3 Minuten – mehr braucht es in der Regel nicht, um nachzulesen was mir gerade nicht einfällt. Eine bestimmte Technik, ein Kniff, eine Eselsbrücke, eben das, was mir in genau diesem Moment beim Stricken oder Häkeln weiterhelfen würde.
Aber wo habe ich es hingeschrieben? War es online oder auf einem Zettel? Meistens dauert die Suche danach viel länger als von mir gewollt (auf jeden Fall deutlich länger als drei Minuten …) und deshalb werde ich das ab sofort hier sammeln. Um mir (und vielleicht auch Euch) das Leben Stricken leichter zu machen.
Rechts- und linksgeneigte Zunahmen habe ich wahrscheinlich ungefähr 100.000 Mal nachgeguckt. Jedes mal wieder wenn ich sie brauchte und nie (nie!) konnte ich es mir merken. Nun hat es endlich „Klick“ gemacht hat. Ein Hoch auf Eselsbrücken:
Sowohl bei m1R (= make 1 right) wie auch bei m1L (= make 1 left) wird der Querfaden mit der linken Nadel aufgenommen.
Bei m1R, also der rechtsgeneigten Zunahme, nehme ich den Querfaden von hinten nach vorne auf. Dadurch entsteht ein Umschlag. Der Teil dieses Umschlags, der jetzt vor der Nadel liegt, zeigt schräg nach rechts.
Bei m1L, also der linksgeneigten Zunahme, nehme ich den Querfaden von vorne nach hinten auf. Und siehe da – der Faden vor der Nadel zeigt schräg nach links. (Abgestrickt wird m1R dann wie eine normale rechte Masche, m1L wie eine verschränkte rechte Masche. Logisch. Denn nur dann hat man keine Löcher).
Ganz einfach, oder?
Klar kann man es sich auch anders merken. Zum Beispiel über Buchstaben, die sich ähneln. Dazu muss man noch nicht mal englisch sprechen. Es reichen wenige Vokabeln: right/left (rechts/links) und back/front (hinten/vorne). Das große R (right) sieht dem großen B (back) ähnlich, das große L (left), ähnelt dem F (front). Und damit ist klar: für rechtsgelehnte Maschen wird der Querfaden von hinten aufgenommen, für linksgelehnte Maschen von vorne.
Und noch eine Variante, die wahrscheinlich die Meisten kennen (angeblich ist sie von Stephen West). Es sind zwei Sätze:
„I’ll be right back“ und „I left the front door open“ – muss man nicht erklären, glaube ich, das Prinzip ist das Gleiche: rechtsgeneigt = hinten, linksgeneigt = vorne.
Und was ich auch immer vergesse: das gilt nicht nur für rechts- und linksgerichtete Maschen, sondern auch für rechts- und linksgedrehte Zöpfe. Für rechtsgedrehte Zöpfe liegen die Maschen auf der Zopfnadel hinter der Arbeit, für linksgedrehte Zöpfe sind sie vorne.
Wie macht Ihr das? Kennt Ihr andere Eselsbrücken?


Zeitgleich arbeite ich an einem (Groß-)Projekt aus Lang Merino. Maschen wie gemalt. Das ist sehr nach meinem Geschmack. So, wie die Entstehung dieses Projektes: ich arbeite unglaublich gerne im Team. Ich mag schnelle Absprachen, Flexibilität, 180°-Drehungen wenn nötig und dann doch wieder zurück, Vertrauen – und genau das geht mit Marisa immer wieder. Seit gestern ist entschieden, wie das was ich stricke, aussehen soll: ganz anders als eigentlich gedacht, aber (wieder) richtig gut.
Auch dieses Projekt ist in sofern ungewöhnlich, als dass durchgängig vier Rundnadeln gleicher Stärke im Einsatz sind. Drei schöne habe ich: 1 x KnitPro aus Holz, 1 x addi click (die mit dem rosa Garn und rechtwinklig darunter) und einmal HiyaHiya Lace (mittig im Bild, sähe man das Kabel, hättet Ihr sie daran sicher erkannt). Die Vierte ist eine Notlösung (auch im Bild). Dass wir früher mit diesen grauen Dingern gestrickt haben, dass es zu diesen gruseligen Plastikkabeln keine Alternative gab, hatte ich irgendwie verdrängt.
Last but not least, habe ich ein „take-along Projekt“ – das sind Socken. Regia 6fädig in hellem Braun mit bißchen Himbeer handgefärbt (was das mal war weiß ich nicht mehr). Die wollte ich eigentlich auf der h+h stricken, aber dazu kam es irgendwie nicht. Wie auch, bei so bombastisch vielen verschiedenen Eindrücken, Menschen, Garnen. Aber darüber blogge ich ein anderes Mal.