Birkin, neu

Das wird jetzt der dritte Blogpost über einen Pullover, den ich haben möchte und (bisher) nicht habe (die Vorgeschichte steht hier und hier). Wenig anderes auf meinen Nadeln  … Ob Ihr das lesen wollt? Wer weiß, vielleicht versucht sich der eine oder die andere irgendwann an der gleichen Anleitung und kann dann mit meinen Fehlversuchen und Hinweisen was anfangen. Das hoffe ich zumindest.

Vielleicht schreibe ich es aber auch nur, weil ich mir jetzt ganz sicher bin, dass es gut wird. Endlich!

Was ist also anders?

Dieses Mal habe ich mit einem provisorischen Maschenanschlag unterhalb des Kragens angefangen und den Schulterbereich (also die Blumen-Passe) in L gestrickt. Die Zunahme zwischen Blumen und unterer Ranke habe ich dann so abgeändert, dass Körper und Arme nur noch eine M-Weite haben. Auf die letzte Zunahme habe ich komplett verzichtet.

Außerdem ist Gelb wieder drin. Ihr glaubt ja gar nicht, wie glücklich mich diese kleinen fröhlichen Punkte machen!

Den Kragen habe ich zwischenzeitlich angestrickt, um zu sehen, ob die Ausschnittweite stimmt. Die Nadeln sind noch drin, weil ich noch nicht entschieden habe, ob er so bleibt oder ob ich ihn nicht doch lieber doppelt stricke: außen grau und innen grün. Mal sehen.

Gestern Abend gabs eine erste Anprobe und für den Moment ist alles ziemlich genau so, wie ich es haben möchte. Vielleicht ist die Passe ein bißchen zu wuchtig, vielleicht auch nicht. Das werde ich wissen, wenn Körper und Ärmel über die Anfänge hinaus sind.

Aber : es wird!

 

#projekt2018

Der Sohn übernachtet beim besten Freund, der Mann ist in Bonn und anstatt den freien Abend zu nutzen, habe ich (mal wieder) eine Stunde Lebenszeit an Instagram verloren … Passiert mir immer wieder, ärgert mich immer wieder und doch wird es sich wohl nicht ändern. Zu viele, zu schöne Projekte.

Genau genommen bin ich so auch an das gekommen, was ich jetzt mein Jahresprojekt nenne. Damit habe ich schon lange geliebäugelt und es mir dann doch jeden Januar erneut verboten, bis Sabine Anfang 2018 damit anfing. Na toll …

Ich habe sie gefragt, ob das wirklich so viel Spaß macht. Ein Wort gab das andere, schnelle Fachsimpelei zu Anschlag und Abketten, gegenseitiges Beschreiben der winzigen Wollreste und – ZACK! – war ich gefangen. Noch am gleichen Abend war ein erstes Hexagon fertig.

 

Seither stricke ich die. Jeden Tag eins. Wollreste, Nadel und „Restfäden“ von anderen Projekten als Füllmaterial sind immer dabei und irgendwo warten oder Zeit überbrücken muss ich ständig: in der Halle („knitting sista indahall“ – das hat mir gefallen, Sabine), beim Arzt, in der U-Bahn, egal.

Als Decke kann ich mir die kleinen Dinger zwar nicht so gut vorstellen, aber für eine Stuhlauflage sind sie, glaube ich, perfekt. Keine Ahnung, ob das eine Idee ist, irgendwann muss ich ja auch hier viele kleine Hexagone miteinander verbinden (Vorschläge anyone?), aber auch das ist (noch) egal.

Es macht wirklich Spaß sie zu stricken, Suchtffaktor inklusive und für den Moment reicht mir das. Das heutige Hexagon fehlt noch. Es wird mehrheitlich orange. (Die Alternative wäre übrigens ein Puppenpullover, aber ohne Maße wird das nichts. Hallo? Puppenmutter?)

Und Ihr? Habt Ihr Jahresprojekte? Monats-Challenges? Irgendwas?

Zwei Tage später … Nachtrag: da habe ich doch glatt vergessen, dieses, mein Jahresprojekt, zu Marisas Auf den Nadeln zu verlinken. Ts … Jetzt aber!

 

Birkin im 1., 2., 3. Anlauf

Der Birkin und ich – das wird was Längeres … Das weiß ich mittlerweile. Ich könnte da jetzt weit ausholen, muss ich aber (glaube ich) nicht. Wer stricken kann, guckt sich die Bilder an und weiß wie oft und wie viel ich (bisher) geribbelt habe. (Und wieviel Zeit ich mit dieser Anleitung schon verbracht habe …).

Angefangen hat alles mit Kathis Begeisterung für den Pullover und mit meiner wunderbaren Wolle aus Schweden. Hellgrau, rot und olivgrün habe ich gekauft. Dazu kamen dann schönstes meliertes Blau und goldenes Gelb aus meinen Vorräten. Um den Pullover bunter zu machen, aber auch um für die beiden Stränge endlich ein adäquates Projekt zu haben.

Den kleinen blauen Strang habe ich 2014 von Caitlin bekommen. (Die Geschichte dazu steht hier). Der goldgelbe Strang ist der erste, den ich jemals gekauft habe. Vorher gab es in meiner Welt nur Knäuel.

Alles perfekt, dachte ich. Dachten andere aber nicht. Kathi hat mich (zu Recht) auf das eigenwillige Maschenbild hingewiesen. Sophia hatte (zu Recht) Zweifel, ob sich die Garne vertragen, wenn ich den fertigen Pullover wasche und Pia fand (vielleicht nicht ganz zu Recht) das Gelb zu knallig zwischen den doch eher sanften anderen Farben.

Also neu. Ohne Gelb. Immer noch mit Blau.

Im Zweitversuch war dann irgendwo ein Fehler und plötzlich viel zu wenig Maschen. Ich habe nicht mal ein Bild gemacht, ehe ich wieder geribbelt habe. Ärgerlich, aber nicht schlimm. Aller guten Dinge sind drei.

Mittlerweile war auch stricken mit drei Farben gleichzeitig kein Problem mehr. Im Gegenteil. Endlich kann ich, was ich immer können wollte: stricken mit beiden Händen. Links die Hauptfarbe und rechts das Bunte. Das macht nicht nur Spaß, das macht süchtig!

Entsprechend fix war gestern Abend die Passe fertig. Ich habe ein langes Kabel eingezogen und meinen Pullover anprobiert. Na ja, anprobieren wollen … Denn siehe da: es gibt Merkwürdigkeiten, die auch eine Maschenprobe nicht verhindern kann. So musste ich feststellen, dass der Umfang kurz vor Teilung in Körper und Ärmel zwar stimmte, aber die Zunahmen so merkwürdig sind, dass man schulterlos sein müßte, um diesen Pullover tragen zu können. Oder tropfenförmig. Das ginge wohl auch.

Bin ich aber nicht.

Ich mußte mir erst die Birkin-Projekte auf Ravelry ansehen um zu erkennen, dass ich damit nicht alleine bin. Es gibt tatsächlich einige, die ihren Birkin (obschon schmal) mit L (oder größer) begonnen haben, um dann nach der Passe auf M (oder kleiner) zu gehen. Einfach, weil das sonst nicht sitzt.

Und auch dem Sohn passt dieser Pullover nicht richtig, ist mehr Poncho als alles andere. (Ganz abgesehen davon, dass das wunderbare Kind auch keinen Blümchen-Pullover haben will, aber ich wollte ein Bild. Also hat er ihn einmal übergeworfen).

Mein Birkin taugte für uns beide nicht.

Nach dieser Erkenntnis habe ich alles wieder aufgeribbelt. Danach bin ich ins Bett gegangen. Seither rechne und überlege ich wie es gehen könnte. Noch gebe ich nicht auf. Noch nicht …

Mal wieder Patchwork

Bevor ich das wunderbare Blocking Board hatte, habe ich Quadrate immer „old school“ gespannt: entweder einzeln auf mein Bügelbrett gepinnt, oder – wenn die Quadrate schon relativ glatt und relativ gleich groß waren – erst genäht (oder gehäkelt) und später die Decke als Ganzes gewaschen und gespannt.

So ist auch irgendwann im Dezember die blaue Patchwork-Decke entstanden.

Die Quadrate hat meine Mutter gestrickt, wie hier und hier auch schon. Und wie immer waren sie perfekt: alle gleich groß, alle aus Garnen gleicher Stärke.

So, dass man meinen sollte das Zusammennähen sei kein Thema. War es trotzdem. Gefühlt hat es endlos gedauert. Um so mehr gefällt mir nun die fertige kleine Decke (80×80 cm) mit ihrem hellen Rand und der blauen iCord drumherum.

Jetzt wärmt sich der Vogel daran.

Das Bild hat mir meine Schwester geschickt und ich bin irgendwie ganz fasziniert von Licht und Schatten und so viel Blau.

Und dann war sogar noch genug Wolle übrig für blaue Socken in Gr. 42.

Na ja, fast genug …

Nachtrag: Auf Druck eines 13jährigen bin ich gehalten noch zwei Bilder anzuhängen. Auch die kommen von meiner Schwester. Ich soll sie zeigen, weil man (a) mehr von der Decke sieht (hat er Recht) und (b) weil, auf dem von mir gewählten Bild zwar ein Vogel, aber weder Sperling (die Puppe), noch seine Anziehsachen drauf sind. Also gut.

Grüne Ärmel

Gestern Abend habe ich endlich (!) den zweiten Ärmel an der grünen Jacke zu Ende gestrickt. Diese Jacke muss fertig sein, damit ich mit dem Birkin Pullover anfangen kann.

In der vorletzten Reihe habe ich gemerkt, dass ich sechs Mal zu oft abgenommen habe. Ein Arm zwölf Maschen schmaler als der andere.

Sieht man nicht? Sieht man doch. Ich sehe das.

Also habe ich alles bis zum Ellenbogen wieder aufgeribbelt und bin ins Bett gegangen. Fragt nicht nach meiner Laune. Licht aus um 21h30.

Heute morgen bin ich wach. Heute wird ein besserer Tag. Ich darf nur die Jacke (noch) nicht angucken …