30 Tage bloggen

Nicki Hirsch – die wie ich in Berlin lebt – bloggt übers Häkeln und neuerdings auch übers Stricken. Um sowas wie eine „Schreibroutine“ zu entwickeln, hat sie sich für September die #30DaysOfBlogging Challenge ausgedacht.

Auf Facebook habe ich ja schon darüber geschrieben.

Mit jedem Blogpost, den sie veröffentlicht, denke ich an mein (in letzter Zeit schläfriges …) Häkelmonster und habe deshalb beschlossen es Nicki nachzutun.

Die Regeln sind einfach: Bis Ende des Monats poste ich jeden Tag etwas.

Jeden Tag Bild und Text.

Kein Bild ohne Text – kein Text ohne Bild.

Das werden keine Romane und sicher auch keine fertiggestellten Strickstücke (Ha! Das wäre es noch 🙂 …), aber der Fokus liegt ganz klar auf „selbstgemacht“ (von mir oder von anderen).

vorher
vorher

Selbstgemacht – dazu gehört seit Tagen auch Apfelgelee … Vier Bäume haben wir im Garten, aber dieses Jahr fühlt sich das an wie mindestens zwanzig. Jeden Tag habe ich einen 15-Liter-Eimer, der verarbeitet werden möchte. Immer mal wieder nehmen mir die Nachbarn welche ab, aber es bleiben genug übrig … Sie schmecken super, damit tröste ich mich.

nachher
nachher

Die Etiketten (= herkömmliches Kopierpapier) klebe ich übrigens mit Milch auf die Gläser. Einfach Milch auf eine Untertasse, das Papier da durch ziehen und dann ans kalte Glas „kleben.“ Hält super und geht dann unter normalen Wasser total einfach wieder ab.

Und jetzt ist der nächste Eimer dran …

Euch allen einen schönen Sonntag und bis morgen.

August

Zuerst die Beichte (und die liegt mir echt auf der Seele) … Mein Juli-Ziel habe ich nicht nur verfehlt, ich habe es zu 100% versemmelt. Dimasq wollte ich probestricken und an keinem der vergangenen 31 Tage habe ich damit wenistens mal angefangen. Nicht eine Masche.

Warum? Aus zwei Gründen: zum einen bin ich unverändert unentschlossen für welche Variante ich mich entscheide (doubleface oder nicht), zum anderen war dieser ganze Monat so anders als gedacht – jobtechnisch, innerhalb der Familie und gesundheitlich – ich bin stricktechnisch zu nichts gekommen.

Umso mehr freue ich mich jetzt über August, auf Ferien, auf Erholung.

Bei allem möchte ich unbedingt das Tuch für mein au-pair „Kind“ fertigstricken. Sie heiratet Ende des Monats in Südfrankreich und ich bin noch nicht mal zur Hälfte fertig. Die Handgelenke tun mir weh – habt Ihr das auch manchmal? Also stricke ich im Schneckentempo und hoffe, dass es dennoch rechtzeitig klappt.

Die Anleitung ist übrigens von Ravelry. Ein „no-brainer“ aber total schön. Die Wolle ist Mohair und Seide (Kid-Silk von Drops).

Lace-Schal HäkelmonsterKeine weiteren Projekte vorerst. Statt dessen Pause. Ich bin gespannt ob ich das einen Monat lang wirklich durchziehe.

Umso mehr freue ich mich zu lesen was Ihr auf den Nadeln habt.

Baby Cardigan

Ich liebe es, wenn aus einem schönen Knäuel ein schönes Projekt mit noch schönerem Ergebnis wird. Und glücklicherweise hat das mal wieder geklappt.

Babyjacke HäkelmonsterMisty Alpaca hatte ich im Frühjahr gekauft mit dem Ziel eine Babyjacke zu stricken. Tolle Farben (dafür bräuchte ich echt eine bessere Kamera), wunderschönes Material (Alpaca-Merino-Seide), prima Maschenbild und ganz weich. Damit zu stricken hat richtig Spaß gemacht.

Die Anleitung verdanke ich Kiki von La Wollbindung die bereits mehrere dieser kleinen Jacken gestrickt hat und sehr davon schwärmt. Sie hat Recht! Die Anleitung ist ganz wunderbar.

Babyjacke Häkelmonster
Unfertige Jacke, aber die Farben stimmen.

Zwei Sachen habe ich dennoch geändert: ich habe den Kragen rumgedreht (so dass jetzt die rechten Maschen außen liegen) und die Zunahmen nicht aus dem Querfaden gemacht, sondern aus einzelnen Maschen (k1fb). Kann man machen, muss man aber nicht. (Ja, das unterste Knopfloch ist außerdem zu tief, da habe ich nicht aufgepasst. Ist aber egal).

Und so sieht die fertige Jacke aus:

Babyjacke HäkelmonsterÜbrig geblieben ist eigentlich nichts. Bestenfalls ein Fädchen um irgendwann mal was reparieren zu können wenn nötig.

Babyjacke HäkelmonsterPerfekt, oder?

Sowas wie Ferien

Vergangenen Montag habe ich das Kind zum Flughafen gebracht. Er macht Ferien mit einem Freund. Dienstag musste der Mann für den Job nach Süddeutschland. Und weil es sich fügte haben die Großen den gleichen Zug genommen. Sie sind jetzt bei ihren Großeltern.

Seither bin ich alleine. Ganz alleine. Yeah!

Stehe auf wie immer, gehe ins Büro und wenn ich mittags zurück komme gehört das Haus mir. MIR! Ich habe gelegentlich Mittagsschlaf gemacht, war abends zu lange auf und hatte – egal wann ich aufgestanden bin – das Bad für mich alleine. Glaubt mir, kein Urlaub war je so erholsam.

Seit Dienstag war ich keinmal einkaufen (trotzdem genug im Kühlschrank), habe keinmal Wäsche gewaschen (gar nicht so einfach die Maschine voll zu bekommen, wenn man alleine ist) und keinmal gespült. Keine Hausaufgaben kontrolliert, keine Musik ertragen die ich nicht mochte und kein Fernsehen geguckt.

Statt dessen habe ich das Haus jeden Nachmittag auf links gekrempelt (wir reden hier über 135 qm, also eher kein Palast). Die Schränke aus der Kammer abgebaut und im Schlafzimmer wieder aufgebaut, den Ledersessel von unten nach oben getragen, ein Bett aus dem Kinderzimmer von oben nach unten, dafür den Ikea-Bett-Sessel von unten nach oben. Regale leer geräumt, verschoben und wieder eingeräumt, Ideen gehabt und wieder verworfen – alles neu, alles anders. Und dabei aussortiert, weggeschmissen, weggegeben, aufgeräumt. Das war so so so so nötig!

Warum das alles? Weil die bisherige Kammer, in die jede/r geschmissen hat was gerade im Weg war, jetzt mein Zimmer ist. MEIN Zimmer! Winzig und mit Schräge, aber egal. Da steht nun der Ledersessel, ein kleiner Tisch, eine Deckenlampe, das wars. Und unter die Schräge passte exakt ein Ikea-Regal, wenn auch nur „quer“ – eins von den „Karierten“ wenn Ihr wisst was ich meine – acht quadratische Fächer, in denen meine Wolle liegt. Alles hat jetzt endlich einen Platz!

Zum stricken blieb da nicht viel Zeit. Oder sagen wir: kaum Zeit. Eine kleine Maus, sonst nichts. Die englische Anleitung ist von Wendy Johnson und auf Ravelry. Ja, die Anleitung kostet, aber die Erlöse sind für einen guten Zeck. Nett ist sie, die Maus. Schade, dass sich rot immer so schlecht photographieren lässt.

Maus HökelmonsterHeute kommt der Mann zurück nach Berlin, Dienstag Nacht sind die Kinder wieder da. Ja, ich freue mich drauf. Und doch werde ich die Ruhe heute noch mal genießen. Jetzt wo alles so schön ordentlich ist 🙂

Norwegische Pulswärmer

Pulswärmer gehören eigentlich nicht zum Sommer, ich weiß. Aber diese hier möchte ich Euch dennoch unbedingt zeigen.

Pulswärmer HäkelmonsterMeine Chefin und ihre Familie haben die Sommerferien in Norwegen verbracht. Sie hat dort vor Jahren studiert und damals wohl auch gestrickt. „Norweger/innen kommen mit Stricknadeln in der Hand auf die Welt“ meinte sie, als wir uns letzte Woche in Berlin gesehen haben. Und irgendwie habe sie das damals angesteckt.

Nun sei es zwar wie „wie Eulen nach Athen zu bringen“ mir etwas Gestricktes zu schenken, aber diesen Pulswärmern habe sie nicht widerstehen können.

Ich kann nur sagen: VOLLTREFFER!

Sind die nicht schön?! Ich bin total begeistert. Sie sind aus Merinowolle und Seide mit „fühlbarem“ Muster. Das sieht nicht nur so aus – diese kleinen dunkelroten Dreiecke sind tatsächlich irgendwie erhaben. Ich wüßte zu gerne, wie das geht.

Pulswärmer HäkelmonsterUnd dann das hellblaue Innenleben! Irre, oder? Viel zu schade um es nicht zu zeigen, aber es ist wohl wirklich nur für innen gedacht. Denn würde ich die Pulswärmer wenden käme die Naht nach außen und so kann es nicht gemeint sein.

Wunderbarer Luxus, warm und weich – ich freue mich drauf die irgendwann zu tragen (wobei ich von Vorfreude auf kältere Tage noch weit entfernt bin …)!