Vor fünfeinhalb Jahren verließ eine kleine Jacke aus Wolle in der Farbe von Himbeeren mein Haus. Ich erinnere noch, wie ich sie kurz vorher in den Garten gehängt und fotografiert habe.
Sie sollte ab dann ein wildes, buntes Leben führen …
Auf Spielplätzen und Kindergeburtstagen, in Parks und in der Kita. Überall war sie dabei. Hautnah sozusagen. Mit dem ersten Kind, dem zweiten, dann dem dritten. Und ich glaube, sie mochte es. Schließlich war sie dafür gemacht.
Aber nicht alles war schön. Das große Loch im rechten Ärmel tat ebenso weh, wie die neuen (furchtbaren) Knöpfe. Aber egal wie weit sie ihre Knopflöcher machte, die pinken Ungetüme hielten. Welches der drei kleinen Mädchen die wohl ausgesucht hatte?
Anfang des Jahres, als es in der Familie niemanden mehr gab, der die kleine Jacke tragen konnte, kam sie zu mir zurück.
Sie sah mitgenommen aus.
Mein erster Reflex? Ab in die Tonne! Das wird nichts mehr … Aber dann hing sie hier und irgendwie rührte sie mich. Also habe ich sie gebadet, sich ausruhen lassen und sie dann mit dem Fusselrasierer „frisiert“. Der Fusselberg war beachtlich!
Und weil es den Wollrest von damals noch gab, konnte ich das Loch stopfen und die Knopflöcher zunähen. Danach habe ich ausgeleierte Maschen zurechtgezogen und schließlich die Knöpfe abgeschnitten.

Wenn Jacken aufatmen können, war das der Moment.
Nun hängt sie hier wieder und ich sehe gerne, wie schön sie ist. Ein neuer Besitzer ist schon gefunden. Seine Mutter kauft einen passenden Reißverschluß, den werde ich einnähen und dann macht sie sich wieder auf den Weg.
Fünf Jahre ist sie alt, drei Mädchen haben sie getragen. Nun kommen ein kleiner Junge und weitere Jahre dazu. Damit ist sie älter, als so manches Kleidungsstück „von der Stange“. Das macht mich fast ein bißchen glücklich.
So schön, wenn das, was ich stricke, geliebt und getragen wird! Je öfter, desto besser. Natürlich hinterläßt das Spuren – na und? Das meiste läßt sich wieder beheben.
Auf ein Neues also! Wir sehen uns wieder, kleine Jacke 💖
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Geteilt im Samstagsplausch von Andrea Karminrot




2017 habe ich ihren
Wie dem auch sei, nachdem ich den ersten Wrap verschenkt habe, habe ich 2019 einen zweiten gestrickt. Auch über den habe ich
Von Anfang an gab es eine Strick- und eine Häkelanleitung für diesen Kragen, den sie in Anlehnung an RBG’s berühmten Dissent Collar entworfen hat. Der Erlös aus dem Verkauf beider Anleitungen ging (mega-coole Aktion!!) bis zum Wahltag am 3. November 2020 zu 100% an ACLU, die American Cicil Liberties Union, die sich für Bürgerrechte einsetzt (z.B. das Recht auf Abtreibung, Meinungsfreiheit, die Abschaffung der Todesstrafe, die Rechte von Homosexuellen usw.). Der Dissent Cowl wärmt also nicht nur der Hals, sondern auch das Herz. Und natürlich gibt es auch dazu einen
Nun also das dritte Projekt. Weder politisch, noch feministisch ist es dieses Mal einfach nur eine Mütze: the #NieflingHat. Der hat es jedoch in sich – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn er kann beidseitig getragen werden.




Aber ich weiß mich zu trösten 😉:
Und dann natürlich diese Farbe – habe ich schon mal erwähnt, wie unglaublich schön ich die finde? 🙃

Stricken konnte ich daran natürlich immer nur dann, wenn das Kind nicht in der Nähe war. Bis zum Schluß war ich deshalb nicht sicher, ob ich es überhaupt bis Weihnachen schaffen würde. Aber – wie so oft – haben mich Garn und bunte Passe beflügelt. Zuzusehen, wie die Halibuts Reihe um Reihe sichtbar wurden, war ziemlich cool. Zäher waren dann Körper und Ärmel … Endlose Reihen rechter Maschen ohne Abwechslung. Mag sein, dass der Pullover deshalb ein wenig zu kurz geworden ist.

Ein Traumteil! Sage nicht nur ich, sagt auch der Teenager.
Ganz so einfach ging es dann aber doch nicht und so gab es den (bisherigen) julianischen Kalender und den (neuen, nach Papst Gregor benannten) gregorianischen Kalender einige Jahrhunderte lang parallel. (Fun Fact: In den orthodoxen Ländern Osteuropas sogar noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Meine Großeltern hatten deshalb als Kinder zwei Geburtstage – welches Kind wünscht sich das nicht?!).
Bis heute finden Weihnachten oder Neujahr weltweit nicht am gleichen Tag statt und deshalb – so die Theorie, der ich gerne glaube – gibt es (zumindest in unserem Sprachgebrauch) dieses „zwischen den Jahren“.
Auf jeden Fall bin ich entschlossen, jetzt und im neuen Jahr wieder regelmäßiger zu bloggen. Ende des Jahres ging das nicht, denn das, was ich gestrickt habe, wurde ein Weihnachtsgeschenk für den Teenager und das konnte ich hier natürlich nicht zeigen (kommt aber noch).
Fertig geworden sind dann quasi über Nacht die