Halle an der Saale

Über Silvester waren wir in Sachsen-Anhalt. Da leben meine Eltern (gefühlt) seit Menschengedenken. Was nicht stimmt, es sind 18 Jahre. Trotzdem haben wir es (in 18 Jahren!) noch nie geschafft von dort aus nach Halle zu fahren. Und wir reden hier nicht über Tagestouren sondern über eine Strecke von 17 km.

Wie dem auch sei – Neujahr sind wir gefahren.

Ein Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung war der Auslöser: In Halle gibt es seit 2010 den Kunstkiosk Herr Fleischer. Der vier Quadratmeter große Kiosk war vorher ein Zeitungskiosk mit Zeitschriften, Süßigkeiten, Zigaretten … was es halt so gibt am Kiosk. Aber dann wurde er geschlossen und sollte abgerissen werden.

Neun Kunststudenten wollten das nicht zulassen und gründeten deshalb einen Verein. Der kaufte den Verkaufskiosk kurzerhand und pachtete das Stück Bürgersteig auf dem er steht.

Fadenscheinige Meeresforschung Halle HäkelmonsterSeither ist es ein öffentlicher Kunstraum, in dem zur Zeit die Ausstellung des Instituts für Fadenscheinige Meeresforschung gezeigt wird.

Fadenscheinige Meeresforschung – klasse oder? Ihr wisst was das heißt: Wolle!

Gezeigt wird eine bunte Unterwasserwelt, mehrheitlich gehäkelt und jedem zugänglich so lange es draußen hell ist. Öffnungszeiten abhängig vom Tageslicht. So cool! Man geht drumherum und dann sieht der Kiosk tatsächlich fast so aus wie ein Aquarium. (Amateurphotos durch die Scheiben sind jetzt nicht so der Knaller, aber egal.)

Fadenscheinige Meeresforschung Halle HäkelmonsterFadenscheinige Meeresforschung Halle HäkelmonsterFadenscheinige Meeresforschung Halle HäkelmonsterFadenscheinige Meeresforschung Halle HäkelmonsterNähere Infos zur Ausstellung gibt es hier, mehr über hr. fleischer e.V. (Namensgeber ist übrigens der letzte Pächter) findet Ihr hier und im Blog gleichen Namens.

Damit war unser Ausflug aber noch nicht vorbei. Denn keine 50 Meter von Herrn Fleischer entfernt ist einer der wunderbarsten Perlen- und Knopfläden, in denen ich je war: das Perlhuhn.

Perlhuhn Halle HäkelmonsterKnöpfe in schweren Bilderahmen oder unter Glas, in Vitrinen und von Licht angestrahlt. Von jedem immer nur einer, aus jedem nur denkbaren Material und von überall auf der Welt.

Perlhuhn Halle HäkelmonsterDer Mann hatte den Laden entdeckt und vielleicht tat es ihm dann leid. Jeden Knopf habe ich angesehen und viele, viele Perlen. Ein Fest! Wenn Ihr also mal in der Gegend seid …

Danach gab es Kaffee im Café und Kunstraum Rosenburg. Auch das unbedingt eine Empfehlung. Weil es total nett ist und vielleicht auch ein bißchen weil gegenüber, auf der anderen Strassenseite, sechs Basketball-Körbe auf einem richtigen Platz sind :o) So hatte jeder seins.

Rosenburg Halle HäkelmonsterUnd dann – nein, es ist noch nicht zu Ende – haben wir diese Ausstellung entdeckt: „Wo alles anfängt“ zeigte Arbeiten von Studierenden und Lehrenden der Schmuckklasse von Professor Daniel Kruger an der BURG.

„Autorenschmuck,“ so heißt es in der Presseerklärung,

„das sind solitäre Stücke, plastische Objekte, deren Präsentationsfeld der menschliche Körper ist. Als Kunstform ist Autorenschmuck ein Objekt der Betrachtung, das am Körper getragen wird und über das Dekorative hinaus Fragen nach Identität, Geschichte(n) und Zeitgenossenschaft stellt. Er bringt zum Ausdruck, wie wir unser unmittelbares Umfeld wahrnehmen und verstehen. Dabei können die Schmuckstücke formal und abstrakt, aber auch figurativ und narrativ sein, in einer Größenordnung von klein und intim bis groß und repräsentativ. Das Tragen der Objekte wiederum ermöglicht eine Aneignung der darin verkörperten Ideen.“

Soll heißen – alles eher keine Schmuckstücke die man wirklich trägt, aber großartige Ideen, umgesetzt aus den verschiedensten Materialien, wie Plastik oder Metall, Stoffe oder Email. Jedes ein Einzelstück und richtig wilde Sachen.

Wo alles anfängt Halle HäkelmonsterSo war das in Halle. „Kunst-satt“ und hochzufrieden sind dann am Abend zu meinen Eltern zurück gefahren.

Und bis heute verstehe ich nicht, warum wir da nicht schon viel eher und viel öfter waren.

Kommt deshalb auf die Vorsatzliste 2016!

 

Wolle wickeln

Irgendeine Idee was ich zum Geburtstag bekommen habe? Wer das Bild ansieht weiß es – einen Wollwickler :o) Den hat der beste Mann von allen mir geschenkt. Und passenderweise gabs dazu eine große Tüte voller Sockenwollreste, die eine Freundin mir gebracht hat.

Sockenwolle HäkelmonsterAlso habe ich gewickelt. … Und gewickelt. … Und gewickelt. Das sieht nicht nur schön aus (wie Bonbons, oder?), das macht tatsächlich auch Spaß und geht superschnell. Kein Vergleich zum Wickeln mit der Papprolle wie bisher.

Die ersten drei Knäuel wandern gerade in ein Paar Socken (eins fürs Bein, eins für die Ferse, eins für den Fuß).

Socken HäkelmonsterDie anderen brauche ich mehrheitlich für einen größeren Test-Strick, den ich allerdings noch nicht zeige. Auch wenn ich ihn schon angefangen habe.

Eine Hälfte sind die geschenkten Wollreste, die andere ein Strang der großartigen handgefärbten Sockenwolle Nomade von Wollfaktor in einem Farbton der aussieht wie Himbeeren. Den hat Rebekka mir geschenkt als sie im Mai in Berlin war und bei uns gewohnt hat.

Wollfaktor Nomade Häkelmonster

Den fand ich schon hinreißend als sie ihn mir schenkte, aber so frisch gewickelt ist er tatsächlich unwiderstehlich.

Zwei neue Projekte also und neue Wolle, wenn auch Wollreste – sieht nicht (so) gut aus in Sachen Vorsätze … Und es ist erst Januar!

Riesenhappen

Riesenhappen von Langnese – die gab es schon als ich klein war. Nur hätte ich mich niemals mehr an den Namen erinnert. Aber wie weich die Waffel auf halber Strecke wurde und wie man das Eis dann zusammendrücken konnte, das weiß ich noch.

Vanille, Erdbeere, Schokolade. Daran erinnert mich der Loop, den ich gestern zu Ende gestrickt habe, total. Eigentlich war er schon fertig. Ich musste ihn nur noch zusammennähen. Aber wie das halt so ist …

Loop haekelmonster LangneseGestrickt habe ich mit Schachenmayr Originals Wool 125 aus dem Yarncamp Goodiebag in der Farbe Natur, kombiniert mit drei verschiedenen Farben von Drops‘ KidSilk: natur, hellbeige und hellrosa. Die hatte ich noch (bis auf das Knäuel in beige).

Loop haekelmonster LangneseDazu die großartigen Olivenholznadeln von addi.

Das Ergebnis ist total weich und warm. Ich bin ganz fasziniert was dieses dünne Mohair-Fädchen ausmacht. In Dichte und Farbe. Beige und rosa, Schokolade und Erdbeere, sind – dank des Naturtons der Schachenmayr-Wolle und der bunten Fädchen – meliert, so dass man meinen könnte die Farben gehen ineinander über.

Der fertige Loop ist knapp 30 cm breit und 160 cm lang. Damit passt er zweimal um den Hals. Heute durfte er zum ersten Mal mit ins Büro und es tut mir fast ein bißchen leid, dass draußen keine Minusgrade mehr sind …

Fürs Protokoll: Vorsatz 1 (ein UfO ist fertig) und Vorsatz 2 (die Wolle kam aus dem Bestand. Fast …) sind erfüllt. Yeah! :o)

 

 

Der rote Loop

Mein gestriger Tag? Bis 15 Uhr Büro, dann Treffen mit dem Sohn im Café (weil die Zeit zwischen Schule und Sport nicht reicht, um vernünftig zu Hause zu essen, geschweige denn Hausaufgaben zu machen), Training, Zahnarzt, Abendessen, Bett.

Für Ortskundige: Neukölln – Wannsee – Friedenau – Tiergarten – Neukölln.

80km. Feierabend um 21:30h. Ein fast normaler Mittwoch.

Da ist nicht viel mit Stricken und doch begeistern mich die 100 cm iCord, die ich trotzdem geschafft habe, so sehr, dass ich schnell Bilder zeigen muss, ehe ich mich wieder dem normalen Donnerstag hingebe …

Leider sitzt der zukünftige Loop-Träger seit 8 Uhr in der Schule, kann also nicht modeln – aber nachdem Sandras Sohn das kürzlich aufs allerbeste getan hat, guckt einfach auf Meine Fabelhafte Welt wenn Ihr sehen wollt, wie so ein Loop am Hals eines hübschen Jungen aussieht.

Cool, oder?!

Loop Häkelmonster iCordLoop Häkelmonster iCord

Januar

Fünf Tage ist 2016 jetzt alt und noch bin ich voller guter Vorsätze. Auf den Nadeln im Januar ist deshalb weniger denn je. Weil ich aufribbel anstatt zu stricken – das ist Vorsatz N° 1 für 2016.

Nicht schön, aber dann doch sehr befreiend: Endlos-Projekte, die hier seit Monaten rumliegen und irgendwie will da nichts draus werden, weil sie nicht zu Ende gedacht sind oder keinen Spaß machen oder was auch immer. Schade um Zeit und Wolle – also weg!

Mosaikstricken HaekelmonsterMosaikstricken macht mir richtig Spaß, es fasst sich auch super schön an, aber nachdem ich ohne Anleitung losgelegt habe, kann das bestenfalls eine Decke werden und dafür habe ich nicht genug Wolle. Also neu und dieses Mal mit Verstand. Ein Dreiecktuch wäre cool und so kompliziert kann das nicht sein.

Haekelmonster

Der Loop für den Sohn sollte im ersten Anlauf ein Tuch mit dem wunderbaren Namen „Down to the River“ werden. Aber die Farbverläufe haben mir überhaupt nicht gefallen. Also habe ich alles wieder aufgeribbelt. Im zweiten Anlauf wurde es dann besagter Loop, der binnen kürzester Zeit nur noch labberig hing. Also auch nichts.

Loop HäkelmonsterIm dritten Versuch ist es jetzt ein einfacher Loop, sowas wie ein Rollkragen ohne Pullover aber sitzen tut der auch nicht. Kompliment an die Wolle, das sie das bisher alles mitgemacht hat, aber auch hier ist Verstand gefragt. Offensichtlich taugt die Wolle nicht für einen Loop – das habe ich jetzt gelernt. Socken? Kinderjacke? Mal sehen. Aber erst mal wieder ribbeln.

Und weil es draußen kalt ist, bekommt der Sohn kurzfristig einen Loop aus feuerroter, weicher Merino-Wolle. Die hatte ich noch und damit bin ich bei Vorsatz N° 2: nicht mehr so viel Wolle kaufen, sondern Wolle nehmen, die da ist. Aber ob ich mich da im Februar noch dran erinnere …

Loop Merino Häkelmonster

Und jetzt sagt bitte niemand schwarzes Lace-Tuch! Da stricke ich schließlich erst seit 2013 dran … ;o)

Statt dessen nehme ich aber total gerne Tipps wie man aufgeribbelte Wolle wieder glatt bekommt.