Ich bin Nichtraucherin und – ich sage es nicht gerne – eine von den Unangenehmen. Da mache ich auch kein Hehl draus. Zigarettenrauch in meine Richtung gepustet, der Geruch von kaltem Qualm in Klamotten oder schmutzige Aschenbecher stören mich. Sehr! Und das sage ich dann auch. Nicht nur, weil es stinkt.
Rauchen schadet nahezu jedem Organ, erhöht das Risiko für Krebs sowie Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen und verkürzt im Zweifelsfall die Lebenserwartung deutlich. Nikotin macht abhängig, rauchen ist teuer und Passivrauch schadet obendrein auch anderen Menschen.
Wissen wir alle und doch …
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben 2025 immer noch 28,8% (aller Erwachsenen geraucht. 24% der Frauen, 33,9% der Männer. Knapp ein Drittel der Bevölkerung – das ist doch verrückt!
Warum ich das schreibe? Weil ich vergangene Woche gebeten wurde, ob ich nicht eine Tabaktasche stricken könnte. Ausgerechnet ich …
Spontan habe ich abgelehnt. Aber wie das so ist mit ungewöhnlichen Strickprojekten, hat es dann doch in mir gearbeitet: wie sehen Tabaktaschen überhaupt aus? Wie könnte ich sowas stricken? Was wäre sinnvoll? Finde ich irgendwo Maße?
Aber auch: Was würde sich ändern, wenn ich den Wunsch ablehne? Wahrscheinlich nichts. Sie würde weiterrauchen, auch ohne die gewünschte Tabaktasche. Was ich davon halte, weiß sie sowieso. Gesagt habe ich es trotzdem nochmal. Bevor ich dann doch in die Kiste mit den Sockenwollresten geguckt habe …
Das erste Modell wurde viel zu klein. Statt zu ribbeln habe ich es dann quadratisch gestrickt und überlege, oben einen Reissverschluß einzunähen. Eine kleine Tasche für was auch immer.
Die zweite Version habe ich auf Basis der ersten berechnet und doch ist es wieder passiert. 16 cm breit sollte sie werden, hätte sie auch werden müssen. Ist sie aber nicht. Es sind nur 14 cm. Erklären kann ich das nicht. Beide Tabaktaschen-Varianten sind in Sockenwolle und mit dem gleichen Muster gestrickt. Offenbar soll es nicht sein.
Trotzdem werde ich die zweite Variante jetzt fertig machen. Es fehlt nur noch ein Stück vom Umschlag. Daran kommt dann ein langes Band. Vielleicht mit einer Holzperle am Ende. Mal sehen, was ich finde.
Vielleicht wird auch dieser kleinen Tasche dann am Ende eine ganz andere Aufgabe zugewiesen. Sie wird dann nicht Tabaktasche, sondern nimmt Kleinkram auf oder schützt ein kleines Notizbuch. Wünschen kann ich mir das ja …
Verlinkt zum Samstagsplausch


Für das erste Paar –
Also ein drittes Paar. Vielleicht mit lila Ferse. Oder mit lila Spitze. Am Ende wurde es nur grün, weil ich zu bequem war zu entscheiden. Auch gut. Ich habe keine Ahnung, wieso das so schnell drei Paare wurden. Da muss geschenkte Zeit im Spiel gewesen sein. Ein paar dieser Stunden, die nur der Sommer hat.
Geschenkte Zeit sind auch die Tage mit dem Sohn. Immer noch wünsche ich ihm eine Wohnung in der Stadt und jetzt, wo das tatsächlich klappen könnte, merke ich, wie sehr ich es genieße, ihn immer noch um mich zu haben. Er macht sein Ding, ich mache meins. Ab und an machen wir auch was zusammen. Ich liebe es, wenn er mich im Büro anruft und fragt, ob wir zusammen essen. Er würde dann kochen. Ein echtes Geschenk – nicht nur geschenkte Zeit. Zu sehen, wie er hier Wochenende für Wochenende mit anpackt, Fenster abschleift, spachtelt und den Kitt erneuert, macht mich stolz.
Dann halfen wir der Schwiegermutter vom Haus in eine Wohnung zu ziehen, um wenige Jahre später eben diese Wohnung aufzulösen. Anfänglich waren wir sorgsam, Alles sollte ein neues Zuhause bekommen. Und so gingen die riesigen Monstera Pflanzen an die Töchter eines Freundes, ein Teil des Porzellans ist jetzt in Freiburg, die andere Hälfte in Berlin bei einer Nachbarin. Ein anderes Design begeisterte die Tochter von Freunden in München. Der Schreibtisch des Schwiegervaters kam zu uns. Auch die vielen, kugeligen Weck-Gläser sind seither hier. Aus der Wolle in ihrer Schublade habe ich einen
Für mich hat Berlin unverändert die allertollsten Flohmärkte. Am schönsten ist wohl der an der
Aber zurück zu den Flohmärkten. Immer wieder gerne gehen wir auch zum 
Gestrickt wird von unten nach oben, also die Füße zuerst. Die Arme sind sehr clever eingestrickt; die dunkle Nase ist ebenso aufgestickt wie Mund und Augen. Der Kontrast ist dabei tatsächlich größer, als in meinen Bildern.
Mit 8-fädiger Sockenwolle, weil ich kein anderes Braun hatte. Das ist einerseits gut, weil die robust ist und nicht pillt. Andererseits ist es nicht so schmusig geworden, wie ich es gerne gehabt hätte. Aber der Bauch ist rund und weich – das versöhnt mich. Cappybaras sind Schmuser. Wußte ich auch nicht.
An einem Abend war mein Capybara fertig. Am nächsten Abend dann sein Blumen-Kragen. Wobei mir der tatsächlich weniger Spaß gemacht hat. Muß man doch Blatt für Blatt einzeln stricken, ehe alle Blätter dann zusammengehäkelt werden. Jedes hat zwei Fädchen, die vernäht werden wollen … Ziemlich kleinteilig alles und doch denke ich, dass sich die Mühe gelohnt hat. Der Kragen steht ihm einfach gut.
Nach dem traditionellen Glauben der Yanomami (der größten indigenen Volksgruppe im Amazonas-Gebiet – auch das weiß ich aus Wikipedia) gibt es nämlich für jeden neugeborenen Menschen einen Doppelgänger in Form eines Capybaras, der dessen Lebenskraft teilt.
Zwei der Knäuel wogen 60gr, das dritte knapp über 100gr. Gefühlt war es Sockenwolle. Trotzdem habe ich spontan entschieden, da einen
Gestrickt habe ich einen Raglan-von-oben aus dem 100gr. Knäuel. Mit kleinem Schlitz und Knopf im Nacken, damit ein Kinderkopf sicher durchpasst. Für die Ärmel habe ich jeweils eins der kleineren Knäuel genommen und abgewickelt, bis der Farbverlauf passte. So sind sie identisch, wenn auch nicht identisch zum Körper. Aber das klappt bei Farbverlauf-Garnen sowieso nicht, weil – logisch – ein Armumfang schmaler ist, als ein Bauchumfang.
Von den kleinen Knäueln blieb so viel Wolle übrig, dass ich da nun