Kleine Knäuel

Kleine Knäuel heißen ja gerne auch mal Wollreste. Nur mag ich das Wort nicht besonders. Wollreste – da schwingt „übrig geblieben“ mit. Ein Rest halt. Das hat was Abwertendes irgendwie. Ich finde, es wird den kleinen Knäueln, nicht gerecht.

Erst neulich habe ich wiedermal angefangene Knäuel geerbt und dann eins ums andere gewickelt. Immer gleich. Jedes Einzelne wird eine perfekte kleine Kugel aus Wolle. Jetzt liegen sie alle in einer Kiste mit denen, die da eh schon drin lagen und erfreuen mein Herz. So viele Farben! So viele Ideen! Und jedes könnte man mit jedem verstricken!

Manchmal möchte ich da noch mal einen Pullover draus machen. Vielleicht einen zweiten Lightweight Raglan Sweater nach der Anleitung von Purl Soho. Aber sobald ich die 2,5er Nadeln in der Hand habe, überlege ich es mir doch wieder anders.

Normalerweise notiere alles zu einem Projekt in Ravelry – ausgerechnet bei diesem Pullover habe ich das Anfangsdatum nicht geschrieben. Damals werde ich gewußt haben warum. Wahrscheinlich habe ich Monate an langen Reihen mit winzigen Maschen gesessen …

Und während ich überlege – Pullover ja / nein – stricke ich Socken aus zwei der kleinen Knäuel. Rose City Rollers heißt die kostenfreie (englische) Anleitung auf Ravelry. Meine werden sommertauglich in Regia Cotton und total aktuell, weil mit Rippen. Sieht zwar niemand, wenn sie in Schuhen verschwinden, aber ich weiß es und freue mich drüber.

Einer der ist fertig, der andere angefangen. Ich mag die Ferse mit den Hebemaschen. Sie sitzt auch gut. Die Idee, den Farbwechsel unter dem Fuß zu machen, war allerdings nur so semi-schlau. Sieht zwar schön aus, weil unsichtbar unter dem Fuß, aber wenn der Übergang von einer Farbe zur anderen,auch nach dem Waschen und ersten Tragen noch so deutlich spürbar ist, werden das eher nicht meine Lieblingssocken.

Bei allem sollte ich den Karton mit den Knäueln bald wieder zumachen. Sonst wird das doch noch ein Pullover …

 

Verlinkt zum Samstagsplausch

Fertig!

Gefühlt der 15. Blogpost über diese Decke – ich weiß –  aber sie ist tatsächlich FERTIG! 144 Quadrate sind zu einem großen Ganzen geworden und ja, auch das sage ich immer wieder: das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Auch bei dieser Decke.

Die Farben leuchten, passen zusammen und dank der Eigenschaften von Sockenwolle ist alles genau so, wie ich es haben wollte: die Decke hat ein Eigengewicht, wärmt, fühlt sich gut an, macht weder Knötchen noch Wollmäuse und kann, wenn’s sein soll, in die Waschmaschine.

Und als ich erstmal verstanden habe, wie man Granny Squares verbindet, ohne nach jedem Quadrat den Faden abzuschneiden und neu anzusetzen (…) war es (fast) ein Kinderspiel. Um es mit Ralph Waldo Emerson zu sagen: „Knowledge is when you learn something new every day.“

Der iCord-Rand war dann nochmal ein Akt … zwei Abende habe ich da dran gesessen. Rückwirkend bin ich froh, dass ich es gemacht habe.

Auf Waschen und Spannen habe ich dafür verzichtet. Das Eigengewicht von 865 gr. wird schon dafür sorgen, dass sich jedes Quadrat so dehnt, wie es soll. Stand jetzt ist die fertige Decke über 100 cm breit und knapp zwei Meter lang – zum Zudecken reicht das.

Der Teenager liebt sie und sogar die Strickfreundinnen Andrea und Magda finden sie schön. (Wir erinnern uns: eigentlich war sie ihnen zu bunt und zu unruhig).

Bei allem weiß ich allerdings, dass ich jetzt, wo diese Decke nach sechs Monaten endlich  fertig ist, so bald kein derart großes Projekt mehr häkeln werde. Eine in 2020, eine jetzt – das reicht.

Ich habe den Teenager gefragt, ob er die schöne, neue Decke mal ins Licht halten könnte. Konnte er.

Und ob er Ideen hätte, wie ich sie noch zeigen kann. Hatte er auch. Mehr kann man nicht wollen ❤️

Sommer

Draußen ist so viel Sommer, dass ich drinnen gar nicht so oft zum Stricken komme, wie ich gerne würde.

Erst hatten die Nachbarinnen Kirschen für mich, dann Mirabellen, schließlich waren überall Pflaumen und jetzt fallen im Garten die Äpfel von den Bäumen … Entsteinen, entsaften, kochen – gefühlt stehe ich seit Tagen durchgehend am Herd.

Jeden Abend trage ich Gläser mit Gelee in den Keller. Wunderbare Aussichten für den Winter. Das ist das Schöne daran.

Aber die Strickzeit reicht dann eben tatsächlich nur noch für Kleinstprojekte. So, wie dieses hier: pinwheel purse heißt es und gestrickt aus (Socken-)Wollresten war es superschnell fertig. Das Zusammennähen der fünf Teile hat dafür umso länger gedauert …

War es aber wert.

Denn nur so konnte ich rausfinden, ob es funktioniert. Ob sich ein pinwheel purse (da gibt es sicher auch ein deutsches Wort für, komme ich nur nicht drauf gerade) wirklich von alleine immer wieder zusammenfaltet und das tut es tatsächlich. Allerdings ist es so, wie ich stricke, leider gar nicht stabil, sondern irgendwie lappig. Ich hätte wahrscheinlich (noch) dünnere Nadeln nehmen müssen oder dickeres Garn. Habe ich aber nicht. Das heißt für Münzen taugt es nicht, bestenfalls für kleinen Schmuck oder andere leichte kleine Dinge.

Ich werde eine Aufgabe dafür finden. Oder ich frage die kleine Patentochter. Und bis dahin sitzt es hier halt auf der Sofalehne.