Zwischen den Jahren … ich mag die Formulierung. Jedes Jahr wieder hört es sich für mich an wie ein Versprechen. Ein Versprechen von Ruhe. Von Ruhe und Zeit. Von Tagen im Pyjama (sagt der Teenager), von dicken Büchern (sagt der Mann).
Bilder, Thema, Stimmung – wer den Dance of the Blessed Spirits aus Orpheus und Euridike kennt, braucht diesen Blogpost eigentlich gar nicht zu lesen 😉.
Zwischen den Jahren … Es heißt, die Formulierung geht auf die Kalenderreform Ende des 16. Jahrhunderts zurück. Weil Kalender- und Sonnenjahr immer weiter auseinander gingen, verfügte Papst Gregor XIII., dass auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582, Freitag, der 15. Oktober 1582 folgen sollte und alles passte wieder. Ostern war wieder Ostern. Neujahr war wieder Neujahr.
Ganz so einfach ging es dann aber doch nicht und so gab es den (bisherigen) julianischen Kalender und den (neuen, nach Papst Gregor benannten) gregorianischen Kalender einige Jahrhunderte lang parallel. (Fun Fact: In den orthodoxen Ländern Osteuropas sogar noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Meine Großeltern hatten deshalb als Kinder zwei Geburtstage – welches Kind wünscht sich das nicht?!).
Bis heute finden Weihnachten oder Neujahr weltweit nicht am gleichen Tag statt und deshalb – so die Theorie, der ich gerne glaube – gibt es (zumindest in unserem Sprachgebrauch) dieses „zwischen den Jahren“.
Und wie in jedem Jahr möchte ich diese Zeit nutzen, Schreibtisch, Haus und Wolle aufzuräumen. Alles soll ordentlich und schön sein, wenn 2022 beginnt. Gleichzeitig möchte ich einfach nur nichts tun. Auf dem Sofa sitzen und stricken. Wie immer ich das löse.
Wahrscheinlich wird es hier eher nur so halb ordentlich …
Auf jeden Fall bin ich entschlossen, jetzt und im neuen Jahr wieder regelmäßiger zu bloggen. Ende des Jahres ging das nicht, denn das, was ich gestrickt habe, wurde ein Weihnachtsgeschenk für den Teenager und das konnte ich hier natürlich nicht zeigen (kommt aber noch).
Außerdem war meine Muse im Winterschlaf. Selten ist mir so wenig eingefallen, über das ich hätte schreiben können. Zumal hier an Projekten auch nur noch der grüne Pullover liegt (den ich nicht geribbelt habe!).
Fertig geworden sind dann quasi über Nacht die Last Minute Handstulpen von Paula M., gestrickt in dem schönen Garn von Hess Natur, aus dem ich schon die Weste gemacht habe. Sie wären noch schneller fertig gewesen, hätte ich nicht einen Denkfehler gemacht, der dazu führte, dass ich auch im dritten Anlauf zwei rechte Stulpen hatte und kein Paar … Aber: Paula M., die eigentlich Susanne heißt, ist nicht nur eine tolle Designerin, sondern auch unglaublich hilfsbereit. Und so hat sie meine nächtliche Bitte über Instagram mir zu helfen, nicht nur prompt, sondern auch so beantwortet, dass ich meinen Fehler gesehen habe.
Jetzt ist alles gut. Die Stulpen (für die ich exakt 50 gr. gebraucht habe), sind sehr, sehr schön, sehr bequem und mit dieser „Handballenlinie“ auch sehr besonders. Ich mag sie!
Als nächstes stricke ich Pulswärmer für meine Schwägerin. Und dann ist 2022. Ein Jahr, von dem ich jetzt schon weiß, dass es ein Besonderes sein wird – aber davon erzähle ich, wenn es soweit ist. Noch sind wir zwischen den Jahren und ich denke, ich werde jetzt ein bißchen räumen …
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Die Bilder der bemützten Strandbesucher hat ein Freund in Binz gemacht und mir kurz vor Weihnachten geschickt. Sie sind ein Geschenk sagt er und ich darf sie verwenden. Danke Rüdiger – darüber habe ich mich sehr gefreut!


Genau genommen müßte es ‚place of no return‘ heißen, also ‚Ort ohne Wiederkehr‘ und nicht Sleeve Island. Oder Ärmel-Unterwelt à la Sisyphos oder so. Zumindest bei mir. Denn „jetzt nur noch schnell die Ärmel“ ist ein Witz! Das dauert (gefühlt) ewig. Wenn ich die Wahl habe, bevorzuge ich die Variante vom Handgelenk zur Achsel. Weil es dann nur Ärmel sind und nicht Ärmel, an denen schon der Pullover hängt, der mit jeder Runde mitgedreht werden möchte. Aber auch das dauert lange.
So schön das Muster ist, läßt es mir doch wenig Wahl, wenn es um Zu- und Abnahmen geht. Wenn ich möchte, dass es nicht unterbrochen wird, kommen deshalb eigentlich nur eingesetzte Ärmel in Frage. Ohne Anleitung, an der ich mich orientieren kann, will ich das nicht.
Ich stricke die Regia Premium Merino Yak mit 3,5 Nadeln. Das sind (bei mir) normalerweise 22 Maschen auf 10 cm. Angeschlagen habe ich 240 Maschen, das wäre glatt rechts also knapp 110 cm, und damit rund 15 cm positive ease. Im jetzigen Muster haben 240 Maschen 80 cm. Das sind 15 cm negative ease. Schreibt mir, dass das schief geht bitte. Ich muss es lesen, um es zu verstehen.
Heute nun ein erstes Wochenende ohne Pläne. Einfach nichts machen. Sortieren und räumen vielleicht. Wir waren zu viel unterwegs und zu wenig zu Hause. Wären die kleinen Engel nicht schon da, wäre hier noch nichtmal Advent.
Immerhin hat der Teenager einen Adventskalender. Ich war erstmalig unsicher, nachdem er vergangenes Jahr mit so viel Nachdruck meinte, den bräuchte er nun wirklich nicht mehr. Letztlich habe ich den Kalender dann doch befüllt. Weil ich ihn sehen möchte, um zu glauben, dass Weihnachten wird.
Im Vorjahr steckte jeden Tag eine Frage zum Lieblingssport in den Taschen. Die kleinen Zettel habe ich dann über’s Jahr gehütet und vor wenigen Wochen an die 
Heute (elf Jahre später) lebt die eine mit ihrer Familie in Schottland, die andere unverändert in Kanada und zusammen haben sie über 170 Anleitungen und 9 Bücher veröffentlicht. Zwei Männer, fünf Kinder und über 146.000 Follower lieben sie. Ich zähle mich sehr gerne dazu.
Strange Brew heißt übersetzt ’seltsames Gebräu‘ – als solches beschreiben Emily und Alexa ihre (Design-)Reise nach Island 2017, zu der sie außer ihren Partnern und Kindern auch ziemlich viel Wolle mitnahmen. Aus eben dieser Wolle entwarfen sie dann ein Baukastensystem für alltagstaugliche Norweger-Pullover, die auch Anfänger:innen stricken können. Mit Rundpassen für jede Größe vom Neugeborenen bis 4XL (25 Größen insgesamt) und in drei verschiedenen Garnstärken. Kurz: Komprimiertes Wissen zu Techniken, Konstruktion, Größen, Garnen und Farben, schnell verfügbar und einfach anzuwenden – TinCan-Niveau eben. (Für die, die es nicht wissen: Tin Cans sind Konservendosen.
Natürlich kann man es sich einfach machen und eine der im Buch erklärten Anleitungen nacharbeiten. Gleichzeitig bieten die Designerinnen jedoch das Werkzeug, eigene Pullover zu entwerfen, top-down oder bottom-up, mit Zu- oder Abnahmen an den richtigen Stellen und überdies Erklärungen, wie man individuelle, eigene Muster komponiert.

Am Schluß – das sind noch mal 20 Seiten – kommt das, was in anderen Büchern ‚Technik‘ heißt: alles von Garnempfehlungen, Vorlagen, Fertigstellung und Pflege bis hin zum Sinn von Maschenproben. Und ganz zum Schluß ein kurzer, liebevoller Dank an die Partner, (Sahneschnittchen nennen sie die in der Übersetzung) die das Modeln so leicht aussehen ließen – trotz eisigem Wind und zankenden Kindern.

Dabei sah er wirklich toll aus am Bügel – nur bin ich kein Bügel. Alleine durch sein Eigengewicht dehnte er sich an manchen Stellen, hing sich aus (Schultern und Brust), an anderen nicht (Arme, Bauch) und verlor dadurch an Charme, also an dem, was er am Bügel durch Licht und Schatten hatte.
2017 schreibt Elizabeth
Toffee und Mint heißen die Farben der schönen Regia Premium Alpaca Soft, aus der ich schon den
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