Alles wird besser. Kleine Schritte zwar, aber immerhin. Nach zwei Wochen in Sporthosen (die mir der Teenager geliehen hat), bin ich heute erstmalig wieder richtig angezogen. Verrückt, wie unmittelbar das Auswirkungen auf meinen Kopf hat! Sportzeug im Alltag ist nichts für mich.
Karl Lagerfeld hat da wohl Recht. Zumindest was mich anbelangt. „Jogginghosen sind ein Zeichen der Niederlage,“ soll er gesagt haben. „Man hat die Kontrolle über sein Leben verloren und geht deshalb in Jogginghosen aus dem Haus.“ Nach Niederlage hat es sich tatsächlich angefühlt in den letzten Tagen, auch ohne aus dem Haus zu gehen. Da war mehr Frust über das, was zur Zeit nicht geht, als Kreativität, Geduld und auch Dankbarkeit für alle, die mir seither helfen.
Klar muss ich mich immer noch schonen und das noch eine ganze Weile, aber wenn das alles irgendwann vorbei ist, werde ich vom Gehen mit Krücken Oberarme haben wie Michelle Obama* und vielleicht auch gelassener sein. In kleinen Schritten jeden Tag mehr Muskeln und mehr Geduld – das wär’s!
Kleine Schritte – passt irgendwie auch gut zu den kleinen Dingen, die ich vor kurzem erst gestrickt habe.
Zuerst eine Babymütze (wie immer Garter Stitch Ear Flap Hat von Purl Soho) aus einem weichen Rest Wonneproppen von Frida Fuchs. Ich liebe das Maschenbild bei diesem Garn. es ist makellos! 37 gr. habe ich für die Mütze gebraucht und immer noch blieb etwas übrig. Wie gemacht für eine Maus und schließlich ein Blatt.
Alles verstrickt bis zum letzten Fädchen. Wunderbar! Mütze, Maus und Blatt sind jetzt in die Geschenkekiste und warten dort auf die nächste Geburtsanzeige. Was könnte man noch aus Kleinstmengen an Wolle machen? Tipps höre oder lese ich gerne.
Alles andere und vor allen Dingen auch was zur Zeit auf meinen Nadeln ist (und ebenfalls kleine Reste beinhaltet), welchen Einfluß Andrea darauf hatte und vielleicht sogar was zwischenzeitlich fertig geworden ist, hoffentlich irgendwann in der kommenden Woche.
* Wer es nicht mehr erinnert: 2014 wurde in den USA in vielen Medien diskutiert, ob Frauen mit Armen wie Michelle Obama ärmellose Oberteile und Kleider tragen sollten oder nicht. Argumentiert wurde (Überraschung – von Männern), dass Muskeln Stärke und Macht symbolisieren, was, so offen zur Schau gestellt, insbesondere von der damaligen First Lady, furchteinflößend wirken könnte. Is‘ klar …


„Vielleicht kannst du die viele freie Zeit genießen“, meinte die Nachbarin. Schön wär’s, aber arbeiten muss ich unverändert. Denn ohne Arbeit kein Geld. Das Sofa ist mein Schreibtisch. Laptop, Handy, AirPods. Und nach zehn Tagen weiß ich, was ich schon vorher wusste: Stillsitzen ist nicht mein Ding, Geduld auch nicht. Hilft aber nichts. Bewegung straft der Fuß mit Schmerzen.
Die Tor-Socken sind eine REGIA-Anleitung (ich glaube aus 2006). Erst neulich habe ich darüber
Was habe ich gelernt? Never change a winning 


Zur Zeit darf er im Projektbeutel mit in die U-Bahn, die aber meistens so voll ist, dass ich gar nicht stricken möchte. Deshalb die unschönen Falten im Gestrick.
Dann liegt hier noch ein angefangenes Paar grüner Socken nach einer älteren REGIA-Anleitung, die neu aufgelegt wird. Es ist deshalb sowas wie ein Test-Strick, das heißt, ich kann und will gar nicht zeigen, was das Besondere daran sein wird. Aber einen Abnehmer gibt es schon, der sich wirklich darauf zu freuen scheint.
Die Farbe geht übrigens deutlich mehr in Richtung Flaschengrün, dunkel und warm, aber die Kamera weigert sich, das wiederzugeben.
Last but not least habe ich auch wieder Blumen gehäkelt. Je mehr ich davon mache, umso eher werde ich wissen, was es letztlich wird – davon bin ich überzeugt. Die Rundpasse eines Pullovers vielleicht. Mal sehen. Bis dahin inspirieren mich Farben und Kombinationen.
Ich habe lange nichts mehr vom Teenager erzählt, denke ich gerade. Seit vergangenem Herbst ist er wieder näher an Berlin. Bremerhaven war tatsächlich weit – gar nicht mal wegen der Kilometer, sondern weil es keine Direktverbindung gibt. Also U-Bahn bis zum Berliner Bahnhof und dann umsteigen, erst in Hamburg, dann in Bremen. Mindestens 5 Stunden Reisezeit, eher sechs. Nichts, was man mal so am Wochenende fährt. Und wenn doch, dann nicht oft. Aber das ist ja nun Vergangenheit.






Bis ich vor wenigen Wochen online eher zufällig die Ausschreibung für einen Minijob gesehen und sofort gezuckt habe. Wieder Frauen – aber anders. Wieder ein Lieblingsthema – aber anders.