Aller guten Dinge sind drei, heißt es. Daran musste ich denken, als ich zum Test-Strick von Carissa Browning angenommen wurde. War es doch das dritte Mal, dass ich eines ihrer Designs stricken würde – wenn auch das erste Mal im Rahmen eines Test-Stricks.
2017 habe ich ihren Wonder Woman Wrap gestrickt. Im Original hat er zwei Farben – rot und gold – meiner wurde zusätzlich blau (wie die Hose der Comic-Figur). Dazu gibt es auch einen Blogpost, der neben Rezension der Anleitung auch Filmkritik ist. (Toller Film! Ist das echt schon so lange her?!)
Wie dem auch sei, nachdem ich den ersten Wrap verschenkt habe, habe ich 2019 einen zweiten gestrickt. Auch über den habe ich geschrieben – über die so geniale Konstruktion, die endlosen Reihen, das schöne Merino-Garn und die knalligen Farben. (Note to self: den trage ich zu selten. Das sollte ich ändern).
Im Spätsommer 2020 kam dann das zweite Projekt von Carissa Browning dazu: der Dissent Cowl in Erinnerung an Ruth Bader Ginsberg.
Von Anfang an gab es eine Strick- und eine Häkelanleitung für diesen Kragen, den sie in Anlehnung an RBG’s berühmten Dissent Collar entworfen hat. Der Erlös aus dem Verkauf beider Anleitungen ging (mega-coole Aktion!!) bis zum Wahltag am 3. November 2020 zu 100% an ACLU, die American Cicil Liberties Union, die sich für Bürgerrechte einsetzt (z.B. das Recht auf Abtreibung, Meinungsfreiheit, die Abschaffung der Todesstrafe, die Rechte von Homosexuellen usw.). Der Dissent Cowl wärmt also nicht nur der Hals, sondern auch das Herz. Und natürlich gibt es auch dazu einen Blogpost.
Auf Ravelry heißt es übrigens in der Anleitung: „From the day of Justice Ginsburg’s death on September 18, 2020 through Election Day on November 3, 2020, the usual 20% donation was increased to 100% in RBG’s memory. During this time, between the knitted and crocheted versions of this pattern, we raised a total of $41,152.10 for the ACLU!“
Macht mich immer noch stolz und glücklich, da mitgemacht zu haben!
Nun also das dritte Projekt. Weder politisch, noch feministisch ist es dieses Mal einfach nur eine Mütze: the #NieflingHat. Der hat es jedoch in sich – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn er kann beidseitig getragen werden.
Vielleicht habe ich mich deshalb mit der Farb- und Garnauswahl so schwer getan. Aber letztlich – aller guten Dinge sind drei! – bin ich mit der dritten Variante sehr, sehr zufrieden: das Bunte ist REGIA 4fädig, der Kupferton ist Alpaca von hessnatur. Die Farben tun sich gut, die fertige Mütze ist elastisch und weich – alles so, wie ich es wollte. (Zu den Varianten 1 und 2 gibt es Bilder auf Ravelry sobald die Anleitung verfügbar ist).
Vier Mützen in einer, gestrickt in vier Techniken, die ich bisher nicht angewandt hatte. Manchmal sind alle guten Dinge vielleicht vier und nicht drei …
Verlinkt zu Andreas Samstagsplausch.






Aber ich weiß mich zu trösten 😉:
Und dann natürlich diese Farbe – habe ich schon mal erwähnt, wie unglaublich schön ich die finde? 🙃

Stricken konnte ich daran natürlich immer nur dann, wenn das Kind nicht in der Nähe war. Bis zum Schluß war ich deshalb nicht sicher, ob ich es überhaupt bis Weihnachen schaffen würde. Aber – wie so oft – haben mich Garn und bunte Passe beflügelt. Zuzusehen, wie die Halibuts Reihe um Reihe sichtbar wurden, war ziemlich cool. Zäher waren dann Körper und Ärmel … Endlose Reihen rechter Maschen ohne Abwechslung. Mag sein, dass der Pullover deshalb ein wenig zu kurz geworden ist.

Ein Traumteil! Sage nicht nur ich, sagt auch der Teenager.
Ganz so einfach ging es dann aber doch nicht und so gab es den (bisherigen) julianischen Kalender und den (neuen, nach Papst Gregor benannten) gregorianischen Kalender einige Jahrhunderte lang parallel. (Fun Fact: In den orthodoxen Ländern Osteuropas sogar noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Meine Großeltern hatten deshalb als Kinder zwei Geburtstage – welches Kind wünscht sich das nicht?!).
Bis heute finden Weihnachten oder Neujahr weltweit nicht am gleichen Tag statt und deshalb – so die Theorie, der ich gerne glaube – gibt es (zumindest in unserem Sprachgebrauch) dieses „zwischen den Jahren“.
Auf jeden Fall bin ich entschlossen, jetzt und im neuen Jahr wieder regelmäßiger zu bloggen. Ende des Jahres ging das nicht, denn das, was ich gestrickt habe, wurde ein Weihnachtsgeschenk für den Teenager und das konnte ich hier natürlich nicht zeigen (kommt aber noch).
Fertig geworden sind dann quasi über Nacht die 
Genau genommen müßte es ‚place of no return‘ heißen, also ‚Ort ohne Wiederkehr‘ und nicht Sleeve Island. Oder Ärmel-Unterwelt à la Sisyphos oder so. Zumindest bei mir. Denn „jetzt nur noch schnell die Ärmel“ ist ein Witz! Das dauert (gefühlt) ewig. Wenn ich die Wahl habe, bevorzuge ich die Variante vom Handgelenk zur Achsel. Weil es dann nur Ärmel sind und nicht Ärmel, an denen schon der Pullover hängt, der mit jeder Runde mitgedreht werden möchte. Aber auch das dauert lange.
So schön das Muster ist, läßt es mir doch wenig Wahl, wenn es um Zu- und Abnahmen geht. Wenn ich möchte, dass es nicht unterbrochen wird, kommen deshalb eigentlich nur eingesetzte Ärmel in Frage. Ohne Anleitung, an der ich mich orientieren kann, will ich das nicht.
Ich stricke die Regia Premium Merino Yak mit 3,5 Nadeln. Das sind (bei mir) normalerweise 22 Maschen auf 10 cm. Angeschlagen habe ich 240 Maschen, das wäre glatt rechts also knapp 110 cm, und damit rund 15 cm positive ease. Im jetzigen Muster haben 240 Maschen 80 cm. Das sind 15 cm negative ease. Schreibt mir, dass das schief geht bitte. Ich muss es lesen, um es zu verstehen.