laut und deutlich zu sagen? Sex! Siehst Du, ist doch gar nicht schwer!

Seither wird bei uns jedes Wort gesagt, gefragt, erklärt.

Daran musste ich denken, als ich eher zufällig diese Monster im Netz entdeckt habe. „Tampon“ sagt nämlich auch niemand. Dabei ist auch das nicht schwer.

Barbara Loop, Redakteurin des Schweizer Magazins Annabelle hat dazu im Juni 2016 einen schönen kleinen Text geschrieben, den zu lesen ich Euch wärmstens empfehle. Ihr Humor, dass Männer Tampons wahrscheinlich „in Gürteltaschen zur Schau“ stellen würden, „italienisches Leder, praktisch wie eine Handyhalterung, verrucht wie ein Patronengurt“, hat mir gefallen.

Und doch lasse ich es für mich vorerst bei Monstern. Das bin ich meinem Blognamen schuldig ; )

Wer sie nachhäkeln möchte: ich habe 14 Maschen angeschlagen (Baumwolle, 3er Nadel) plus 1 Wendemasche und 25 Reihen feste Maschen gehäkelt. Dann oben und unten eine Reihe in rosa angesetzt: bei dem einen sind es feste Maschen, bei dem anderen Kettmaschen. Was mir besser gefällt weiß ich noch nicht. Dann habe ich dieses Stück umgeschlagen und an den Seiten auf links zusammengehäkelt. Nähen könnte man das wahrscheinlich auch. Wichtig ist, dass die „Oberlippe“ die „Unterlippe“ ein wenig überlappt. Zum Schluß habe ich die Augen / Knöpfe aufgenäht. Variationen dazu gibt es zahlreich im Netz.

Dezember

Bis letzte Woche war ich entspannt – tiefenentspannt. Und dann hat mich Weihnachten Ende vorletzter Woche doch überrollt. So sehr, dass ich Abends nicht einschlafen konnte in der Sorge, daß der 24. schneller kommt als ich stricken kann …

Also habe ich gleich am nächsten Abend alle „Geschenk-Projekte“ angeschlagen (zwei sind jetzt fertig, drei und vier angefangen, ein fünftes in der Planung) und nur noch gestrickt. Und gehäkelt. Wahlweise. Bis heute morgen. So schnell wie die Panik kam war sie dann auch wieder weg. Heute ist ja erst der 2. Dezember … Deshalb: durchatmen, bloggen und dann langsam weiter machen : )

Erzählen was ich stricke kann ich kaum: denn die zu Beschenkenden lesen mein Blog (glaube ich). X soll nicht wissen, dass Y für sie schon fertig ist. Wenn A B sieht weiß sie sofort dass das für sie ist. C wünscht sich D und glaubt nicht dass sie die bekommt (bekommt sie aber), usw. Verraten kann und will ich nichts. Also zeige ich Bilder, die nichts zeigen. Super.

Bei allem sind alle anderen Projekte (natürlich) unverändert nicht fertig und ich fange an mich ein bißchen zu schämen. Der Zick-Zack-Schal liegt hier in seiner Pracht, ist so lang und so bunt, dass ihm ein Photo nicht mehr gerecht wird. Aber fertig ist er noch nicht. Es fehlen noch 15 Zentimeter.

Das YarnCamp-Tuch … Mittlerweile sind 400 Maschen auf der Nadeln, jede Reihe eine gefühlte Ewigkeit. „Und? Was hast du gestern Abend gemacht?“ – „Och, eine Reihe am YarnCamp-Tuch gestrickt.“ … Nee, die Ruhe habe ich gerade nicht.

Wilde Farben, oder? Was am Anfang Improvision war gefällt mir jetzt immer besser. Und das Garn strickt sich gigantisch. So weich und so schön. Ich bin keine Schnellstrickerin, aber damit könnte ich es sein.

Und dann Marisas Tuch: Caramida. Auch so ein Ding. 10 Knäuel hängen dran und seit mindestens so vielen Wochen habe ich keine einzige Masche gestrickt. Ich möchte ein freies Wochenende und dieses so schöne Tuch einfach nur zu Ende stricken. In einem Rutsch. Aber wann?

Erst ist Weihnachten. Und das heißt, ein kleines Graues hat alleroberste Priorität (nein, kein Stirnband). Mal sehen was danach kommt. Wehe, eine/r wünscht sich noch was!

Und zwischenurch stricke ich Weihnachtsbäume, setze sie auf Korken und bin dann tatsächlich wieder entspannt.

 

Wie sieht es bei Euch aus? Alles nach Plan? Ich muss gleich mal gucken gehen, was auf Euren Nadeln liegt.

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Frust & Freude

Einmal im Jahr ist Basketball-Turnier in Göttingen für Kinder bis 12. Viermal war der Sohn dabei – nächstes Wochenende geht er zum fünften (und letzten) Mal:

Gefühlt 5.000 Kinder in der Halle, alle dribbeln mit noch mehr Bällen – ohrenbetäubender Lärm, fürchterliche Luft – über Tag die Knochen hinhalten und nachts auf der Iso-Matte in eben dieser Halle übernachten. Für mich wäre es das Grauen, für den Sohn ist es ein Fest, das in seiner Rangliste noch vor Weihnachten kommt. Göttingen ist sein Schönstes.

Letztes Jahr gewannen sie Bronze, dieses Jahr will er Gold.

Basketball HäkelmonsterUnd dann geht er auf den Spielplatz, um mit einem Jungen auf Inline-Skates (ja, Inline-Skates), Fussball (ausgerechnet Fussball) zu spielen. Super. Der Junge hat ihm mit den Inline-Skates gegen die Hand getreten. Nein, wohl nicht mit Absicht, aber spielt das eine Rolle? Der Finger ist geprellt, geschwollen und tut weh. Der Sohn leidet.

Mich ärgert es. Da trainiert er dreimal die Woche, hüpft jeden Tag Seil wie die Klitschko-Brüder, kann kaum einen Wäschekorb tragen wegen der Verletzungsgefahr (…), zählt die Tage zum Wochenende und dann setzt für einen Moment das Hirn aus … Trösten kann ihn jetzt nur die schicke Finger-Bandage, vorausgesetzt sie hilft ihm heute das Französisch-Diktat nicht schreiben zu müssen …

Ob er am Wochenende in Göttingen spielt oder zum Anfeuern auf der Bank sitzt, werden wir sehen. Aber fahren wird er.

Offensichtlich haben wie eine Serie kaputter Finger … Wobei der Faden bei mir schon wieder rutscht. Seit gestern ist die dritte Decke fertig! Und mit Hilfe vieler Granny-Streifen hat sie sogar eine akzeptable Größe bekommen – da passt ein 160cm großer, zusammengerollter 11jähriger Junge drunter.

Granny Squares Häkelmonster LeniTrotzdem noch ein zweites Bild, damit jede von Euch ihr Granny Square sehen kann. Dieses Mal sind keine Herzen in den Ecken wie bei den beiden anderen Decken, die ich zusammengestellt und -gehäkelt habe, sondern wunderschöne ockergelbe Blumen.

Granny Squares Häkelmonster LeniSie ist noch nicht gewaschen und gespannt, trotzdem werde ich sie heute Abend zu Katrin bringen, bei der schon die beiden anderen liegen. Sie sind so schön geworden! Danke noch mal, dass Ihr alle mitgemacht habt!

Granny Squares Häkelmonster Leni