Blog-Pause

Was immer es ist – vielleicht die so oft bemühte Frühjahrsmüdigkeit? – Fakt ist, mir ist nicht nach bloggen gerade. Ich brauche eine Pause. Also habe ich heute morgen beschlossen mich in den sozialen Medien für ein paar Tage abzumelden, den Computer auszumachen und stattdessen raus zu gehen. Gartenarbeit, Basketball mit dem Sohn, die kleine Patentochter im Kinderwagen schieben – Luft in den Kopf!

Irgendwie ist es dann wohl ganz passend, dass die angekündigte Baby-Strickjacke fürs Patenkind fast fertig ist. Weils ein Test ist, habe ich 6fädige Regia in pink und dunkelblau genommen (und nicht Misti Alpaca wie eigentlich geplant).

Die Anleitung kommt aus der Brigitte, strickt sich wirklich total einfach, aber noch bin ich nicht zufrieden. Mir scheint als wären die Arme zu schmal und der Körper zu breit. Mal sehen wie das nach dem Waschen und Spannen ist.

Die Kante habe ich zugunsten eines Kordelrandes geändert. iCord macht immer viel her, aber nicht viel Arbeit. Ansonsten habe ich mich an die Anleitung gehalten.

Dabei habe ich deutlich mehr als (die in der Anleitung geschätzten) 14 Stunden und auch mehr Wolle (knapp 250g) gebraucht (Misti Alpaca hätte also gar nicht gereicht). Fertige Bilder kommen Anfang April. Denn jetzt ist – wie gesagt – erst mal Pause.

Genießt die Sonne, verpasst nicht die Sonnenfinsternis am Freitag (die nächste gibt es erst 2081 und das könnte – zumindest für mich – knapp werden …) und bleibt mir gewogen.

Trachtenjacke Brigitte Häkelmonster

März

Wirklich schon März? Das geht so schnell dieses Jahr! Mal sehen, ob sich das mit neuen Projekten bisschen verlangsamen läßt …

PurlBee Häkelmonster eleventh hourMein Hauptprojekt im März ist die orange Babydecke nach einer PurlBee-Anleitung: Perlmuster so weit die Wolle reicht und dann ein Kordelrand in pink. Mit den ersten beiden Knäueln (Regia, 6fädig, doppelt) und 5er Nadeln bin ich bei einer Breite von 78cm immerhin 50cm weit gekommen. Gestern Abend habe ich dann zwei neue Knäuel angefangen. Wolle und Nadeln sind perfekt zusammen, Reihe um Reihe strickt sich fast von alleine und genau das hat Molly, die PurlBee-Designerin wohl auch gedacht, als sie die Decke „Eleventh Hour Blanket“ genannt hat. (Elfte Stunde = „kurz vor knapp“, also ein Projekt das man auch in letzter Minute noch fertig machen kann).

Ich freue mich auf den pinken Rand. Pink und orange (gerne auch mit rot und oder lila) gehören zu meinen Lieblingskombinationen zur Zeit.

HäkelmonsterDann habe ich gestern bei der Woll-Lust in Berlin ein hinreissend schönes Knäuel Misti Alpaca gekauft: Alpaca, Merino, Seide und bißchen „Kunst“ fassen sich herrlich an und ich denke die Lauflänge (400m) reicht für eine Strickjacke für meine kleine Patentochter. Wobei ich noch nicht sicher bin ob ich von oben anfange mit Raglanärmeln oder von unten im Stil einer Trachtenjacke. Mal sehen. Das Photo ist lausig, die Farben sind viel lebendiger, aber heute morgen, als ich aus dem Haus gegangen bin, hat das Licht nicht zu mehr gereicht.

Drops Belmull-Lin HäkelmonsterUnd bei allem „brüte“ ich über (noch) einer Kinderdecke in Bomull-Lin (Drops), was eine Baumwoll-Leinen-Mischung ist. Farben und Material sind herrlich altmodisch zusammen („vintage“ in Neu-Deutsch) und um das zu unterstreichen möchte ich die Decke gerne häkeln. Blüten vielleicht, viele kleine Blüten. Oder Granny Squares. Auch da bin ich noch unentschlossen.

wrap häkelmonsterWenn ich es bei allem schaffe den grünen Wrap (cooles Wort für eine den Körper umhüllende weiche Sache, das ich gar nicht übersetzen möchte) zu verlängern wäre das ein Traum. 1,20m ist er jetzt und das reicht noch lange nicht. Ich mache mir deshalb jetzt immer „Motivationsfädchen“ an den Rand. Pro Tag ein Fädchen und dann sehe ich am Abend wie weit ich gekommen bin. Geht allerdings auch immermal nach hinten los, wenns nur 1 cm geworden ist …

Was ich von allen Projekten dann am Ende des Monats tatsächlich geschafft habe zeige ich Euch gerne Anfang April. Ich bin nämlich mal wieder entschlossen meine WIPs intensiver anzugehen und vielleicht klappt das ja besser, wenn ich monatlich drüber schreibe. Erst Recht, wenn ich weiß dass ich damit nicht alleine bin – habt Ihr schon bei Maschenfein gestöbert wer momentan was auf den Nadeln hat? Das ist mindestens so motivierend wie meine Motivationsfädchen.

Knitting Tools

Zwischen dem Schreiben der Überschrift und dieser ersten Zeile sind nicht wenige Minuten vergangen, die ich damit verbracht habe mir zu überlegen, wie das, was ich schreiben möchte, eigentlich auf deutsch heißt. Handarbeitszubehör? Hilfsmittel für Handarbeiten? Wollwerkzeug? Passt irgendwie alles nicht. Dann doch lieber knitting tools.

Zumal das dem was Du, Marisa, auf Instagram gesehen hast sehr nahe kommt. #knittertools heißt es da und Du hast gefragt, was für mich (bzw. für die, die Deinen Blog lesen) unbedingt dazu gehört.

Hier ist meine Antwort:

knittertools häkelmonsterStatt einer Schere habe ich neuerdings ein kleines Taschenmesser, das mein Chef meinem Sohn geschenkt hat. Und der fand es naheliegend, dass ich es dann auch benutzen darf.

Die kleinen gelben Stiefel kommen vom YarnCamp 2014. Mienchen hat sie mir geschenkt und wenn ich beim Socken stricken eine Pause mache, gibt es nichts besseres um die Nadeln zu sichern.

Das Maßband ist immer dabei und zeigt nicht nur Zentimeter an, sondern auch Inches – was, wenn man wie ich auch auf Englisch schreibt, superpraktisch ist.

Den kleinen Haken da drunter kennen wir alle: ich habe unglaublichen Horror davor, dass sich eine meiner Nadeln mal vom Seil löst und deshalb kontrolliere ich den Sitz jedes Mal bevor ich anfange weiterzustricken.

Daneben liegt das, was ich Maschenmarkierer nenne. Dazu gehören Ohrringe, die keine Brüder mehr haben, Sicherheitsnadeln und Markierer, die tatsächlich welche sind. Je nach Nadelstärke und Zweck habe ich dann immer das, was ich brauche dabei (dick oder dünn, mit Ring oder „abklappbar“)

Und zwei Nadeln. In jeder ist normalerweise irgendein Wollfädchen, aber fürs Photo habe ich die abgemacht.

All das transportiere ich in dieser wunderbaren (Zigaretten-)Dose, die ich irgendwann mal auf dem Flohmarkt gefunden habe. Mein Mann hat sie dann vor ein paar Jahren aufarbeiten lassen und mir im gleichen Jahr zu Weihnachten geschenkt. Das Besondere? Die Frauen in meiner Familie (Urgroßmutter, Großmutter, Mutter) heißen Dagmar mit erstem oder zweitem Namen. Ich auch. Und hätte ich eine Tochter bekommen, … aber das ist nun müßig.

Das sind sie, die Dinge ohne die ich nicht mehr stricken oder häkeln möchte, aber damit ist die Dose bei weitem nicht leer.

knittertools häkelmonsterAuf dem Boden der kleinen Kiste liegen immer eine Basketball-Weihnachtskarte (ratet wo ich die her habe …) und eine Botschaft des Sohnes. Außerdem gibt es ein Häkelblümchen, in das ich Nähnadeln stecke (mal mehr mal weniger, zur Zeit nur eine). Das kleine Grün-Orange in der Bildmitte ist Lego.

Mit der Schere habe ich dem Baby die Nägel geschnitten. Ich brauche sie jetzt, wo ich das Taschenmesser habe, eigentlich nicht mehr und doch ist sie immer dabei. Sie steckt in einer gerollten und mit Tesafilm zusammengeklebten Woll-Banderole. Ein Provisorium, das schon seit Jahren hält.

Wo der Schmetterling herkommt und die diversen kleinen Perlen erinnere ich nicht. Aber auch die sind immer dabei.

Und bei allem frage ich mich wo die Murmel hingekommen ist, die da auch immer drin war. Ich denke, die gehe ich jetzt mal suchen.

Was gehört für Euch zum stricken oder häkeln dazu?

Poncho, Teil II (und Ende …)

Die gute Nachricht: bis gestern Abend war ich total im Zeitplan und der Poncho wuchs wie geplant. Die schlechte: das war trotzdem nichts. Freundin, Wolle, Poncho – das passte einfach nicht zusammen. Also habe ich letzte Nacht 21 cm wieder aufgeribbelt …

Cachmerino HäkelmonsterEine Woche stricken in jeder freien Minute: schon vor dem Frühstück und abends viel zu lange (und entsprechend wenig geschlafen). Ewig lange Reihen, 360 Maschen rechts oder (schlimmer?) 360 Maschen links. Nee, nichts für mich. Da ist dann auch nicht mehr viel mit „Liebe in jeder Masche“, eher Groll. Und das hat sie nicht verdient, die Freundin.

Also neu! 18 Tage habe ich ja noch. Bei allem ärgere ich mich über mich selber. Spätestens an Tag 2 wusste ich, dass dass das nichts wird, dass das Bauchgefühl nicht stimmt. Und doch habe ich weitergestrickt. Ich dachte, das wird noch. Wurde es aber nicht.

Sonntag hat der Mann Geburtstag: 17 Gäste haben zugesagt, die zusammen 14 Kinder mitbringen. Keines älter als 12. Draußen 6°C und Regen. Drinnen Mittagessen, Kaffee, Kuchen.

Stricken ist also erstmal „on hold“ – Montag wieder. Bis dahin weiß ich dann hoffentlich auch was

Ein Poncho aus Cashmerino

Gestern habe ich angefangen einen Poncho für eine meiner ältesten und allertollsten Freundinnen zu stricken. Ihr Geburtstag ist Mitte März. Wie knapp das alles ist, ist mir dann erst vor dem Einschlafen aufgefallen (wann auch sonst?) und seither rechne ich.

Eine Anleitung habe ich nicht, nur eine Idee.

Die Wolle mit der ich stricke ist Cashmerino – 50% Kaschmir und 50% Merino. Super weich, super schön. Die Farbe ist nicht braun und nicht grün sondern irgendwo dazwischen. Außerdem kleine Tweed-Sprenkel, die ins rötliche gehen. Farbe und Wolle sollen wirken, deshalb habe ich mich entschieden glatt rechts zu stricken. Kein Muster. Stattdessen Hinreihen rechts, Rückreihen links. Zugegeben, das ist nicht sehr aufregend, aber ich denke, das Ergebnis wird perfekt.

Die Nadeln sind Stärke 3. Karbonz von KnitPro, nachdem Marisa da so von geschwärmt hat. Die sind auch toll: leicht, stabil und erstaunlich warm finde ich. Ein kleines „aber“ gibt es dennoch schon: die coolen Spitzen sind kurz und der Rest der Nadeln ist dunkel … Das heißt, dass ich bei Lampenlicht nichts mehr sehe. Oder wenig. Der vergleichsweise dunkle Faden, die dunkle Nadel – das geht einfach nicht mehr so gut wie früher. Aber die Tage werden ja wieder länger … Und vielleicht muss ich mich auch nur gewöhnen.

Poncho Cashmerino HäkelmonsterIch habe 360 Maschen angeschlagen. In Worten: dreihundertsechzig Maschen und dünne 3er Nadeln … (Sie ist wirklich eine sehr gute Freundin, sonst würde ich das nicht machen).

Vier Reihen sind 1 cm. Der erste Zentimeter ist schon fertig. Mehr nicht.

57 cm brauche ich.

Ich habe noch 15 Tage im Februar und 10 Tage im März. Dann bleiben mir drei Tage zum Spannen und Trocknen.

57 cm x 4 Reihen : 25 Tage = ungefähr 9 Reihen am Tag (3.150 Maschen), für die ich geschätzt eine Stunde brauche.

Das schaffe ich, oder? Vorausgesetzt, ich schlafe wieder. Aber jetzt, wo ich das einmal durchgerechnet habe …

Nachtrag: Eine Reihe in sieben Minuten war übrigens Wunschdenken. Neun brauche ich mindestens wenns schön werden soll.