„Einfach mal machen!“ habe ich Anfang des Jahres gedacht und angefangen, Dinge, die hier seit Ewigkeiten rumlagen, online zu verkaufen oder zu verschenken. Über das, was ich seither erlebt habe, könnte ich viele Geschichten erzählen: manche wunderbar, andere ärgerlich, viele skurril.
Der Hit waren Kühlschrankmagnete, (ich hätte nie gedacht, dass jemand darüber so glücklich sein würde), aber auch der Butterdosendeckel meiner Schwiegermutter, der jetzt irgendwo in Süddeutschland wieder mit einem passenden Unterteil vereint ist. Größtes Ärgernis war ein verkauftes Festplattenlaufwerk (weil ich zugelassen habe, dass mich jemand über den Tisch zieht) – da will ich gar nicht mehr dran denken.
Wie gesagt, viele Geschichten und bei allem wahrscheinlich nur eine Frage von Zeit, bis ich nicht nur Dinge loswerden würde, sondern auch gucken, was andere verkaufen …
Eine Hutform aus Holz wurde mir zum Verhängnis. Fünf verschiedene wollte der Verkäufer mir verkaufen, drei habe ich ihm abgenommen, eine davon (rechts im Bild) sofort weitergeschickt.
Und die Beiden, die hier blieben? „Einfach mal machen!“- genau.
Die Kleinste war mit Pergamentpapier beklebt. Papier und Kleister zu entfernen hat lange gedauert und war eher nervig … Es deutlich mehr Spaß gemacht, das Holz im Anschluß mit Schleifpapieren unterschiedlicher Körnung zu schleifen, bis die Form ganz glatt war.

Schön wurde sie dann mit Leinöl: auftragen, einwirken lassen, den überschüssigen Rest abnehmen und am übernächsten Tag das Ganze von vorne: schleifen, ölen, einwirken lassen, abnehmen, trocknen.
Jetzt, nach vier Wiederholungen, scheint das Holz satt zu sein. Die Patina ist geblieben. Man sieht, dass die Hutform alt ist. Dass sie mal bemalt wurde in rot und grün. Macht aber nichts. Im Gegenteil. Ich mag sie und fasse sie unglaublich gerne an – Mützen werden sie lieben.

Die zweite Hutform habe ich bisher erst grob geschliffen. An einer Stelle musste ich sie mit Holzleim kleben und mit Klebeband „tapen“. Das muss jetzt erstmal trocknen.
Das Holz ist viel heller und ich bin gespannt, wie es sich mit Leinöl verändern wird.
In Zukunft werde ich wohl mehr Mützen stricken (müssen), damit Kauf und Engagement sich rechnen 😉.
Dabei geht Stricken eher langsam zur Zeit … Vom Pullover sieht man erst die Anfänge, die (zumindest für mich) aussehen, wie viele kleine Berliner Fernsehtürme. Sind es aber nicht. Mal sehen, wie weit ich mit der Passe komme im Verlauf der Woche.
Und ehe das Wochenende wieder „vorbei, vorbei, nichts wie vorbei“ ist, schicke ich diesen Blogpost ganz schnell zu Andrea und nehme mir dann wieder den Pullover vor.




Sie sah mitgenommen aus.
Und weil es den Wollrest von damals noch gab, konnte ich das Loch stopfen und die Knopflöcher zunähen. Danach habe ich ausgeleierte Maschen zurechtgezogen und schließlich die Knöpfe abgeschnitten.
Fünf Jahre ist sie alt, drei Mädchen haben sie getragen. Nun kommen ein kleiner Junge und weitere Jahre dazu. Damit ist sie älter, als so manches Kleidungsstück „von der Stange“. Das macht mich fast ein bißchen glücklich.
2017 habe ich ihren
Wie dem auch sei, nachdem ich den ersten Wrap verschenkt habe, habe ich 2019 einen zweiten gestrickt. Auch über den habe ich
Von Anfang an gab es eine Strick- und eine Häkelanleitung für diesen Kragen, den sie in Anlehnung an RBG’s berühmten Dissent Collar entworfen hat. Der Erlös aus dem Verkauf beider Anleitungen ging (mega-coole Aktion!!) bis zum Wahltag am 3. November 2020 zu 100% an ACLU, die American Cicil Liberties Union, die sich für Bürgerrechte einsetzt (z.B. das Recht auf Abtreibung, Meinungsfreiheit, die Abschaffung der Todesstrafe, die Rechte von Homosexuellen usw.). Der Dissent Cowl wärmt also nicht nur der Hals, sondern auch das Herz. Und natürlich gibt es auch dazu einen
Nun also das dritte Projekt. Weder politisch, noch feministisch ist es dieses Mal einfach nur eine Mütze: the #NieflingHat. Der hat es jedoch in sich – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn er kann beidseitig getragen werden.




Aber ich weiß mich zu trösten 😉:
Und dann natürlich diese Farbe – habe ich schon mal erwähnt, wie unglaublich schön ich die finde? 🙃

Stricken konnte ich daran natürlich immer nur dann, wenn das Kind nicht in der Nähe war. Bis zum Schluß war ich deshalb nicht sicher, ob ich es überhaupt bis Weihnachen schaffen würde. Aber – wie so oft – haben mich Garn und bunte Passe beflügelt. Zuzusehen, wie die Halibuts Reihe um Reihe sichtbar wurden, war ziemlich cool. Zäher waren dann Körper und Ärmel … Endlose Reihen rechter Maschen ohne Abwechslung. Mag sein, dass der Pullover deshalb ein wenig zu kurz geworden ist.

Ein Traumteil! Sage nicht nur ich, sagt auch der Teenager.