Sockenspitzen-Manipulation. Erlaubt?

Die Mutter meiner Freundin Tamara hat Socken für mich gestrickt. Einfach so. Total unerwartet besitze ich also jetzt ein Paar superschöner, bunter Socken.

Klar, dass ich sie sofort angezogen habe (bei weit über 30°C). Alles prima, passen tun sie auch – höchste Glückseligkeit also, wäre da nicht die Spitze (gewesen) …

So spitz, wie meine Zehen nicht sind und weil sie offensichtlich den Faden mehrfach durch die letzten Maschen gezogen hatte, war nun an der Spitze der Spitze (an der Formulierung könnte ich vielleicht nochmal arbeiten) ein fester kleiner „Knubbel,“ der drückte.

Ich war mir nicht sicher, was ich damit machen soll. Hoffen, dass der Knubbel mit der Zeit weicher wird oder die Zehen sich gewöhnen? Die Socken erst mal in die Schublade packen, weil’s eh zu warm ist draußen? Mich nicht so anstellen? Oder die Spitze neu stricken …

Ich habe mich für Letzteres entschieden, geribbelt und zusammengenäht.

Und auch wenn diese tollen Socken jetzt (für meine Füße) super bequem sind, fühlt es sich an, als hätte ich etwas Verbotenes getan, indem ich ein so liebevolles Geschenk im wahrsten Sinne des Wortes „umgestrickt“ habe. Oder ist es eigentlich gar nicht so schlimm?

Was hättet Ihr gemacht?

The helicopter inside of me

There’s no one who makes me laugh like that (and sometimes exasperates me to the same extent), no one taking after me so much (while being so different), no one for whom I’ve crocheted so many monsters (and knitted so many loops, because he has lost them all), no one to worry about so much – while being very sure he’ll make his way.

Last Sunday, the son turned 14.

FOURTEEN years! He had wished for a Frankfurter Kranz (Frankfurt crown cake) with 14 cherries. A wish easy to be satisfied, “a piece of cake” so to speak. We would celebrate at a lake. It was a perfect day.

As most airlines consider 14-year-olds to be grown-ups (no comment), right now the son is flying all by himself to Mallorca to spend a week with friends. Estimated time of arrival: 7h38 pm local time.

Never again he’ll travel with a flight attendant holding his hand. Never again his parents will have to wait at the gate for the flight’s departure (because the airline wants it that way). He can handle that, he says. I am sure he can, still …

So, now I’m sitting on the porch, knitting one baby hat after another, telling me how wonderful it is to have so much time to myself (and for myself) over the next few days, only to realize there’s more of a helicopter mom inside of me, than I thought there was.

The little turquoise bonnet is made of cotton – perfect for the summer. The son took it with him (the minute I had woven in all ends) to give it to his friend’s baby sister. Otherwise, I would have hang it on the clothesline with the others for a group picture of bonnets.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Helikopter in mir

Es gibt niemanden, der mich so zum Lachen bringt (und manchmal so zur Verzweiflung), niemanden, der mir so ähnlich ist (und dann doch so anders), niemanden, für den ich so viele Monster gehäkelt habe (und so viele Loops gestrickt, weil er sie alle verloren hat), niemanden, um den ich mir so viele Gedanken mache – und bei dem ich mir doch so sicher bin, dass er seinen Weg machen wird.

Sonntag ist der Sohn 14 geworden.

VIERZEHN Jahre! Frankfurter Kranz hat er sich gewünscht. Mit 14 Kirschen. Wenns sonst nichts ist. Danach waren wir im Strandbad. Perfekter Tag.

Und nachdem die meisten Fluggesellschaften 14jährige für erwachsen halten (sage ich nichts zu), fliegt er genau jetzt alleine nach Mallorca. Landung um 19h38.

Nie wieder an der Hand einer Flugbegleiterin. Nie wieder mit Eltern, die am Gate bis zum Abflug warten (müssen, weil die Fluggesellschaft das so will). Er kriegt das hin, sagt er. Da habe ich keine Zweifel, aber trotzdem …

Nun sitze ich also auf der Veranda, stricke eine Babymütze nach der anderen, sage mir wie toll das ist, dass ich jetzt eine Woche lang so viel Zeit haben werde und stelle fest, dass wohl mehr Helikopter-Mutter in mir steckt als ich dachte …

Die kleine türkise Mütze ist aus Baumwolle – perfekt für den Sommer. Der Sohn hat sie (kaum dass ich das letzte Fädchen vernäht hatte) mitgenommen für die kleine Schwester seines Freundes. Sonst wäre sie auch noch auf der Leine gelandet fürs Gruppenbild (die Mütze, nicht die Schwester).

Power Outage

Due to power outage things went haywire today. No radio, no TV, no internet, no PlayStation (yay!). Nothing but quiet. No kettle (no tea), no toaster (no toast), no oven (no leftovers from last night) … that’s worse. To top that: the son’s power bank needs to reload, just like his cell phone. There is no warm water to take a bath. All of this happening while on summer vacation … Unacceptable for a teenager.

There is more than enough water outside though: Since this morning, rain comes down in sheets, which makes things even worse. Anything pleasant (basketball) as well as anything rather unpleasant (mowing the lawn) is impossible. Not only outside the house, but inside as well.

Ironing? Vacuum-cleaning? Bankwire? All impossible. There is not much left to be done without electricity. Definitly something I should think about more often. As luck would have it, I listened to a short book review on the radio the other day and it was about the very same subject, only worse: Blackout by Marc Elsberg. The story: In winter, all power grids collapse in Europe for several weeks. No gas stations, no ATMs, no tap water, no food logistics, no heating, but anarchy in the streets after little more than a week. Reviews range from awesome to boring, from gripping to lengthy. The German version has 800 pages that I really want to read. Especially after today.

„Fast, tense, thrilling – and timely: this will happen one day. Highly recommended.“ (LEE CHILD)

Luckily, no electricity is needed for knitting. This is why I got to put up my feet early today to cast on something new: baby hat Alida for baby Sophie, who was born the day before yesterday (her father is a basketball coach). The pattern is from the fabulous KlompeLompe book that I wrote about a while ago (in German).

The little bonnet is very cute, fits a tiny basketball and was done in no time. I sure hope it will fit the baby as well.

Nevertheless, I would like to have electricity now. And toast with apple jelly.

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Stromausfall

Seit Stunden geht hier gar nichts. Kein Radio, kein Fernsehen, kein Internet, keine PlayStation (Ha!). Schön ruhig alles. Kein Wasserkocher (kein Tee); kein Toaster (kein Toast); kein Backofen (keine Reste vom Vortag) … da wird’s dann schon schwieriger. Aber es geht noch schlimmer: Die Powerbank des Sohnes ist leer. Der Handy-Akku mittlerweile auch. Es gibt kein warmes Wasser für die Badewanne. Und das in den Ferien … Eine Zumutung für jeden Teenager.

Dafür fällt draußen mehr als genug Wasser vom Himmel: Seit heute morgen schüttet es wie aus Eimern. Das macht alles nicht besser. Schöne Dinge (Basketball) und weniger schöne (Rasenmähen) fallen einfach mal weg. Nicht nur draußen, auch drinnen.

Bügeleisen? Staubsauger? Online Überweisungen? Geht auch alles nicht. Ohne Strom bleibt echt nicht viel. Das macht man sich viel zu selten klar. Der Zufall will es, dass ich gestern morgen auf Deutschlandradio Kultur eine kurze Buchbesprechung zu genau dem Thema gehört habe. Nur deutlich bedrohlicher. Blackout. Morgen ist es zu spät von Marc Elsberg. Die Story: im Winter brechen in Europa für mehrere Wochen die Stromnetze zusammen. Keine Tankstellen mehr, keine Geldautomaten, kein Trinkwasser, keine Lebensmittellieferungen, keine Heizung und nach einer Woche Anarchie auf den Straßen. Die Rezensionen reichen von genial bis langweilig, von packend bis langatmig. 800 Seiten, die ich lesen möchte. Nach heute erst recht.

„Das Tolle an dem Buch ist, dass es so glaubwürdig recherchiert ist, dass man sich auf jeder Seite sagt, ‚ja, genau so wäre es‘. Mir jedenfalls ging es gestern Abend vor dem Zubettgehen so, dass ich, als ich auf den Lichtschalter im Bad drückte und es hell wurde, dachte: Puh!“ (Andreas Eschbach, Science-Fiction-Autor)

Zum Glück braucht Stricken keinen Strom. Nie hatte ich deshalb bessere Argumente, um heute schon am frühen Nachmittag die Füße hochzulegen. Wollte es doch ein weiterer Zufall (oder besser: Noras Strickfrage per Mail ❤︎), dass ich vorgestern nach langer Zeit mal wieder das KlompeLompe-Buch in der Hand hatte, um dann gestern zu erfahren, dass einer der Trainer des Sohnes Vater einer Tochter geworden ist. Wenn das mal nicht gut zusammen passt!

Und weil ich momentan sowieso keine Lust mehr habe, an dem, was hier überall rumliegt, weiter zu stricken, habe ich fix die niedlichste Babymütze überhaupt angefangen und gleich fertig gestrickt. Das ging ganz schnell. Mütze Alida für die kleine Sophie.

Trotzdem hätte ich jetzt gerne wieder Strom. Und dazu Toast mit Apfelgelée.