In meinem Instagram Feed tauchen momentan überall Bilder aus 2016 auf. Warum? Ich weiß es nicht. Offenbar ist es gerade Trend, sich zu erinneren, was damals gestrickt wurde. Dem habe ich mich angeschlossen und auf Ravelry nachgesehen, was bei mir vor 10 Jahren auf den Nadeln war.
Was soll ich sagen – egal, wie originell auch immer jede von uns dachte zu sein, letztlich haben wir all das Gleiche gestrickt. Weltweit!
Und für einen Moment war alles wieder da.
Ganz weit vorne die Erinnerung an die Pussy Hats, die wir (gefühlt) alle nach der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl Ende 2016 gestrickt haben: Pinke Mützen mit Katzenohren, die zu einem Symbol für Frauenrechtsproteste wurden (und immer noch sind). Wer’s nicht erinnert: die Katzenohren spielten auf „pussy“ an (als Antwort auf das widerliche „grab ’em by the pussy“ von youknowwho) und symbolisierten den Protest gegen Sexismus und Misogynie. Bilder vom Women’s March im Januar 2017 – a sea of pink – gingen um die Welt. (Ich werde nie verstehen – nie! nie! nie! -, dass sie den Drecksack wieder gewählt haben).
Was war noch in 2016? Definitiv Hochsaison für riesige Tücher. Unglaublich viele riesige Tücher. Ist das echt so lange her? Die meisten liegen hier noch, wobei ich sie eigentlich nicht mehr trage.
Mit Ausnahmen.
Unverändert eines meiner Lieblingstücher ist das Skyggen Tuch, zu dem Sophia (@stich.fest) die Anleitung geschrieben hat. Skyggen ist norwegisch für Schatten. Gestrickt in Rowan Fine Tweed ist es mit jedem Tragen weicher geworden und bis heute liebe ich alles daran – bis hin zum kleinsten Tweed-Pünktchen.
Den größten Erfolg habe und hatte ich im gleichen Jahr jedoch mit einem noch viel größeren Tuch, das ich aus Silk Mohair Resten unterschiedlicher Hersteller gestrickt habe. Ich habe es Happy Cloud genannt. Auf kein Tuch werde und wurde ich bis heute so oft angesprochen. Zuletzt hat es Sarah (@ein_koffer_voll_wolle) im vergangenen Herbst bei BerlinKnits begeistert. Ich wage zu glauben, dass ich sie damit zu ihrem Martha Schal inspiriert habe.
Das dritte Tuch, mit dem ich besondere Erinnerungen verbinde, ist das Patchwork Tuch, eines der ersten Maschenfein Designs. Kaum das fertig, hat Ravelry es zu Community Eye Candy erklärt hat und auf seine Startseite gestellt. Über 6 Millionen Menschen haben einen Ravelry Account und mein Tuch auf der Startseite! Wenn ich daran denke, habe ich immer noch Gänsehaut.
Was war noch? Drei Jahre zuvor, also 2013, hatten Jessica (@schönstricken) und ich den (meines Wissens nach) ersten Crochet Along in Deutschland initiiert, um in Folge mit unfassbar vielen anderen Häkelbegeisterten eine bunte Babydecke zu häkeln. Über drei Monate haben wir Woche für Woche einen Teil der Anleitung in ihrem Blog veröffentlicht und in Bildern erklärt: 13 Teile mit jeweils 10 Reihen – nachzulesen unverändert hier. Niemals hätten wir damit gerechnet, dass so viele mit uns häkeln würden und dieser CAL so groß werden würde!
Heute, zehn Jahre später sind weder KAL, noch CAL etwas Besonderes. Damals war es ein Rausch, der lange anhielt.
2016 ist Jessica gestorben.
Soviel Trauer, so viele erschütterte Kommentare, die wir – ihre Blog-Partnerin Katrin und ich – versuchten zu steuern, indem wir dazu aufforderten, Quadrate zu häkeln, um sie für Jessicas Tochter zu einer Decke zu verbinden. Was dann passierte, war unbeschreiblich: wir wurden förmlich mit Granny Squares überflutet.
Aus den ersten Quadraten wurde, wie gepant, die Decke für die kleine Tochter (das ist die Decke im Bild). Alle anderen habe ich über Wochen nach Farben sortiert und zu weiteren Decken zusammengehäkelt. Eine rote, eine blaue, eine grüne … im Sommer haben wir sie in das Hospiz gebracht, in dem Jessica zuletzt gelebt hat.
2016. So viel ist in dem Jahr passiert. So viele „Erinnerungen in Wolle“. Da werde ich jetzt wohl noch eine Weile drüber nachdenken.
Verlinkt zum Samstagsplausch


Um es kurz zu machen: ich bin auf 100 qm mehr als 3 km gelaufen, treppauf, treppab und doch nicht fertig geworden. Wahrscheinlich, weil ich es einfach nicht schaffe, erst ein Zimmer aufzuräumen, dann das nächste. Und dann alles sauber zu machen.
Es gab sogar eine Zeit, in der ich dort gelebt habe und eigentlich nicht geplant hatte, zurückzukommen. Aber das Leben wollte es anders. Wisst Ihr alles, weil ich immer mal wieder darüber geschrieben habe (
Auflösen kann ich das gerade nicht. Aber vielleicht muß ich das auch nicht. Es passiert ja eh alles gleichzeitig.
Zugegeben, einen Moment war ich gestern versucht, mich Eddna anzuschließen mit der
Keine Vorsätze! Keine Jahresprojekte. Definitiv nicht. Die erfordern eine Disziplin, die ich nicht habe. Oder doch? Es gibt mittlerweile durchaus das Eine oder Andere, für das ich keinen Vorsatz mehr brauche. Dinge, die längst Teil meines Lebens sind und es auch bleiben.
Und – wer drauf gewartet hat – Wolle wird weiterhin mein Yoga bleiben. Auch das ist sicher. Genauso sicher ist, dass ich Feministin bleibe. Über Beides werde ich, wie bisher auch, in den kommenden Wochen und Monaten schreiben.
Nachdem ich die erste Variante seit Wochen trage und nicht mehr missen möchte, habe ich mich vergangene Woche (endlich!) drangesetzt, alles aufgeschrieben und nochmal nachgestrickt. Bisher passt alles und das sieht eine erste Teststrickerin (danke 💛) hoffentlich genauso.
Vorder- und Rückseite sind nicht gleich (wie auch?), außerdem sieht man auf der Rückseite den blauen und weißen mitgeführten Faden. Stört aber nicht. Weder sie, noch mich. Alle Enden (jeweils zwei weiße, blaue und rote) sind im iCord versteckt.
Nun also Jahresende. Rauhnächte. Aus der Zeit gefallene Tage. Und dann alles neu. Oder anders. Oder auch nicht.