Sonntags Top 7 im Juni

Erst vergangene Woche habe ich über Andrea’s Samstagsplausch Antetanni’s Blog und ihre Sonntags Top 7 entdeckt (von Insidern übrigens mit ST7 abgekürzt).

So gerne ich mein Blog mit Leben fülle – wer nichts erlebt, kann nicht viel schreiben und immer mal wieder habe ich mir deshalb in den vergangenen Monaten gewünscht, einfach nur Fragen beantworten zu können. Wie früher, als Luzia Pimpinella ihre Fünf Fragen am Fünften gestellt hat.

Dank der Sonntags Top 7 kann ich das jetzt wieder – wenn auch ein bißchen anders als damals.

Denn im Gegensatz zu Luzia Pimpinella fragt Antetanni immer nach den gleichen sieben Themengebieten: Lesen – Musik – Flimmerkiste – Erlebnis – Genuss  – Web-Fundstück/e – und Hobbys, um sie im gleichen Zug (für sich) zu beantworten.

Ich weiß nicht, ob mir das wöchentlich gelingt, ob Kreativität und Inspiration dafür reichen und bin deshalb (vorerst) monatlich dabei. Mal sehen, wohin mich das führt.

Wie passend, dass gerade ein neuer Monat begonnen hat. Hier sind sie also, meine Sonntags Top 7 für Juni (am Samstag 🙃):

1_Lesen

Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung, wann ich zuletzt ein Buch von der ersten bis zur letzten Seite gelesen habe. Aber um das nächsten Monat nicht wieder schreiben zu müssen, liegen hier jetzt drei: ‚Alte Sorten‘ von Ewald Arenz, ‚Sempre Susan – a memoir of Susan Sontag‘ von Sigrid Nunez (Lieblingsautorin!) und ‚Artur Lanz‘ von Monika Maron. Wäre doch gelacht, wenn ich davon nicht mindestens eins im Juni lese!2_Musik

In unserem Autoradio können sechs Sendertasten belegt werden. Drei davon sind Inforadio, Deutschlandfunk Kultur und Klassik Radio. Muss ich mehr sagen?

Je älter ich werde, um so mehr genieße ich Ruhe. Der Teenager sieht das anders. Wo er ist, ist Musik. Immer und laut. Er lächelt ein bißchen nachsichtig über mich und mein Radio, denn das, was er hört, streamt er (natürlich), und das geht mittels Kabel auch über die Boxen im Auto … Das Gute daran: ich bin absolut auf dem Laufenden, wenn es darum geht, was er und seine FreundInnen hören. Manches mag ich sogar. Sogar laut. Zum Beispiel Airwaves von Pashanim. „Airwaves in meinen Jeans und Trikot von Zizou, Original Berliner Boys, nein, wir sind nicht wie du“ – einmal im Kopf, geht das nie wieder raus. Mag allerdings sein, dass man mit einem Teenager in Berlin leben muss, um es wirklich gut zu finden.

3_Flimmerkiste

It’s playoffs, baby! Der Teenager und ich gucken Basketball. Bundesliga, Euroleague, NBA – irgendwas läuft immer zur Zeit. Jeden Tag und zum Entsetzen des Mannes, dem es auch nach Jahren nicht gelingt, dem Sport viel abzugewinnen. Und während wir allabendlich mitfiebern, jubeln, fluchen oder resignieren, sehnt er das Saisonende herbei.

Sonntags Top 74_Erlebnis

Seit der vergangenen Woche darf der Teenager wieder mit anderen trainieren. Montag, Mittwoch und Freitag bin ich deshalb abends um 8:00 Uhr durch Neukölln und. Kreuzberg gefahren, um ihn am Sportplatz abzuholen. Jeden Abend war das Wetter schön, das Licht gold und die Strassen voll. Richtig voll! Als hätte es Corona in beiden Stadtteilen nie gegeben.

Überall Menschen. Laut, lachend, entspannt. Mehrheitlich mit Flaschen in der Hand. Überall Tische und Stühle und da, wo keine sind, wurden Verteilerkästen, Brückenbrüstungen oder die Gosse umfunktioniert.

Überall Leben. Und so sehr mich das freut, so sehr hat es mich auch irritiert. Sind wir wirklich schon so weit?

5_Genuß

Höchster Genuß war ein Päckchen aus Süddeutschland. Darin, neben anderen schönen Dingen, ein Glas Bärlauch-Pesto. Ich muß zugeben, dass dieses Kraut bisher an mir vorüber gegangen ist. Nun wollte es der Zufall, dass erst meine Schwester, die (nach eigenem Bekunden) über Wochen nichts anderes macht und ißt davon schwärmte und kurz darauf die Chefin, von der dann das großartige Päckchen kam.

Was soll ich sagen? Angefixt! Jetzt suche ich nach der passenden Stelle im Garten und hoffe dann im nächsten Jahr auf erste Ernteerfolge – von Bärlauch, nicht von der Wolle. Wobei ich auch die anpflanzen würde. Für mich ist dieses Grün die schönste Farbe der Welt.

6_Webfundstück/e

Ich koche nicht gerne. Schon das Einkaufen finde ich mühsam. Zum Glück macht der Mann das mit Leidenschaft, mit Einkaufswagen und mit langsamen Schritten von Gang zu Gang. (Meine Variante in normalen Zeiten ist eher mit Karton auf dem Arm im Zickzack durch den Laden, kaufen, was auf der Liste steht und wieder raus).

Noch mühsamer finde ich es allerdings, mir jeden Tag ein Rezept einfallen zu lassen. Immer wieder nehme ich mir deshalb vor, einen Wochenplan zu schreiben und den dann im Verlauf der Woche „abzuarbeiten“ – geklappt hat das noch nie. Es gibt also eine Handvoll Rezepte, die Standard sind, mal fällt eins raus, mal kommt ein neues dazu, aber richtig kreativ ist das nicht.

Lösen werde ich das wohl nicht so bald, aber immerhin habe ich vergangene Woche zwei Links gefunden, die mich (mindestens) für die kommende Woche inspirieren: zum einen FoodBoom, zum anderen So nach Gefühl. Beide haben tolle Bilder, sind gut geschrieben, brauchen wenige Zutaten und sind so, dass ich mir vorstellen kann, dass wir alle drei vieles davon mögen. Mal sehen, wohin mich das führt.

7_Hobbies

Das Knit your love Tuch ist längst fertig – aber ungetragen und nicht gezeigt. Es hat sich einfach nicht ergeben. Gestrickt werden sollte es aus einem Knäuel. Ich habe zwei genommen. Ob das schlau war, weiß ich noch nicht. Zwar ist es nun groß und üppig, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Herzen ihre Form behalten werden. Mag sein, dass das Eigengewicht des Tuchs sie daran hindert. Schon jetzt „kippt“ das eine oder andere.

Die Wolle – REGIA Premium Merino Yak – ist griffig, weich und schön. Ich mag die Haptik sehr. Und auch diesen Rotton, das Melierte, die Yak-Sprenkel. Doch, alles gut. Kein Grund, es nicht zu tragen. Es kommt jetzt ganz nach oben in die Wollwinterkiste. Dann habe ich es im Herbst als erstes in der Hand.

Das sind sie, meine ST7 im Juni. Genau genommen sind es Samstags Top 7 und sie sind mehr als Wolle 😉. Mal sehen, wie sich das in den kommenden Monaten entwickelt.

 

Fertig!

Gefühlt der 15. Blogpost über diese Decke – ich weiß –  aber sie ist tatsächlich FERTIG! 144 Quadrate sind zu einem großen Ganzen geworden und ja, auch das sage ich immer wieder: das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Auch bei dieser Decke.

Die Farben leuchten, passen zusammen und dank der Eigenschaften von Sockenwolle ist alles genau so, wie ich es haben wollte: die Decke hat ein Eigengewicht, wärmt, fühlt sich gut an, macht weder Knötchen noch Wollmäuse und kann, wenn’s sein soll, in die Waschmaschine.

Und als ich erstmal verstanden habe, wie man Granny Squares verbindet, ohne nach jedem Quadrat den Faden abzuschneiden und neu anzusetzen (…) war es (fast) ein Kinderspiel. Um es mit Ralph Waldo Emerson zu sagen: „Knowledge is when you learn something new every day.“

Der iCord-Rand war dann nochmal ein Akt … zwei Abende habe ich da dran gesessen. Rückwirkend bin ich froh, dass ich es gemacht habe.

Auf Waschen und Spannen habe ich dafür verzichtet. Das Eigengewicht von 865 gr. wird schon dafür sorgen, dass sich jedes Quadrat so dehnt, wie es soll. Stand jetzt ist die fertige Decke über 100 cm breit und knapp zwei Meter lang – zum Zudecken reicht das.

Der Teenager liebt sie und sogar die Strickfreundinnen Andrea und Magda finden sie schön. (Wir erinnern uns: eigentlich war sie ihnen zu bunt und zu unruhig).

Bei allem weiß ich allerdings, dass ich jetzt, wo diese Decke nach sechs Monaten endlich  fertig ist, so bald kein derart großes Projekt mehr häkeln werde. Eine in 2020, eine jetzt – das reicht.

Ich habe den Teenager gefragt, ob er die schöne, neue Decke mal ins Licht halten könnte. Konnte er.

Und ob er Ideen hätte, wie ich sie noch zeigen kann. Hatte er auch. Mehr kann man nicht wollen ❤️

MasterClass: Anschlag im Fadenring

Um es mit Paulchen Panther zu sagen: Wer hat an der Uhr gedreht? Ist wirklich schon Mitte Mai? Neuer Monat = neues Projekt! Wieder gilt es für Andrea und mich, im Rahmen unseres Jahresprojektes eine neue Stricktechnik zu lernen (ungeachtet all dessen, was eh schon auf den Nadeln ist …) und dieses bei der Zitronenfalterin zu verlinken. Diesen Monat ist das der ‚Anschlag im Fadenring‘ im Masterclass-Buch des Stiebner-Verlages. Eine Methode, gedacht für Dinge, die in der Mitte begonnen werden – so, wie die Nase von Alex, der Maus.

Um es vorwegzunehmen: ich habe Alex nicht gestrickt. Aber ich habe es versucht. Allerdings ist es genau diese Nase, die mir an Alex nicht so gut gefällt (sorry, Alex). Die Technik fand ich dennoch spannend.

Zum Glück wollte es der Zufall, dass mir ein Projekt über den Weg lief, das wie gemacht ist für den Anschlag im Fadenring – das Sichtbarmachen von Strassenpollern.

So oft bin ich schon fast oder tatsächlich gegen eines dieser Dinger gelaufen. Meistens nach dem Überqueren einer Strasse. Weil dann (bei mir) die Achtsamkeit nachläßt, weil die meisten Poller grau sind vor grauem Asphalt, weil Poller eine Höhe haben, auf die ich nicht achte – also weder Strasse, noch Augenhöhe – weil es einfach passiert.

Wie mag es erst Menschen gehen, deren Sehfähigkeit eingeschränkt ist?

Am 6. Juni 2021 ist Deutscher Sehbehindertentag. Das hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. zum Anlaß genommen dazu aufzurufen, Poller zu umstricken oder zu umhäkeln: „Mit Wolle Poller toller machen“ ist Slogan der Aktion, in der es in erster Linie darum geht, auf gefährliche Hindernisse aufmerksam zu machen, und gleichzeitig vielleicht auch Kreuzungen und Strassen ein bißchen fröhlicher.

Die Anleitung sieht vor, den Poller-Pullover (oder ist es ein Strumpf? Eine Mütze?) am unteren Rand zu beginnen, aber um ein Maximum aus je einem Knäuel Schachenmayr-Bravo in rot und weiß herauszuholen, habe ich mich für den Anschlag im Fadenring entschieden. Zumal der ja eh „dran“ war. Bei Maschenzahl (48) und Nadelstärke (4) habe ich mich an die Anleitung gehalten.

Eh voila! Ein Poller-Pullover ist fertig, für den zweiten brauche ich auch nicht mehr lange.

Im Aktionszeitraum 1. bis 11. Juni 2021 soll es übrigens auf der Seite des Verbandes eine Liste geben, in der alle Standorte der rot-weißen Poller gelistet sind. Wer also nicht stricken oder häkeln möchte, hat vielleicht Lust Poller im Pullover zu fotografieren und die Bilder in den sozialen Medien zu zeigen. Verlink am besten zum @absv_berlin und zum @dbsv_jugendclub und (falls Du das nicht längst schon machst) schreib in den Alternativtext, was im Bild zu sehen ist.

Wäre doch gelacht, wenn es uns nicht gelingt, diese Welt ein kleines bißchen schöner (und sicherer) zu machen.

Und was die Maus anbelangt: es ist nicht so, dass ich Mäuse nicht mag. Auch gestrickte Mäuse finde ich lustig. Nur eben Alex nicht so … Der Stieber-Verlag möge es mir verzeihen 😉 Meine Mäuse sehen anders aus.

Ein Schneckenband

Jahrelang habe ich da nicht (mehr) dran gedacht und plötzlich war es wieder da: ein Schneckenband! Caro hatte es in ihrem Instagram Account gepostet (in ihrem Blog gibt es die passende Anleitung) und ich habe fast reflexartig nach Baumwolle und Häkelnadel gegriffen. Noch am gleichen Abend wurde mein Schneckenband fertig. Wer hätte gedacht, dass ich sowas nochmal häkeln würde … Ewig scheint es her zu sein, dass der Teenager (damals ein kleiner Junge) damit gespielt hat und ja, ich war ein bißchen wehmütig.

Kennst Du Schneckenbänder? Sie sind Bestandteil der Waldorf-Pädagogik, sollen die Phantasie von Kindern anregen, ihre Kreativität fördern und letztlich sogar ihre Feinmotorik. All das tut jedes einzelne Band tatsächlich und wurde dafür nicht nur von meinem Kind geliebt, sondern von jedem Kind, das ich kenne.

Was Kinder damit machen? Was immer ihnen einfällt und was sie gerade brauchen. Hier war es wahlweise Verband oder Kopfschmuck, Gürtel oder Leine, Schmusetier, Absperrgitter für Schleichtiere oder Autobahn für Matchbox-Autos. Und nach dem Spiel wurde es aufgerollt. Das war nicht einfach, weil die Hände anfänglich klein waren, aber es gehörte dazu. Und das ließ er sich auch nicht nehmen. Gerollt wurde, bis das Band wieder aussah wie eine Schnecke – ein Schneckenband eben.

All das ging mir durch den Kopf, während ich das Band aus Catania (in einer längst nicht mehr erhältlichen Farbe) häkelte. Fünf feste Maschen, eine Wendeluftmasche, fünf feste Maschen, eine Wendeluftmasche – so lange, bis das Band ungefähr 120 cm lang war.

Wie es der Zufall wollte, war tags drauf das Wetter schön, der Garten warm und am Nachmittag kam Besuch. (Besuch – wann habe ich das zuletzt geschrieben?) Die Freundin kam, mit Mann und Kind. Ein kleines Kind. Erst 15 Monate und damit eigentlich zu jung für ein Schneckenband, aber das einzige Kind weit und breit. Also habe ich ihm mein Schneckenband angeboten.

Was soll ich sagen – von wegen zu klein! Auch dieses Kind ist umgehend dem Schneckenband-Zauber verfallen. Altersgemäß zwar, aber durchaus kreativ. (Und immer unter Aufsicht!) Seither weiß ich, dass es Spaß machen kann, ein Band hinter sich her zu ziehen, es abzuwickeln, dem Papa aufs Knie zu legen, es sich selber umzuhängen oder es einfach nur gerollt in den Händen zu halten. Und auch Tage danach schickt mir die Freundin Bilder von Kind und Band und anhaltender Begeisterung.

Mein absolutes Highlight in der vergangenen Woche!

Wobei – es gab noch ein Zweites: gestern Nachmittag haben wir uns wieder getroffen. Dieses Mal nur zu zweit, ohne Kind und Schneckenband. Wir sind ein Stück spazieren gegangen und haben dann vor einem Café auf einer Bank einen Kaffee getrunken. Auch das habe ich seit einer gefühlten Ewigkeit nicht getan. Es war nicht wirklich warm, die Wolken zu grau und die Luft zu feucht. Aber es war ein Kaffee draußen, zusammen mit einer Freundin. Das, was immer so normal war und mir jetzt vorkommt, wie aus einem anderen Leben.

Beim Bezahlen haben wir eine Stempelkarte bekommen und ich bin entschlossen, sie abzusitzen. Becher für Becher. Draußen vor dem Café. Wenn’s sein soll auch im Regen.

Ach, und dann war da noch ein drittes, winziges Highlight: mit den rosa Blütenblättern läuft alles nach Plan. Wer meinen vorletzten Blogpost gelesen hat, weiß was ich meine 😬.

Andrea und Magda – ab Montag soll das Leben in Berlin wieder einfacher werden. Ob wir uns dann sehen?

Ein langer, ruhiger Fluß

‚Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluß‘ ist der Titel eines französischen Films aus den 80ern, an den ich mal wieder denken muss heute morgen. Zwar ist die Handlung meines Lebens in nichts mit der Handlung des Films zu vergleichen, aber seine Aussage trifft wohl zu:

Jede stärkere Strömung, jedes Hindernis im Wasser spielt letztlich keine Rolle, wenn ich einen Schritt zurücktrete und mir das große Ganze ansehe. Alles fließt, alles fügt sich, alles geht unaufhörlich seinen Gang. Egal, was passiert. Egal, was ich mache.

Manchmal tröstet mich das. Manchmal nicht. Aber es ändert nichts daran, dass es so ist. Flüsse sind Reiselinien, Lebensadern. Vergänglichkeit und stetige Erneuerung.

„Zum Ziele strebte der Fluß, Siddhartha sah ihn eilen, den Fluß, der aus ihm und den seinen und aus allen Menschen bestand, die er je gesehen hatte, alle die Wellen und Wasser eilten, leidend, Zielen zu, vielen Zielen, dem Wasserfall, dem See, der Stromschnelle, dem Meere, und alle Ziele wurden erreicht, und jedem folgte ein neues, und aus dem Wasser ward Dampf und stieg in den Himmel, ward Regen und stürzte aus dem Himmel herab, ward Quelle, ward Bach, ward Fluß, strebte aufs Neue, floß aufs Neue.“ (aus Hermann Hesses ‚Siddhartha‘ – ob du das kennst, Andrea?).

An meinem Fluß sitzen seit dieser Woche zwei Frösche. Die Froschkönigin und ihr Prinzgemahl. Gehäkelt nach der gleichen Anleitung sind es doch sehr unterschiedliche Charaktere geworden. Wenn sie so erwartungsfroh auf der Stuhllehne sitzen oder an der Tischkante mit den Beinen baumeln, erwische ich mich dabei, dass ich mit ihnen spreche. Verrückt!

Fertig geworden ist mittlerweile auch das blaue Punktetuch. Wochenlang lag es hier auf dem Sofa und war mein „go-to-Projekt“ vor dem Fernseher oder beim Stricken mit den Freundinnen. Lang und ruhig waren die Reihen,  blau wie Wasser. Masche für Masche, ohne hinsehen oder nachdenken zu müssen. Dass es so schön geworden ist, liegt am handgefärbten Garn der Wollnerin. Die sanften Veränderungen der Farbe geben den Punkten eine Dreidimensionalität, die das Tuch sonst nie bekommen hätte. Ich mag es sehr! Beide – das Rote und das Blaue.

Genug Wasser ist in den letzten Tagen auch vom Himmel gefallen. Gestern – am Geburtstag meiner großen Schwester 🎈-  hat es noch einmal geschneit. 4°C und Schnee im Mai. Verrückte Zeiten, in denen wir leben.

Licht und Wärme wären gut.