3 Minuten – mehr braucht es in der Regel nicht, um nachzulesen was mir gerade nicht einfällt. Eine bestimmte Technik, ein Kniff, eine Eselsbrücke, eben das, was mir in genau diesem Moment beim Stricken oder Häkeln weiterhelfen würde.
Aber wo habe ich es hingeschrieben? War es online oder auf einem Zettel? Meistens dauert die Suche danach viel länger als von mir gewollt (auf jeden Fall deutlich länger als drei Minuten …) und deshalb sammel ich es hier. Um mir (und vielleicht auch Euch) das Leben Stricken leichter zu machen.
Der Pullover ist fertig, der Faden abgeschnitten und dann klappt das Bündchen nach oben … So ärgerlich, aber passiert ist es wohl den meisten von uns schon mal. Mir auch in der vergangenen Woche und deshalb habe ich die Weiten des Internet durchforstet, um herauszufinden, wie sich dieses Hochklappen verhindern lässt.
Siehe da – Möglichkeiten gibt es viele! Eine so einfach wie die andere. (Einziger Wermutstropfen: ich musste zuerst das bereits gestrickte Bündchen wieder ribbeln).
Variante 1: Strick das Bündchen mit dünneren Nadeln.
Durch den Wechsel von rechten und linken Maschen im Bündchen (oder beim Stricken von ausschließlich linken Maschen) ändert sich die Fadenspannung. Der Faden ist wechselnd vor und hinter der Nadel, dadurch verbrauchst du minimal mehr Garn, als bei glatt rechts Gestricktem. In Konsequenz dehnen sich die Maschen ein winziges bißchen mehr und das reicht, um das Bündchen nach oben klappen zu lassen. Dünnere Nadeln können das verhindern.
Variante 2: Maschen ab- oder zunehmen
Nimm in der letzten glatt rechts gestrickten Reihe, also ehe das Bündchen beginnt, einige Maschen ab (wenn Du top-down strickst) oder in der ersten Reihe nach dem Bündchen einige Maschen zu (wenn Du von unten nach oben strickst). Je nach Garnstärke vielleicht jede 9. und 10. Masche. Das liest sich nach viel, ist es aber nicht. Der Effekt ist der Gleiche wie in der ersten Variante: weniger Garn, andere Spannung = kein Hochklappen mehr.
Variante 3: Maschen abheben und nicht stricken
Strick die rechten Maschen der obersten Bündchenreihe (also der Reihe, die an das glatt rechts Gestrickte stößt) nicht, sondern heb sie ab wie zum Linksstricken, mit dem Faden hinter der Nadel. Für ein Bündchenmuster, bei dem sich jeweils eine rechte und eine linke Masche abwechseln, heißt das: 1M abheben, 1M links, 1M abheben, 1M links … Dass dadurch weniger Garn verbraucht wird, ist logisch. Gleichzeitig verringert sich dadurch auch der „Buckel“ der gerne mal beim Übergang von glatt Gestricktem zum Rippenmuster entsteht. Letzteres steht dann tatsächlich weniger vor.
Wenn das alles nicht hilft, wenn sich Dein Bündchen immer noch nicht fügen will und unverändert nach oben klappt, bleibt dämpfen und spannen. Oder Du strickst ein längeres Bündchen, das durch sein Eigengewicht nach unten hängt.
Bei meinem Solvi Sweater habe ich im Zweitversuch die Varianten 1 und 3 kombiniert. Also dünnere Nadeln (3.25 statt 3.5) und abgehobene Maschen. Außerdem ist das fertige Bündchen jetzt drei Reihen länger.
Als wäre das nicht genug, habe ich dann, Andrea’s Empfehlung folgend, die letzte Reihe mit doppeltem Faden gestrickt – das Tüpfelchen auf dem i sozusagen.
Und siehe da: Noch ist der schöne Pullover zwar nicht ganz fertig, geschweige denn gewaschen (deshalb ist das Maschenbild auch noch so unruhig), aber das Bündchen sitzt einwandfrei 💪🏼.


Mein Feed in den sozialen Medien blau-gelb, überall Betroffenheit, Fassungslosigkeit, aber auch Solidarität und bei allem das Gefühl, dass sich dieser Krieg nicht alleine gegen die Ukraine richtet. Es geht gegen westliche Demokratien und damit auch gegen uns.
„Ein völlig ungerechtfertigter Angriff auf ein friedliches Land“ hat Melinda Simmons getwittert, die britische Botschafterin in der Ukraine.
Was war denn das für eine Woche?!
Heute deshalb nur
Ist doch verrückt, wie aus meinem nackten Garten jedes Jahr wieder ein Dschungel wird. Und immer beginnt es mit diesem zarten Grün.
Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass das Stricken, die Beschäftigung mit Wolle, Anleitungen, Maschen, Mustern und Farben das Beste ist, was meinem Verstand passieren konnte. Ich habe nur nicht immer Lust, das zu erklären.
Zur Zeit ist der umwerfend schöne Solvi Sweater mein Lieblingsprojekt. Er wird so schön, dass ich die Passe langsamer gestrickt habe, als nötig gewesen wäre. Einfach, um länger etwas davon zu haben.
Kauni ist bißchen rauh, bißchen fettig und riecht nach Schaf; 150 gr. haben eine Lauflänge von 600 Metern. Es ist Wolle, die (wie so viele andere) meine Lieblingswolle werden könnte. Zu sehen, wie ein Pullover daraus wächst, macht mich glücklich. So glücklich, dass ich tatsächlich auch in der Öffentlichkeit daran stricke. Ich habe eine Mission. Ich bin entschlossen, Farbe in die Berliner U-Bahn zu bringen. Farbe und gute Laune 😉. Wer Berlin kennt, weiß, dass das nicht immer einfach ist.
Wie gesagt, viele Geschichten und bei allem wahrscheinlich nur eine Frage von Zeit, bis ich nicht nur Dinge loswerden würde, sondern auch gucken, was andere verkaufen …
Die Kleinste war mit Pergamentpapier beklebt. Papier und Kleister zu entfernen hat lange gedauert und war eher nervig … Es deutlich mehr Spaß gemacht, das Holz im Anschluß mit Schleifpapieren unterschiedlicher Körnung zu schleifen, bis die Form ganz glatt war.

In Zukunft werde ich wohl mehr Mützen stricken (müssen), damit Kauf und Engagement sich rechnen 😉.
Und ehe das Wochenende wieder „