Wieder Januar und damit wieder mal Zeit für Vorsätze. Oder auch nicht.
Wobei ich tatsächlich sowas wie einen Vorsatz habe: seit zwei Wochen liegt hier ein kleines Buch, das nur auf Januar gewartet hat. Nicht, weil ich nicht wußte, was ich reinschreiben soll, sondern weil ich tatsächlich erst mit Jahresbeginn anfangen wollte, in dieses neue Heft (wie bisher auch) täglich drei Dinge aufzuschreiben, die gut waren. Dinge, Ereignisse, Begegnungen, Gespräche, Bücher, für die ich dankbar bin.
Das Schöne, Gute, Bunte zu erinnern, macht so viel mit meinem Kopf. Was anfangs mühsam erscheint, wird Tag für Tag immer leichter. Gedanken werden heller. Und das tut (mir) nicht nur im Berliner Winter gut.
Und sonst? Nichts. Nicht mal ein Blogprojekt. Kein Wunder, nachdem ich 2025 wieder nur bis zum Sommer gekommen bin, mit dem 12tel Blick, den monatlichen Bildern vom Hermannplatz, der Kirche am Südstern und den Holzwaben im Garten.
Zugegeben, einen Moment war ich gestern versucht, mich Eddna anzuschließen mit der Decke aus kleinen, gehäkelten Blumen. Aber zum einen gefällt mir gar nicht, wie die Blumen miteinander verbunden sind (ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das lange halten wird), zum anderen liegt hier ja immer noch der Sack mit Blumen aus 2023 (oder war es 2022?) – ich könnte also im Februar einsteigen (ach was: im März!) und hätte immer noch einen Vorsprung …
Keine Vorsätze! Keine Jahresprojekte. Definitiv nicht. Die erfordern eine Disziplin, die ich nicht habe. Oder doch? Es gibt mittlerweile durchaus das Eine oder Andere, für das ich keinen Vorsatz mehr brauche. Dinge, die längst Teil meines Lebens sind und es auch bleiben.
Sport zum Beispiel. Zweimal in der Woche Kurse mit den Nachbarinnen. Was anfangs Überwindung gekostet hat, ist auch jetzt nicht jedes Mal pure Glückseligkeit, aber nicht hinzugehen, ist keine Option. Dazu ist das Gefühl im Anschluß zu gut. Sogar der Muskelkater, der immer noch regelmäßig kommt. Bonus: mittlerweile nehme ich jede Treppe, ohne nach Luft zu schnappen, halte die Schmerzen in der Schulter unter Kontrolle und fühle Muskeln, die vorher definitiv nicht da waren. All das ist ein tolles Gefühl!
Dann ist da mein Job. Nach 15 Jahren immer noch der Gleiche. Und egal, was mich daran stört – keine Kolleg*innen, ständige Verfügbarkeit, lange Anfahrt – ich werde aufhören, Bewerbungen zu schreiben. Denn da ist auf der anderen Seite so Vieles, was gut ist, dass ich es nicht missen möchte. Das Wichtigste: ich bin frei. Mindestens so wichtig: ich arbeite für Menschen, die mich mögen, die mir vertrauen, integer sind und wertschätzend. Ja, mag sein, dass ich für das Eine oder Andere überqualifiziert bin, vielleicht aber auch nicht.
Also werde ich weiter meine monatlichen Rechnungen schreiben und all das tun, was da mit dran hängt: Belege sammeln, Umsatzsteuervoranmeldungen machen, wissen, dass die Rente knapp wird und dass ich – sollte ich diesen Job verlieren – nicht abgesichert bin. Es wird sicher immer wieder Tage geben, an denen ich über 12 Stunden arbeite und aber eben auch die, an denen ich Andrea schon morgens treffe. Ohne auf die Uhr zu gucken.
Auch hier ein Bonus: Ich werde weiterhin Mails meiner Chefin bekommen, die mit „with all the magic that you do“ beginnen oder mit “ you are SO GOOD at this sort of thing“ enden. Alles wird gut sein.
Auch das Haus wird bleiben. Es ist klein, immer noch nicht zu Ende renoviert (gibt es bei Renovierungen überhaupt ein Ende?), aber jetzt gehört es uns. Nicht mehr der Bank – uns. Und es ist ein Zuhause. Verwilderter Garten? Dafür Vögel und Eichhörnchen. Weit draußen? Kann nicht sein, wenn die U-Bahn alle fünf Minuten fährt. Kalt? Definitiv, aber im Sommer ist das angenehm und im Winter mache ich halt den Kamin früher an.
Und – wer drauf gewartet hat – Wolle wird weiterhin mein Yoga bleiben. Auch das ist sicher. Genauso sicher ist, dass ich Feministin bleibe. Über Beides werde ich, wie bisher auch, in den kommenden Wochen und Monaten schreiben.
Darauf freue ich mich!


Nachdem ich die erste Variante seit Wochen trage und nicht mehr missen möchte, habe ich mich vergangene Woche (endlich!) drangesetzt, alles aufgeschrieben und nochmal nachgestrickt. Bisher passt alles und das sieht eine erste Teststrickerin (danke 💛) hoffentlich genauso.
Vorder- und Rückseite sind nicht gleich (wie auch?), außerdem sieht man auf der Rückseite den blauen und weißen mitgeführten Faden. Stört aber nicht. Weder sie, noch mich. Alle Enden (jeweils zwei weiße, blaue und rote) sind im iCord versteckt.
Nun also Jahresende. Rauhnächte. Aus der Zeit gefallene Tage. Und dann alles neu. Oder anders. Oder auch nicht.
Pink ist keine klassische Sockenfarbe. Und doch war die Farbe in diesem Fall alternativlos. Denn die
Schwarz wurde die Mütze, die ich mir noch am Vorabend für die Beerdigung der ehemaligen Kollegin gestrickt habe. Naßkaltes Wetter, ein friedlicher Platz auf einer kleinen Anhöhe mit Blick auf den See. Ein Blumenmeer und viele Kerzen in der Kapelle, ein Rückblick auf ihr Leben in Fragmenten. So schön gesprochen, dass alle innerhalb der kleinen Trauergemeinschaft irgendwann nach Taschentüchern griffen.
Außerdem habe ich vergangene Woche mit einer weißen Mütze ein kleines Baby begrüßt. Es wohnt seit vergangenem Montag mit seinen Eltern in der Wohnanlage, in der auch mein Büro ist. Weiß mag eine Awareness-Farbe sein, aber danach habe ich nicht geguckt. Mein Weiß steht für Frieden und Hoffnung, Reinheit und Neubeginn. Die 
Ich stricke mit Cotton-Merino von Drops. Das Grün ist in sich meliert und deshalb viel schöner als in meinen Bildern. Vom
15 Hühner laufen um die Passe. Seit gestern Abend ist der Körper fertig. Mit rotem Rand. Mal sehen, ob ich es heute Abend schaffe, mit den Ärmeln anzufangen. Am 20. Dezember würde ich den fertigen Henny Penny Sweater gerne zur Post bringen. Das ist das Ziel.





Und nun trage ich ihn, fühle mich wie Balu, der Bär und möchte eigentlich nichts anderes mehr anziehen.