Ferien in Frankreich

Wir sind wieder da. Schon seit einer Woche. Und so gerne ich in Berlin bin – dieses Mal ist es mir ungewohnt schwer gefallen, hierher zurückzukommen. Zwei Wochen Ferien sind manchmal einfach zu kurz. Zu kurz für richtige Erholung. Zu kurz, wenn Frankreich so schön ist.

Gemacht habe ich nichts. Nichtmal gelesen oder Postkarten geschrieben. Aber während der Sohn ein Basketball-Camp (was auch sonst?!) besucht hat, waren der Mann und ich spazieren. Am Wasser entlang oder durch die Kleinstadt. Im Hafen und manchmal auch in der Einkaufsstrasse. Und überall, wo wir waren, habe ich kleine Blätter aufgehängt oder hingelegt. Möglichst so, dass sie zu ihrer Umgebung passten.

Ich denke gerne, dass irgendjemand ein Blatt findet und sich darüber freut. Vielleicht ist es auch nur der Wind, der sie mitnimmt. Aber spielt das eine Rolle?

Und weil ich immer wieder gefragt werde, wie ich sie stricke, kommt hier eine grobe Anleitung. Man muss dafür rechte Maschen können, wissen wie man eine iCord strickt, linksgeneigte bzw. rechtsgeneigte Abnahmen und wie man aus einer Masche zwei herausstrickt (kfb).

Den Anfang bildet eine iCord. Das wird der Blattstiel. Dazu 3 Maschen anschlagen und 5 Reihen stricken.

In der nächsten Reihe aus jeder der 3 Maschen 2 Maschen herausstricken (kfb). Diese 6 Maschen auf zwei Nadeln verteilen: die Maschen 1, 3 und 5 auf eine Nadel, 2, 4 und 6 auf die andere.

Ab jetzt wird mit drei Nadeln des Nadelspiels in Runden gestrickt. In der ersten Runde alle 6 Maschen einfach abstricken.

In der nächsten Runde (das müßte Runde 8 sein): 1M rechts, 1 Umschlag, 1M rechts, 1 Umschlag, 1M rechts = 10M

Runde 9: alle Maschen rechts stricken, dabei die Umschläge wie rechte Maschen behandeln (so dass kleine Löcher entstehen)

Runde 10: 2M rechts, 1 Umschlag, 1M rechts, 1 Umschlag, 2M rechts = 14M

Runde 11: wie Runde 9.

Runde 12: wie Runden 8 und 10, also rechte Maschen bis zur Mittelmasche, dann 1 Umschlag, die Mittelmasche, 1 Umschlag und wieder rechte Maschen = 18M

Diese beiden Runden nocheinmal wiederholen, so dass 11 Maschen auf jeder der beiden Nadeln sind.

Dann drei Runden (= 6 Nadeln) einfach nur rechts stricken.

Jetzt kommen die Abnahmen: Dazu in jeder zweiten Reihe am Nadelanfang eine Masche linksgeneigt (ssk) und am Nadelende eine Masche rechtsgeneigt (k2tog) abnehmen. So lange bis nur noch 3 Maschen auf jeder Nadel sind.

Nun die erste Masche auf der Nadel abheben, die beiden anderen zusammenstricken und die abgehobene Masche über die andere ziehen. Das gleiche auf der anderen Nadel.

Den Faden abschneiden und durch die letzten beiden Maschen ziehen. Ich vernähe dann immer nur das Fädchen an der Blattspitze und lasse das andere dran. Aber das kann jede machen wie sie möchte, denke ich.

Falls das jetzt nicht so erklärt ist, dass es wirklich verständlich ist, ist hier ein Video. Der Mann hat es aufgenommen, während ich ein kleines Blatt gestrickt habe. Ihr könnt es ja mal ansehen.

Es ist kein Kunstwerk, aber es hat richtig Spaß gemacht. Am späten Nachmittag auf der Veranda in Berlin. Das war dann doch fast wie Frankreich.

 

 

Juli

Wenn ich einen Lieblingsmonat habe, dann ist es dieser: Der Juli. Der Monat, in dem die Tage so lang und so hell sind. Der Monat in dem die Sommerferien anfangen. Der Monat, in dem mein Kind Geburtstag hat und in dem so vieles slow motion ist.

Das gilt leider auch für meine Strickprojekte. Alles dauert ewig, nichts ist fertig. Also fange ich erstmal auch nichts Neues an, sondern „arbeite ab“ ….

maschenfein häkelmonsterDas Tuch aus Marisas Buch:

kidsilk drops häkelmonsterDas pinke Tuch, das eigentlich noch im Juni fertig werden sollte.

häkelmonsterEin kleineres Tuch aus Sockenwolle, das ich vorgestern angefangen habe weil ich unbedingt sehen wollte wie der Farbverlauf ist. Jetzt bin ich schon relativ weit (über die Hälfte), habe aber noch kein brauchbares Bild gemacht. Nur einmal Farbverlauf aus allernächster Nähe.

Blätter leaves häkelmonsterUnd dann gibt es da noch die kleinen Blätter, die zu meinem Sommer dazu gehören. Irgendwann reicht es für einen Baum. Oder auch nicht. Aber so lange stricke ich sie. Eins nach dem anderen.

 

 

Estonian Lace

It has been a while since my grandmother-in-law gave me a scarf. A beautiful Estonian lace triangle. If I remember right it was given to her long before that, when visiting Estonia. However, I doubt she ever wore it and when we met for the first time she made it a present for me.

Honi soit qui mal y pense.

Since then I have tried everything to make it wearable … I soaked it in dishwashing liquid and later in shampoo. I let it dry in the sun and in the basement. Following Sophia’s advice, I steam-ironed it under a soaking wet cloth. There is nothing I did not do in my attempt to make it less scratchy. Nothing worked.

Estonian lace haekelmonsterAnd I am definitely not touchy (after all I am the one who loves sock yarn knits). But whatever they used for that scarf – there is no way I can wear it the way it is.

Sadly, there is not much left to do, other than maybe a magic spell at full moon … Any suggestions anyone? Anything I might try to soften the scarf?

Thanks a million!

Gar nicht kleinkariert

Anfang Juni habe ich über das Garn von Studio Yarn gebloggt. Hier kommt nun die versprochene Fortsetzung. Die könnte ich eigentlich ganz kurz fassen: Alles super! Aber das Garn verdient mehr.

Denn es hat super Farben, ein super Maschenbild und eine super Qualität. (Eben wirklich alles super 🙂 ).

Hingen da nicht gerade 11 verschiedene Knäuel gleichzeitig dran wäre meine Begeisterung wohl noch größer. So bin ich an den Wohnzimmer-Fußboden gebunden (im wahrsten Sinne des Wortes) wo die Knäuel in der richtigen Reihenfolge liegen, kann mich nicht bewegen, finde das eher ungemütlich und das entstehende Tuch auf meinem Schoß zu warm für die Jahreszeit … Also stockt alles seit ein paar Tagen.

Dabei bin ich schon ziemlich weit. Ich kann zwar unverändert keine Bilder zeigen, weil Marisas Buch noch nicht raus ist, aber Detail-Aufnahmen sind erlaubt.

Studio Yarn HäkelmonsterAlle Qualitäten gehen tatsächlich sehr gut zusammen. Würzburg (98% Wolle, 15% Polyamid) in pink, passt super gut zu den Grautönen von Ems und Elbe, bzw. dem Blau der Donau (alle drei 50% Wolle, 50% Baumwolle).

Studio Yarn Häkelmonster

Mainau in rot, Würzburg in pink und München in wollweiß (alle drei 85% Wolle, 15% Polyamid) habe ich mit Elbe (50% Wolle, 50% Baumwolle) kombiniert.

Studio Yarn Häkelmonster

Zum schwarz-goldenen Brocken (42% Wolle, 58% Viskose) passen Saale (50% Wolle, 50% Baumwolle) und Donau. Das goldene Garn ist Arber (wie Brocken).

Studio Yarn Häkelmonster

Hier sind Mainau und München kombiniert mit Donau und Saale.

Studio Yarn Häkelmonster

Das blau-violette Garn ist Föhr (85% Wolle, 15% Polyamid) – alle anderen sind bereits auf anderen Bildern benannt.

Ich stricke mit einer 6er Nadel KnitPro Kubics und das funktioniert wunderbar. Wenn ich eine neue Farbe brauche, greife ich einfach in die Kiste in der die Knäuel liegen und nehme was kommt. Ohne hinzusehen. Und auch das überzeugt mich. Ich habe noch keine zwei Knäuel erwischt, die mir zusammen nicht gefallen hätten.

Die Baumwoll-Woll-Mischungen verfilzen sich dann schon beim Stricken ein bißchen (sieht man auch auf den Bildern), andere wiederum haben eine ganz klare Struktur – ich mag das sehr. Und der Viskose-Glanz ist toll. So gold in dem Schwarz. Fast Metallisch.

Ich hätte noch ein Bild von Watzmann oder Zugspitze machen sollen merke ich gerade. Das sind die Garne, in denen 20% Leinen mit drin ist. Das hat sowas Raues, was zum Glück auch rauh bleibt.

Ob ich tatsächlich weniger Garn verbrauche als mit anderer Wolle weiß ich noch nicht, aber das Tuch ist bisher sicherlich leicht. Leichter als ich bei Nadelstärke 6-8 vermutet hätte. Wenn es fertig ist werde ich es wiegen.

Aber bis dahin ist wie gesagt noch ein bißchen was vor mir. Und da mache ich mich jetzt gleich wieder dran, ehe der Rest der Familie nach Hause kommt.

Spätestens im August zeige ich Euch dann wie es geworden ist.

 

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Ringelsocken

Im März hat Katrin Socken gezeigt und erklärt, die sie aus der schoenstricken-Streifenwolle gemacht hat. Das Ganze war ein zweiteiliger Mini-Knitalong und das Garn war das, was Jessica und Katrin zusammen mit Lang Yarns entworfen hatten.

Nach Jessicas Tod haben Daniela (gemachtmitliebe.de) und später Lutz (maleknitting.de) angekündigt, auch Socken aus eben dieser Wolle stricken zu wollen.

Da war irgendwie klar, dass ich das auch machen würde. Nicht, dass ich nichts zu stricken hätte gerade (deshalb hat’s jetzt auch länger gedauert als ich wollte, bis ich angefangen habe), aber hier lag immer noch das Garn, das vom Stricken der Babysäcke übrigegeblieben war und irgendwie konnte ich es nicht einfach wegpacken. Ich wollte etwas damit machen!

Streifenwolle schoenstricken haekelmonster BabysackDabei bin ich – ehrlich gesagt – weder ein Fan von Blockstreifen noch von Pasteltönen. Für Babies mag das gehen, aber für Socken? Egal. Ich habe einfach eins der Knäuelreste von innen nach außen gewickelt und ein anderes von außen nach innen. Und dann schöne schmale Ringel gestrickt.

Streifenwolle schoenstricken haekelmonster

Das klappte beim ersten Sock perfekt, beim zweiten musste ich zweimal ansetzen, weil der Kontrast der beiden Türkistöne (mir) zu ähnlich war. Aber mit dem Ergebnis bin ich jetzt super zufrieden.

Streifenwolle schoenstricken haekelmonster SockenDie Socken passen, weiß, grau und rosa finde ich wunderbar zusammen und der nächste Winter kommt bestimmt. (Aber das dauert noch ganz, ganz lange!!).

Streifenwolle schoenstricken haekelmonster SockenHabt Ihr auch Socken aus diesem Garn gestrickt oder habt es vor? Wie sehen sie aus?

 

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